Almanac

on Monday, 11 March 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 7. März im VAZ in Burglengenfeld

Almanac

Pünktlich um 19.30 Uhr begann das Konzert mit der mir absolut unbekannten Band NewLevel aus Minsk, die mit einer Mischung aus Deathcore, Metalcore und Nu Metal versuchetn, die Zuhörer zu begeistern. Sie haben kompetente Musiker an Bord, die ihre Instrumente beherrschen. Der Sound ist bereits hier klasse, der Frontmann eher nicht so, wobei er zur Musik passt, indem er growlt, pigsquealed und sich auch mal an Klargesang versucht, was er besser lassen sollte. Gitarrensoli gibt es natürlich bis auf ein ziemlich schräges beim letzten Song keine. Die .Songs hören sich für mich alle gleich an. Die Band passt null zum Headliner und ist wohl mit dabei, weil Victor auch aus Weißrussland stammt. Die Mucke ist absolut nicht mein Fall... bis auf den Rage against the Machine/Prophets of Rage-Gedächtnissong nach ca. zwanzig Minuten mit Rapeinlagen. Der war cool! 35 Minuten spielte die Band und den meisten Zuschauern gefiel es. Allerdings hier schon offensichtlich die schwach besucht Halle, deren Fassungsvermögen um über die Hälfte mit einem Vorhang halbiert wurde und vielleicht 50 Zuschauer anwesend waren.
Special Guest Enemy Inside, eine mir ebenfalls komplett unbekannte deutsche Band aus Aschaffenburg, begann pünktlich um 20.15 Uhr. Mittelpunkt der Band ist die Sängerin, die nicht nur den weiblichen Elsengesang a la Nightwish, Vision of Atlantis oder Edenbridge im Repertoire hat, sondern auch mal etwas tiefer singt. Die Band ist gut metallisch. Der Drumsound ist allerdings etwas nervig und die Gitarren gehen im Gesamtsound etwas unter, der komplett auf die Stimme der Sängerin ausgerichtet ist. Background Vocals oder einen männlichen Gesangsgegenpart, der singt oder growlt, gibt es leider nicht, dafür aber hier schon mal recht gelungene, zu den Songs passende Gitarrensoli. Hört sich alles ganz passabel, kann aber mit den Großen der Zunft (noch) nicht ganz mithalten. Fühlte mich dennoch erheblich besser unterhalten als bei der ersten Band. Songs alle recht ähnlich und somit wird es hinten raus etwas langweilig und „Summer Sun von Texas“ hörte sich nicht gut an - wenn man nur Songs für eine knappe dreiviertel Stunde spielen kann, sollte man auf sowas verzichteten. Immerhin gab es keine Balladen und nach 40 Minuten war auch schon wieder Schluss. Den Zuschauern gefiel auch hier, was sie hörten. Nach 25 Minuten Umbaupause und einem klassischen Intro legte Almanac dann los bei Hammersound. Der neue Sänger Patrick Sühl (gleichzeitig ab und zu an der zweiten Gitarre) duelliert sich mit der weiblichen Stimme von Sängerin Jeanette Marchewka, die beide sehr gut miteinander harmonieren. Der ebenfalls neue Schlagzeuger Kevin Kott und Bassist Tim Rashid bauen ein knüppelhartes Fundament unter die mit symphonischen Elementen unterlegten Songs. Leider kommen diese allerdings, wie auch die Chöre, alle vom Band. Wäre auch zuviel des Guten, wenn man noch ein kleines Orchester mit dabei gehabt hätte. Die Soli von Victor Smolski sind brillant gespielt und ufern nie aus, sondern fügen sich in den Songfluss ein. Er ist natürlich der Star und Mittelpunkt der Band. Leider blieb es bei knapp achtzig Leuten, die sich das Konzert nicht entgehen lassen wollten. Die angekündigten drei Stunden Musik wurden dann zwar nicht erreicht, aber auch 110 Minuten sind schon sehr stattlich und die Band ließ sich die sicher vorhandene Enttäuschung nicht anmerken. Es gab eine im Vergleich zum letzten Jahr stark veränderte Setlist (laut Victor), wo dann auch Songs aus den beiden Almanac-Alben (u.a. Hail to the King) zwei Rage-Songs (Soundchaser und Straight to Hell, mit kleiner Anekdote zu Stefan Raab/Bully Herbig), Songs aus Victors Solophase, Arbeit mit dem LMO und auch von Mind Odyssey. Mangels Setlist kann ich leider nicht sagen, welche Songs zu was gehörten bzw. generell gespielt wurden. Egal. Zum Ende raus wurden noch zwei Stücke mit echter Geige (gespielt von Jeanette und unterstützt vom Bandorchester) dargeboten. Es gab u.a. ein Instrumental, bestehend nur Gitarre, Bass und Schlagzeug (hörte sich an wie Joe Satriani meets Tony MacAlpine), welches laut Victor damals von der Plattenfirma abgelehnt wurde. Das nachfolgende gut achtminütige Bass- und Schlagzeugsolo hätte zumindest ich nicht gebraucht, lieber zwei Songs mehr als Muckertum... dem Publikum hat es dennoch gefallen. Durchgehend wurde nur schnelle und noch schnellere Songs zum Besten gegeben. Ruhige Passagen gab es dann nur beim Erzählen zwischen den Songs. Die Zugaben gingen schließlich ineinander startend mit einem Instrumental mit Geige, Song, langes Gitarrensolo und noch ein letzter Song, bevor der Vorhang fiel und die Band unter großem Applaus die Bühne verließ, um nur ein paar Minuten später am Merchstand für die Fans da zu sein, zu plaudern usw. Sehr vorbildlich und hoffentlich folgt irgendwann eine Fortsetzung dann vor einer größeren und der Band angemessenen Zuschauerzahl. HJH
Fotokredit: HJH