Cannibal Corpse

on Tuesday, 18 June 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 9. Juni im „Airport“ in Obertraubling

Cannibal Corpse

Nachdem die mir unbekannte Band Morass Skoffin, die Jungs kommen aus Regensburg, mit solidem Death Metal 30 Minuten lang die einigermaßen gut gefüllte „Eventhall“ im Airport angewärmt hatte, betrat der Headliner Cannibal Corpse nach einer 30minütigen Umbaupause die Bühne. Zum Einstieg gab es erstmal ein gut fümfminütiges Instrumentalstück, bevor sich Frontgrunzer George „Corpsegrinder“ Fisher endlich dazu bequemte ebenfalls on Stage zu erscheinen. Immer wieder unterbrochen durch einige längere Pausen holzte sich die etwas umformierte Band (anstelle des etatmäßigen Leadgitarristen Pat O’Brien, dem in Amerika ein Gerichtsverfahren bevorsteht, spielt derzeit Erik Rutan, ehemals Morbid Angel) technisch versiert mit quietschigen Gitarrensoli bei Klasse-Sound, durch die nächsten vierzig Minuten mit „Gesang“. Welche Songs tatsächlich alle gespielt wurden, entzieht sich mir mangels genauerer Kenntnis der Alben, sicher aber ein paar Stücke aus dem noch immer aktuellen 2017er Album „Red before Black“. Nach dem zehnten Song verließ der Corpsegrinder dann grußlos die Bühne und ward nicht mehr gesehen. Die Band spielte dann noch zwei weitere Instrumentalstücke (eventuell die hier bei uns sich auf dem Index befindlichen, die mit Text nicht gespielt werden dürfen, „S, R and S“ bzw. „H S F“?) und nach 65 Minuten war dann auch schon Schicht im Schacht ohne Zugaben usw. Resümee: Ein im Vergleich zum Konzert von vor gut einem Jahr im L.A. in Cham (80 Minuten, keine Instrumentalstücke, 17 Songs) recht enttäuschender Auftritt dieser Death Metal-Legende. Dem Publikum und auch meinem Kumpel, der mit mir dort war, hat es offensichtlich sehr gut gefallen. Mir eher nicht und es war auch das letzte Mal, dass ich sie mir dann live angesehen hab. (HJ Herbst)
Fotokredit: Erwin Novak