Moritz Krämer & Band

on Monday, 11 March 2019. Posted in Nachschau

KRITIK ZUM KONZERT AM 11. MÄRZ IM AMPERE IN MÜNCHEN

Moritz Krämer & Band

Bei Moritz Krämer hat man stets das Gefühl, er könnte jeden Text zu jeder Metrik und jeder Melodie singen, einfach weil er wie wenige Silben auf seine ganz typische Art dehnen oder auch verkürzen kann. Nur kommt das ganz natürlich rüber und ist weit entfernt von jedem Manierismus. Was ich persönlich an ihm so schätze ist, was er daraus macht. Moritz Krämer ist einer der besten Geschichtenerzähler unter den deutschen Songwritern, weil er mit ungewöhnlichem Vokabular eine schräge und doch emotional stimmige Wahrnehmung der Welt zu Songs gießen kann. Beim heutigen Konzert spürt man auch deutlich die Entwicklung, die er seit seinem ersten Album durch die Arbeit mit der Höchsten Eisenbahn genommen hat. Zwar steht noch immer das Zusammenspiel von Stimme und Gitarre im Mittelpunkt, aber die stilistische Breite reicht inzwischen von souligem Pop à la Tele, Discoanleihen und Funk wie bei den Sternen früherer Tage und manchmal ist auch Udo Lindenberg nicht weit. Überhaupt scheint er in einer sehr produktiven und kreativen Phase zu sein. Gerade erst hat er sein Doppelalbum „Ich habe einen Vertrag unter schrieben 1+2“ veröffentlicht, da spielt er schon mehrere Songs von der neuen Platte „Die traurigen Hummer“. Dabei muss deren Veröffentlichung noch warten, bis im Herbst das neue Album der Höchsten Eisenbahn erscheint. Die Vorfreude auf ein Wiedersehen wächst damit schon jetzt, denn die neuen Songs waren allesamt Höhepunkte in einem rundum famosen Konzert. (mai)
Fotokredit: Michael Albert Islinger