Jessy Martens & Band

on Friday, 15 November 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 12. November im Leeren Beutel in Regensburg.

Jessy Martens & Band

Da ich Jessy vor ca. zwei Jahren erleben durfte, machte ich mich auf amtlichen Bluesrock gefasst. Jedoch – was da im „Leeren Beutel“ am 12. November geboten wurde, sprengte und überschritt alle Erwartungen. Der übliche knackig-rotzige Bluesrock der Hamburgerin wurde geradezu transzendiert, denn Jessy und Band glänzten mit durchkomponierten und abwechslungsreichen Arrangements, Dreistimmigkeit und instrumentaler Erstklassigkeit an E-Gitarre, E-Bass, Keyboards und Drums. Frau Martens hat fürwahr eine der besten Stimmen im Rock & Blues-Genre (Deutscher Rockpreis 2012 / German Blues Awards 2012 und 2014). Bei den Slowblues-Balladen kommt Gänsehaut auf und bei den Rocknummern tanzt der Bär – bzw. das Publikum. Die „Bühnenshow“ ist über alle Massen witzig, unterhaltsam und frech. Unglaublich, wie sie es schafft, das Publikum wirklich mit einzubeziehen, platte Mitklatsch-Aufforderungen werden vermieden, denn das geschieht von alleine. Sie wagt auch etwas, wenn sie spontan eine Konzertbesucherin auf die Bühne holt und mit ihr ein improvisiertes Duett hinlegt oder den Rezensenten zu einer kleinen Jam-Schlagzeug-Einlage auf die Bühne bittet. I‘ll never forget! Der absolute Hammer kam zum Schluss: Bei den letzten Tracks fiel der Strom aus, was machen Jessy & Co.: Einfach vor der Bühne wirklich unplugged weiter spielen. Macht nix, Jessy braucht kein Mikro und ein unverstärktes E-Bass-Solo habe ich noch nie gehört. So etwas kann man nur bei einem Live-Konzert erleben, die Intensität ist Lichtjahre von einer Bildschirm-Rezeption entfernt. Fazit: Jessy war immer gut, jetzt ist sie ein Erlebnis. HuGe
Fotokredit: Hubert Geue