Marky Ramone’s Blitzkrieg

on Friday, 12 July 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 11. Juli in der Alten Mälzerei, Regensburg

Marky Ramone’s Blitzkrieg

Spricht man von Punkrock, fällt ganz klar immer der Name Ramones. Logisch, schließlich waren Joey, Johnny, Tommy und Dee Dee damals, 1974, als Prototyp einer Punkband gestartet, obwohl der Begriff Punk als Genrebezeichnung erst später in Großbritannien geprägt wurde. Aber diese vier Gründungsmitglieder weilen nicht mehr unter uns (als letzter starb 2014 Tommy), dabei hatte mit Bassist Dee Dee im April 2000 einer dieser Vier sogar ein Konzert mit seiner eigenen Combo in der Mälze gegeben, nach dem Ende der Ramones. Doch Marky Ramone, der 1978 für Tommy die Drums übernommen hatte und bis zur Auflösung der Band 1996 – mit kleinen Unterbrechungen - mehr als 15 Jahre für die Ramones aktiv war, er hält als Langzeit-Drummer dieser vier aus NYC die Punkfahne noch immer hoch mit seiner Blitzkrieg-Combo und spielt seit bald zehn Jahren Konzerte mit Ramones-Klassikern. Und eine solche Lehrstunde gab’s auch am 11. Juli in der Mälze. Nach zwei Support-Acts gab es gut 90 Minuten lang eine „Tour de force“ durch den Ramones-Katalog. Alles natürlich wie gewohnt schnell, rau und laut. So wie echter Punk eben sein muss! Los ging’s, nach der klassischen Aufforderung „one, too, three four“, die sich mehrfach wiederholte,  mit „Rockaway Beach“ und der Rausschmeißer war dann nach gut drei Dutzend Songs „Blitzkrieg Bop“ vom 1976er Debutalbum. Dazwischen gab’s auch Cover-Versionen im Ramones-Stil wie „Let’s dance“ von Chris Montez, „Have you ever seen the rain“ von CCR, „Needles & Pins“ von The Searchers  und Lou Armstrongs’s Klassiker „What a wounderful world“. In seiner Band ist mit Gitarrist Greg Hetson ein weiterer Punk-Veteran aktiv, schließlich spielte der schon mit Bad Religion und den Circle Jerks. Die vier tiefen Seiten werden von Martin Blitz bedient und am Mikro steht inzwischen der Spanier Inaki Urbizu, der durch eine dynamische Performance, seine Frisur und seine großartige Stimme überzeugt. Urbizu ist ansonsten in der spanischen Combo Sumisión City Blues aktiv. Man könnte fast meinen, wenn man die Augen schließt, dort singt der Joey Ramone. So authentisch wirkt das. Diese Combo nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise, mich erinnerte diese Show stark an das erste Konzerte mit den Ramones, das ich 1976 in einem Club in Los Angeles erlebte, damals spielten sie nur etwas mehr als 30 Minuten, dafür aber gleich 20 Songs! Und als Vorband hatten sie eine Theatertruppe, die Shakespeare rezitierte. Diesmal war’s auf jeden länger und die Band schickt nach den Outro-Klängen von „My Way von Frank Sinatra das Publikum zufrieden hinaus in die Nacht! Fazit: Dieser Abend war eine Huldigung an die Ramones, der Pop-Punk-Legende schlechthin! (no.men)
Fotokredit: Säm Wagner