Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu

on Sunday, 10 March 2019. Posted in Film

Regie: Ciro Guerra, Cristina Gallego

Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu

In BIRDS OF PASSAGE erzählen Ciro Guerra und Cristina Gallego in beeindruckenden und surrealen Bildern eine epische Geschichte, in der die Mythen der Wayuu mit den harten Realitäten des Drogenhandels verwoben werden. Damit gelingt Guerra, der mit DER SCHAMANE UND DIE SCHLANGE für den Oscar nominiert war, erneut ein kraftvolles und poetisches Meisterwerk. BIRDS OF PASSAGE war der Eröffnungsfilm der "Quinzaine des Réalisateurs" auf dem Cannes Filmfestival 2018. Zur Story: Kolumbien 1968: Lange bevor der Name Pablo Escobar in aller Munde ist, legt eine Familie des matriarchalisch geprägten Wayuu-Stammes den Grundstein für den Drogenhandel, für den das Land später so berühmt-berüchtigt werden wird. Der junge Rapayet verkauft etwas Marihuana an Amerikaner des Friedenskorps. Das Geschäft boomt und er steigt bald zum reichsten Mann der abgelegenen Steppenregion auf. Doch der Reichtum ist mit einem hohen Preis verbunden. Ein brutaler Krieg um Macht und Geld bricht aus und setzt nicht nur das Leben des Stammes, sondern auch ihre Kultur und Traditionen aufs Spiel.
Für Ciro Guerra ist dieses Movie ein Film Noir, ein Gangsterfilm. Es könnte, aus seiner Sicht, aber auch eine Art Western sein, eine griechische Tragödie oder eine Geschichte von Gabriel García Márquez. Und Cristina Gallego ergänzt: „Die Kultur, von der wir im Film erzählen, die der Wayuu, lebt nach Normen, die gar nicht so unterschiedlich zu denen von Gangstern sind. Es gibt da eine Figur im Film, den „Wortboten“, dessen Rolle viel mit der eines Beraters der Mafia gemein hat. Es ist ein Genre, das rund um die Welt geschätzt wird, welches das kolumbianische Kino aber noch nicht ganz erschlossen hat. Aufgrund der Umbrüche in unserer jüngsten Geschichte war es nicht einfach, sich dieses zu Eigen zu machen.“ The Hollywood Reporter stellt fest: „Zugleich ethnologische Chronik und Arthouse-Thriller […] wie der indigene PATE". Ab 4. April im Kino.