Cradle of Filth

on Wednesday, 03 July 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 30. Juni im „Airport“ in Obertraubling

Cradle of Filth

Im leider nur spärlich besuchten Airport in Obertraubling (ca. 100 Leute in der Eventhall) gab es am 30. Juni Abends leicht symphonisch angehauchten Black Metal zu hören und zu sehen. Dargeboten wurde das Ganze von Cradle of Filth auf ihrer „Summer of Dying 2019”-Tour mit einem sehr engagierten Frontkreischer Dani Filth und seiner tighten und technisch sehr fitten Band. Die Gitarristen posten und solierten um die Wette, dass es eine wahre Freude war, der Drummer zerlegte sein Drumkit nach allen Regeln der Kunst und das alles bei sehr gutem Sound, in dem alle Instrumente gut zu hören waren. Auch die Keyboarderin, die mit opernhaftem Gesang glänzte, fügte diesem Spektakel sehr nette Farbtupfer hinzu. Das Konzert an sich begann nach einer doch längeren Wartezeit um kurz nach halb Neun und die ersten Takte zeigten dann auch gleich wohin die Reise geht. Los ging’s mit “13 Autumns And A Widow” und “Cruelty Brought Thee Orchids” – und das Publikum ging von Beginn an steil und mit. Hörner waren zu sehen, Matten (sofern noch vorhanden) wurden geschwungen, es wurde viel fotografiert und Videos mitgeschnitten (was etwas weniger angenehm war, aber heutzutage leider Usus ist). Die Band lies sich davon nicht stören und spielte einen klasse 85 Minutenset (nach knapp 45 Minuten war der Hauptset zu Ende und es wurden noch fünf Zugaben dargeboten), der Songs aus diversen Alben enthielt. Mangels genauerer Kenntnis (und relative wenigen Ansagen) der Songs (auch wenn ich fast alle Alben der Band habe) kann ich nicht viel zu den Titeln sagen. Wen es interessiert, der kann sich bei setlist.fm schlaumachen, denn dort kann man sie nachlesen. Genial war das Duett a la Beauty and the Beast (Beauty singt Elfenmäßig, Beast grunzt und kreischt etwas weniger) bei “Nymphetamin (fix)“ dem besten Song des Abends, der auch von Nightwish stammen könnte. Fazit: Ein klasse Abend, den ich so nicht erwartet hätte! Die Stimme von Dani ist ja live nicht immer im grünen Bereich. Leider viel zu wenige Leute, die was verpasst haben. Ich fühlte mich jedenfalls sehr gut unterhalten und würde mir diese Band wieder anschauen. (H.J.Herbst)
Fotokredit: Erwin Novak