Nena

on Thursday, 18 July 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 16. Juli bei den Schlossfestspielen in Regensburg

Nena

Letztes Jahr feierte sie ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum mit einer bundesweiten Tour, u.a. auch mit einem Konzert in der Regensburger Donau-Arena, und 2019 macht sie mit ihrer „Nichts versäumt“ Tour jetzt unter freiem Himmel weiter und kommt wieder nach Regensburg. Am 16. Juli stand Gabriele Susanne Kerner, allseits bekannt als Nena, im fürstlichen Schloss bei den Thurn und Taxis-Festspielen auf der Open Air-Bühne. Bereits zum zweiten Mal nach 2015. Und diese Frau weiß genau, wie sie ihr Publikum begeistern kann. Schließlich steht sie seit 1978 auf der Bühne, als sie bei den Stripes mitsang, bevor sie 1981 ihre eigene Band „Nena“ gründete. Es gehört zu ihrer Lebensmaxime, eine Art Leuchtturm der Freude zu sein, und wenn das nun einmal heißt, dass sie wie ein Derwisch zwei Stunden lang alles gibt und sich im Spannungsfeld zwischen Pop und Deutschrock tummelt, tut sie das erfolgreich. Und gleich vom ersten Song an reißt sie ihr Publikum mit, holt es aus den Stühlen und lässt es vor die Bühne kommen. Auf ihrer Setlist stehen all ihre Klassiker, dabei natürlich der Welterfolg „99 Luftballons“ (in dem sie „Hey Jude“ von den Beatles einbaut) und die Stücke wie „Nur geträumt“, „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“, „Leuchtturm“, „? (Fragezeichen)“, „Rette mich“, „Willst du mit mir gehn“ oder „Wunder gescheh`n“. Hier zeigt sie, wie’s heute praktisch bei Künstlern dazugehört, ihre „PC“ und lobt die „Fridays for future“-Bewegung, und dankte ihnen, dass sie den Protest auf die Straße bringen und die Erwachsenen zum Handeln zwingen. Aber auch neue Stücke sind dabei und natürlich auch der Ausflug auf die Mini-Bühne mitten im Publikum, auf dieser „kleinsten Bühne der Welt“, wie Nena sie scherzhaft nennt, wo sie mit E-Gitarre ein elektrisierendes Punk-Set abliefert! Unterstützt wird sie von einer achtköpfigen Band, in der auch drei ihrer Kinder inzwischen mitspielen. Frau Kerner ist ja bereits 59 Jahre alt und sogar schon Großmutter. Doch davon merkt man auf der Bühne nichts, Nena fegt wie ein Derwisch von der einen zur anderen Bühnenseite, ist „Hyperaktiv“, wie auch einer der Songs heißt. Fazit: Man sollte Nena live erlebt haben, ihre energiegeladenen Bühnenpräsenz ist faszinierend. Und mit ihren Hits prägte sie mehrere Generationen von Musikfans, und sie steht bis heute für ein Lebensgefühl, das „irgendwie und irgendwo“ in jedem Herzen zu Hause ist. Das merkte man auch beim begeisterten Publikum im Schlosshof bei diesem umjubelnden Konzert!
(no.men)
Fotokredit: Veranstalter