Stargazer, diese Band mit Musikern aus Regensburg und Landshut, existierte schon lange nicht mehr, doch nach mehr als 25 Jahren „Pause“ hat sich Band wieder zusammen gefunden, um ein neues Album einzuspielen, das noch 2025 erscheinen wird. Davor wurde bereits im Herbst 2023 ein bislang unveröffentlichtes Album aus dem Archiv der Band an die Öffentlichkeit gebracht: „Dizzy Heights“ zeigt eine andere Seite der Hardrocker mit „unplugged“ Aufnahmen aus dem Jahr 1988 – elf Tracks in abgespeckten Versionen. Und jetzt gibt’s auch das Debut-Album von 1988 wieder, mit dem Stargazer begannen. Mehr als dreieinhalb Jahrzehnte später gibt’s „Back on the streets“ wieder, wenngleich nur in digitaler Form. Im „www“ hat Sonny Waldherr auf „Sonic Realms“ eine Besprechung veröffentlicht – die gibt’s jetzt hier im „Soundreport“ für den April 2025:
Bei älteren Menschen dauert die Produktion eines neuen Albums manchmal etwas länger und bei Stargazer schon mal schlappe 20 Jahre. Mitte 2025 wird es aber dann so weit sein. Bis zu dieser Veröffentlichung soll ich nun versuchen, die Zeit etwas zu verkürzen. Man hat mich nämlich zum Stargazer-Facebook-Sprachrohr ernannt. Denn die bayerischen Hardrocker haben mit „Back on the street!“ ihr Debut aus dem Jahr 1988 wiederveröffentlicht. Vorerst zwar nur auf Spotify, was einem Vinly- und CD-Freak nicht bedingt das Sammlerherz in restlose Verzückung versetzt, aber letztendlich doch einen amtlichen Lauschangriff auf den Plan ruft. Das Erstlingswerk der Band um Gitarrist Paul Krieger und Bassist/Produzent Werner Eigner umfasst acht richtig geile Songs, die ausnahmslos Hit-Charakter besitzen. Umso verwunderlicher, dass dieses abwechslungsreiche und äußerst hörenswerte Album seinerzeit so derart spurlos an mir vorübergangen ist. Hört euch einfach nur mal den hymnisch-eingängiger Opener und Titeltrack „Back on the street“, die bombastbeladene Ballade „In your eyes“ oder den Uptempo-Kracher „Break ut“, der aufgrund seiner leicht 70er-lastigen Keyboardsparts einen Hauch von Deep Purple verbreitet, an, und ihr werdet mir ausnahmslos zustimmen. Allerspätestens beim mystischen und lässig gurgelnden Midtempo-Stampfer „The wizard“ muss man sich echt fragen, warum Stargazer zu jener Zeit nicht in einem Atemzug mit Größen Bonfire, Accept oder gar den Scorpions genannt wurden. Mit ihrer Bandhymne „Stargazer“ schlagen die Oberpfälzer in eine nahezu speedige Kerbe, um im direkten Anschluss mit der kraftvoll-schleichenden Ballade „Ruins of love“ gleich wieder deutlich gemäßigtere Töne anzuschlagen. Abgerundet wird das wirklich großartige Album dem dem herrlichen Ohrwurm „Rainbow in your eyes“ und „The fall“, einem Bombast-AOR-Meisterwerk vor dem Herren. Fazit: Auch wenn dem leidenschaftlichen Rockmusik-Liebhaber – aus eingangs genannten Gründen – das Herz bluten mag, so sollte man sich trotzdem darüber freuen, dass dieses feine Album wieder für jedermann/-frau problemlos zugängig gemacht worden ist. Das Material auf „Back on the street“ klingt einfach zeitlos frisch. Dafür gibt’s acht von zehn Punkten!
Die Hardrock-Band hat ab Mitte der 80er insgesamt drei Alben herausgebracht hat: neben „Back on the street!“ noch „Commercial Gods“ (1991) und „Dinomania“ (1993). Auch die gibt’s digital bei spotify.