Guru Guru

on Thursday, 29 November 2018. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 15.11. in der Alten Mälzerei

Guru Guru

Während der Regensburger Dom im abendlichen Nebel versunken ist, tauchte aus der Lüsterklemme der Alten Mälzerei eine ganz besondere Kreatur: Der Elektrolurch. Bekanntlich spielt er gern mit Elektronik und treibt Schabernack, genauso übrigens wie die Band, die ihn geschaffen hat, und die dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert hat. „Guru Guru“, eine Legende des Krautrock, betrat am Abend des 15. November die Bühne der Alten Mälzerei und präsentierte ein buntes Programm aus ihrer langen, und immer noch andauernden Schaffenszeit. Mit dem Opener „Dark Blue Star“ eröffneten Guru Guru ihr gut zweistündiges Konzert, in dem die Zuhörer in abgedrehte Sphären, weit entfernte Länder und in groovende Rocklandschaften eintauchten. Das folgende, auf dem indischen Instrument Nagaswaram gespielte „Idli Killer“ ist Ausdruck der vielen musikalischen Einflüsse, die auf Guru Gurus Musik einwirkten und aufgrund dessen sie so vielschichtig klingt. Mani Neumeier, Schlagzeuger und Gründungsmitglied, ist daher der Meinung, dass diese Musik eher der „World Music“ zuzuordnen sei und nur aus sieben Prozent Krautrock bestehe. Es folgten Klassiker wie das mystische und von Jan Lundqvist auf einer Lap-Steel Gitarre gespielte „Wonderland“ und das rhythmische „Living In The Woods“. Mit „Digital Analog“ der neuesten Platte „Rotate“ und „Space Baby“ gab es einen Ausflug in experimentelle Soundgefilde. Überhaupt steht Experimentieren mit verschieden Klangfarben, Instrumenten und auch Elektronik hoch im Kurs bei Guru Guru. Genauso übrigens wie ihr Humor und Witz. Neumeier verkleidete sich bei einem Stück mit japanischer Tracht und redete mit wirren Wörtern auf das Publikum ein, oder er spielte auf alten Töpfen und Blechern, die er zuvor aus einem Sack auf der Bühne ausgebreitet hatte. Zusammen mit Gitarrist, Saxofonist und Nagaswaram-Spieler Roland Schaeffer gab er außerdem ein Duett auf einer schrill klingenden Pfeife. Es folgten noch „Read Air“, das flott groovende „Rolling Through The City“, „Rock´n´Roll Machine“ und das lustige „Ooga Booga Special“. Nach heftigem Applaus spielten Guru Guru schließlich noch zwei Zugaben, unter anderem den berüchtigten „Elektrolurch“, der mit seinem charakteristischen Bass-Intro, gespielt von Peter Kühmstadt, und einem wild verkleideten Mani Neumeier als Elektrolurch zu einem ihrer wichtigsten und bekanntesten Stücke zählt. Insgesamt also ein sehr gelungenes und energiegeladenes Konzert, bei dem man mit einem Schmunzeln und einem Ohrwurm die Alte Mälze verlassen hat. „Volt, Watt, Ampére, Ohm, ohne mich gibt’s keinen Strom!“.(NiKu)