Calexico

on Saturday, 17 March 2018. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 11. März in der Muffathalle in München

Calexico

Joey Burns ließ es sich nicht nehmen, seinen guten Freund Camilo Lara und dessen Projekt „The Mexican Institute of Sound“ persönlich auf der Bühne anzukündigen. Diese Geste sollte den Ton für den ganzen Abend bestimmen – die „Heimkehr“ der Männer aus Tuscon, Arizona in die geliebte und restlos ausverkaufte Muffathalle sollte ein Familientreffen werden, eine Feier der Lebensfreude mit den treuen Fans. Allerdings wollte schon bei der Vorband und ihrer seltsamen Mischung aus mexikanischer Folklore, frühem Beck und Run DMC der Funke nicht überspringen. Später war Camilo Lara auch Teil der achtköpfigen Band von Calexico, die viele Songs des neuen Albums wie „End of the world with you“, „Voices in the field“ sowie „Under the wheels“ und auch einige vertraute Titel wie „Crystal Frontier“ aus der mehr als 20-jährigen Bandgeschichte spielten. Alles routiniert, hochprofessionell und sympathisch dargeboten. Doch klang die Band seltsam distanziert und durch die langen Ansagen und Geschichten von Burns zwischen den Songs wollte auch kein Fluss aufkommen. Kaum hatte man sich auf eingegroovt, war schon wieder Stille in der Halle um den bescheidenen Erzählungen des Sängers zu lauschen. So bleibt am Ende das seltsame Gefühl unterschwelliger Enttäuschung zurück, obwohl man der Band objektiv nichts vorwerfen kann. Und es bleibt die Hoffnung auf einen mitreißenderen nächsten Besuch der Americana-Pioniere. (mai)
Fotokredit: Britta Jung