altemaelze

One more trip around the sun

Cari Cari

Auch die Platte bleibt dem unverwechselbaren Sound von Cari Cari treu: eine klare Absage an flüchtige musikalische Trends!

Cari Cari nennen die beiden Österreicher Alexander Koeck und Stephanie Widmer ihre Band und ich gestehe, dass ich ein Fan dieses Duos bin, seit ich sie im Sommer 2021 im Thon Dittmer Palais in Regensburg „live on stage“ erlebt habe. Sie gründeten ihre Band vor allem deswegen, weil sie in einem Quentin-Tarantino-Film vorkommen wollten – ein Wunsch, der nicht unvermessen ist, denn ihre Musik ist wie geschaffen für die stimmungsvollen Bilder dieses Regisseurs. Stephanie Widmer ist ein Multitalent, spielt Didgeridoo, Synthesizer, Bass, Drums oder Maultrommel – sie kann das spielen, und dazu singt sie auch noch gut. Für die lockere Stimmung sorgt Alexander Köck, der – die Hüften schwingend – Gitarre spielt und meistens singt. Dieses Feeling bringen sie auch im Studio rüber, so dass das dritte Studioalbum da genau dazu passt, es bleibt dabei dem unverwechselbaren Sound von Cari Cari treu: die charakteristische Kombination aus Maultrommel, Didgeridoo und ihrer einzigartigen Klangwelt – ein klares Statement gegen kurzlebige musikalische Trends. Jedes der zehn Stücke fügt sich nahtlos in ihre Klangcollagen ein und der Longplayer ist mehr als nur eine Sammlung von Songs: „One More Trip Around The Sun“ ist das Ergebnis einer Sinnkrise, die sich aus der ständigen Jagd nach „mehr“ ergeben hat. „Es fühlt sich nicht wirklich anders an, ob 15.000 Menschen beim Southside Festival vor der Bühne stehen oder 500 Leute in einer kleinen Venue. Wir sind von einem Erfolg zum nächsten gejagt. Millionen Menschen hören jeden Monat unsere Musik, aber im Endeffekt hat sich gezeigt: Es sind Erlebnisse und Verbindungen, die zählen – nicht die Statistiken.“ so ein Statement der Band. Es ist eine Hommage ans Älterwerden, eine Liebeserklärung an Familie und Freunde und das Versprechen, sich und den eigenen Werten treu zu bleiben – abseits von kurzlebigen Trends und dafür konsequent gegen den Strom. Denn das österreichische Duo ist von Anfang an gegen den Strom geschwommen. Trotz der anstehenden Welttournee mit Konzerten in Europa und den USA im Frühjahr 2025 und Lobeshymnen von BBC Radio 1, dem italienischen Rolling Stone („Cari Cari sind die größte Entdeckung des Primavera Sound Barcelona“) und NME bleibt die Band ein Familienunternehmen – ohne Plattenvertrag, Management oder Verlag. Stattdessen setzen die beiden Bandmitglieder Alexander Koeck und Stephanie Widmer auf DIY in seiner besten Form: Albumcover, Merchandise und Bühnenbild werden von Stephanie entworfen, die Musik wird im eigenen Studio aufgenommen, und den Onlineshop betreibt Stephis Mutter, die alles aus der Garage der Großeltern verschickt. Ihr drittes Studioalbum ist Cari Caris Art, „nein“ zu sagen: Nein zu Arschlöchern, zu Major Labels und zu einem System, das den Menschen hinter der Kunst vergisst. Es ist ein Ja zu ihrer eigenen Vision, zu Musik, die sich echt anfühlt, und zu den Menschen, die ihnen am wichtigsten sind. Deshalb zieren ihre Familie und Freunde auch das Albumcover. Und sie kommen nach ihrer Rückkehr aus den USofA auch zu uns, leider nicht nach Regensburg, aber am 30. März rocken sie den Z-Bau in Nürnberg und am 11. Mai stehen Cari Cari in München in der Muffathalle auf der Bühne. (recordJet) P.Ro

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