Granada

on Tuesday, 17 September 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 7. September im L.A. in Cham

Granada

Eine weitere Shooting Star Band aus Österreich (neben Wanda, Seiler & Speer, Pizzera & Jaus oder aus Bilderbuch) rief und die Menschmassen strömten willig ins völlig ausverkaufte L.A. (die letzten paar Tickets ging an der AK weg), um Granada zu lauschen. Das Vorprogramm bestritt die mir bis dato unbekannte Regensburger Band Telquist (aka Sebastian Eggerbauer) und heizte, mit chilligem Liedgut aus dem ersten Album „Strawberry Fields“ und mehr in der Schnittmenge von Pop, Rock und Reggae, dem Publikum eine gute dreiviertel Stunde ein, welches danach nicht mit (leider unerfüllten) Zugaberufen und reichlich Applaus sparte. Gelungerer Aufritt! Sollte man mal im Auge behalten. Mit etwas Verspätung enterten dann die Headliner des Abends unter tosendem Applaus die Bühne und spielten bzw. sangen sich dann 90 Minuten(60 Minuten regulärer Set, 30 Minuten Zugabe) fast komplett durch ihre beiden Alben. Leider konnte mir die Band die Setlist nicht mehr 100%ig nachreichen, somit weiß ich leider nicht, was im Endeffekt noch fehlte. Geboten wurde toller Indiepop/Rock, abgeschmeckt mit Anklängen an die Klassikerbands aus Österreich a la STS. Das Publikum ging hier voll mit, Arme wurden geschwenkt, geschunkelt, mitgesungen usw. Dabei immer an vorderster Soundfront die Quetschn, wie wir Bayern sagen, und gerne mal auch ein knackiges Gitarrensolo. Höhepunkt des Abends war dann die Cover-Version von Billy Joels Klassiker „Vienna“ -  hier „Wien woad auf di“ - wo sich das komplette Publikum hinkniete und einen kleinen Kreis bildete und Sänger Lukacz Custos, nur begleitet vom Akkordeonspieler Alexander Christof, das Lied rein akustisch und ohne Mikrofon dargeboten hat. Coole Aktion. Der Song „Verwoitn“ fiel ebenfalls etwas aus dem Rahmen, war er doch der Solospot von Alexander Christof, allein mit Akkordeon und Gesang. Was mir nicht so ganz eingeleuchtet hat, waren die Ansprachen, die gerne mal komplett ohne Mikro gemacht wurden. Lustig, wenn die ersten zwei oder drei Reihen lachen und sonst keiner verstand, um was es ging bzw. gesprochen wurde! Vielleicht haben ihn auch die ganzen Dauerschwätzer oder die permanenten Handyfilmer bzw. Fotografierer genervt. Unter tosendem Applaus verlies die Band dann die Halle und alle gingen zufrieden und glückselig nach Hause. Sollte die Band wirklich mal wieder nach Cham kommen, wird das L.A. sicher nicht mehr ausreichen, sondern dann muss dann die Stadthalle gebucht werden. Bin mir sicher, dass die bei der hohen Qualität der Band ruck zuck gefüllt und ausverkauft wird. Wie immer ein großes Lob an Jürgen Wittmann vom L.A., der den Mut hatte, diese eher für die Location ungewöhnliche Band zu buchen. Hat sich voll gelohnt. (HJH)
Fotokredit: Hans Jörg Herbst