Sweet Country

on Sunday, 30 September 2018. Posted in Film

Regie: Warwick Thornton

Sweet Country

Outback Alice Springs, Northern Territory, 1929. Ein australischer Ureinwohner erschießt einen weißen Mann und flieht. Es gab gute Gründe, doch jetzt hat er schlechte Karten – eine Posse ist ihm auf den Fersen, unterschätzt allerdings die Tücke des Hinterlands. Ein Beispiel historiografischer Selbstermächtigung im Gewand eines Western, der in seinem Handlungsverlauf immer überraschend bleibt. Thornton erzählt in SWEET COUNTRY vor spektakulärer Kulisse von den bösen Verhältnissen zwischen Aborigines und «Herrenmenschen», vom Leben an der Frontier, von systemischer Gewalt und Rassismus; er holt Australiens Verdrängtes ans Licht und gibt seinem Volk die Stimme zurück. Der Film enthält alle Elemente des Western-Genres – die Grenze, die Konfiszierung von Land, Unterdrückung und Eroberung eines Volkes sowie die epische, weitläufige Landschaft. Im Vergleich zu vielen klassischen Western, werden die Dinge aber auf den Kopf gestellt. Es gibt keine klar gezeichneten Helden hier und keine einfache Idee von Gut und Böse, die auf ein geradliniges Narrativ projiziert wird. Kommt am 27. September ins Kino.