altemaelze

All the Others

Jakob Bänsch

Wer den Jazz etwas „freier“ mag, sollte hier zugreifen

Jazz in Germany is not dead, denn der Jazzer-Nachwuchs lebt! Mit seinem Zweitwerk „All The Others“ untermauert der mit dem deutschen Jazzpreis ausgezeichnete Trompeter und Komponist Jakob Bänsch seinen Status als einer der vielversprechendsten Musiker der jungen Jazz-Generation. Aufbauend auf dem Erfolg seines gefeierten Debüts „Opening“ zeigt sich der Pforzheimer Künstler auf seiner zweiten Veröffentlichung wieder einmal von seiner besten Seite. Seine Working Band – Pianist Niklas Roever, Bassist Jakob Obleser und Schlagzeuger Leo Asal – kehrt für dieses Album zurück und spielt wunderbar zusammen; federleicht begleiten sie den Jakob durch die zehn Tracks. Ergänzt wird das Ensemble durch die lettische Gitarristin Ella Zirina und Sängerin Zuza Jasinska, die der neuen Scheibe zusätzliche klangliche Nuancen verleihen. Auf Song No. 8 „Iroh“ singt sie, aber wie! Von ihr hätte ich gern mehr gehört, leider sind die restlichen Songs alles reine Instrumentalstücke. Besonders erwähnenswert ist Roever´s Stück „Kauai´o´o“, welches die tragische Geschichte eines ausgestorbenen Vogels musikalisch verarbeitet und eindringlich die Bedeutung von Naturschutz thematisiert. „All the Others“ verbindet Einflüsse aus Klassik, Jazz und Filmmusik zu einem ungewöhnlichen musikalischen Werk, das persönliche Geschichten erzählt und fasziniert. „All the Others“ ist auch ein Album für Listener mit 4/4-Takt-Allergie, denn hier findet man vorwiegend „rhythmuslose“ improvisiert wirkende Klangcollagen bzw. Klanglandschaften. Wer den Jazz etwas „freier“ mag, sollte hier zugreifen. (Jazzline) HuGe

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal