Undine

on Thursday, 12 March 2020. Posted in Film

Regie: Christian Petzold

Undine

UNDINE ist Christian Petzolds faszinierende Neuinterpretation des Mythos der geheimnisvollen Wasserfrau Undine, die nur durch die Liebe eines Menschen ein irdisches Leben führen und eine Seele erlangen kann: Ein modernes Märchen in einer entzauberten Welt, die Geschichte einer Liebe auf Leben und Tod. Die Historikerin Undine arbeitet als Stadtführerin in Berlin. Als ihr Freund sie verlässt, holt sie der Fluch des alten Mythos ein. Undine muss den Mann, der sie verrät, töten und ins Wasser zurückkehren. Undine wehrt sich gegen diesen Fluch der zerstörten Liebe. Sie begegnet dem Industrietaucher Christoph (Franz Rogowski) und verliebt sich in ihn. Es ist eine neue, glückliche, ganz andere Liebe, voller Neugier und Vertrauen. Atemlos verfolgt Christoph ihre Vorträge über die auf den Sümpfen gebaute Stadt Berlin, mühelos begleitet Undine ihn bei seinen Tauchgängen in der versunkenen Welt eines Stausees. Doch Christoph spürt, dass sie vor etwas davonläuft. Undine muss sich dem Fluch stellen. Diese Liebe will sie nicht verlieren.
Auf die Frage, was ihn mit dem Undine- Stoff verbindet, gibt der Regisseur eine ausführliche Antwort: „Ich habe irgendwann in den 90er Jahren das Buch „Liebesverrat“ von Peter von Matt gelesen, in dem es ein Kapitel über den Undine- Mythos gibt, und das hat mich interessiert, der Liebesverrat. Die Undine-Geschichte kannte ich aus meiner Kindheit, aber ich kann mich ja an alle Dinge nur falsch erinnern. Vielleicht ist das eine Voraussetzung, um überhaupt Drehbücher zu schreiben, eine falsche Erinnerung, so wie eine falsche Zeugenaussage ... Woran ich mich gut erinnern konnte, war der Satz, den die Undine am Ende, nachdem sie den treulosen Mann getötet hat, seinen Dienern entgegenruft: „Ich habe ihn totgeweint.“ Dieser Satz von Fouqué hat mir immer gut gefallen. Diese Erinnerung hat sich gemischt mit anderen Versionen, Lortzing oder Hans- Christian Andersen, die kleine Meerjungfrau, wo das Motiv noch einmal anders vorkommt, und irgendwann habe ich auch Ingeborg Bachmann gelesen, „Undine geht“. Das hat mir gefallen, dass da die Undine spricht und nicht irgendwelche Erzähler oder Männer. Da spricht eine Frau. So könnte man einen Film machen, dachte ich, wenn es um die Undine geht, um die Verzweiflung der Undine. Der Fluch bei Ingeborg Bachmann ist der, dass die Männer niemals treu sind, weil sie sich im Grunde nur selber lieben. Und diesen Fluch zu brechen, aus einer weiblichen Perspektive, kam mir als richtige Erzählhaltung vor. Dass die Undine bei uns nicht wieder zum Waldsee will. Dass sie nicht töten will. Da ist ein Mann, Christoph, der sie zum ersten Mal um ihrer selbst willen liebt, und das ist eine Liebe, für die sie kämpft.“ Kommt am 26. März ins Kino.