The Irishman

on Wednesday, 13 November 2019. Posted in Film

Regie: Martin Scorsese

The Irishman

Seit seinem Welterfolg „Taxi Driver“ gehört Martin Scorsese zu den besten Filmemachern der USA. Er hat über ein Dutzend maßgeblicher, auch stilprägender und stargespickter Werke gedreht und blieb trotzdem immer auf Distanz zu Hollywood. Lange gab’s nichts Neues von ihm, doch jetzt präsentiert er mit seinem 25. Spielfilm „The Irishman“ einen über zweieinhalb Stunden langen, recht unterhaltsamen Gangsterfilm der klassischen Art wie „Der Pate“. Intelligent und kurzweilig, bezaubernd charmant und altmodisch. „The Irishman“ erzählt die, möglicherweise, wahre Geschichte über das spektakuläre Verschwinden des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa. Die Story wird aus Sicht von Frank Sheeran erzählt, einem Veteran des Zweiten Weltkriegs, der als Drogendealer und Auftragsmörder an der Seite der berühmt-berüchtigsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts tätig war. Der über mehrere Jahrzehnte spielende Film widmet sich damit einem der großen ungelösten Rätsel der US-amerikanischen Geschichte: dem Verschwinden des legendären Gewerkschaftsführers. Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci spielen die Hauptrollen in Scorseses epischer Saga über das organisierte Verbrechen im Nachkriegsamerika. Die drei Hauptdarsteller spielen dank digitaler Verjüngungs-Technik ihre Figuren über drei Jahrzehnte hinweg. Ungerührt, romantisch und liebevoll, zugleich klarsichtig und kritisch erzählt „The Irishman“ von dieser Handvoll knallharter Männer und liefert außerdem einen Einblick in die versteckte Maschinerie des organisierten Verbrechens – von den internen Abläufen über Rivalitäten bis hin zu Beziehungen in weite Kreise der Politik. Dieser Film ist ein echtes Kinoerlebnis mit alten Leinwaldhelden! Und auch weil er einen neuen Meilenstein der digitalen Technologie und ihrer Fähigkeit zu Bildermanipulation bedeutet. Denn alle Figuren altern oder verjüngen sich hier mit vor allem technischer Unterstützung über Jahrzehnte. Er ist eine Rückkehr zu Scorseses Ursprüngen und zu einigen seiner besten Filme. Ein Film, der das Kino mit seiner großen Leinwand unbedingt verdient hat. Auf einem kleineren Bildschirm, egal was für einem, wird diese Wirkung nicht entstehen. Aber die Kooperation von Martin Scorsese mit Netflix führt auch in Deutschland dazu, dass der Film nur in wenigen Kinos für kurze Zeit zu sehen ist, in Regensburg ab dem 14. November nur im Garbo-Kino, dann ab 27. November auf Netflix, sofern man(n)/frau ein Abo hat.