Niels Frevert

on Tuesday, 22 October 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 16. Oktober in der Kranhalle in München

Niels Frevert

Nach fünf Jahren Pause ist einer der besten deutschen Songwriter wieder zurück mit dem feinen neuen Album „Putzlicht“ und einer famosen Band auf Tour. Und nach knapp zwei Stunden Konzert in der intimen Atmosphäre der Münchner Kranhalle ist man geneigt zu sagen: Besser denn je. Seinen treuen Fans ist es ohnehin ein Rätsel, warum vergleichbaren Kollegen wie Bosse, Thees Uhlmann oder Gisbert zu Knyphausen mehr Erfolg und Aufmerksamkeit zukommt, denn Frevert ersinnt kreative Sprachbilder, erzählt Geschichten die berühren und arrangiert die Songs in edler Breite. Seine Liveband ist perfekt eingespielt und wenn man jemanden hervorheben will, sind es seine Männer an den Tasten und an der Gitarre. Das schönste an dem gelungenen Mix alter und liebgewonnener Songs wie „Schwör“, „Speisewagen“, „Niendorfer Gehege“ und „Ich würde Dir helfen, eine Leiche zu verscharren, wenn‘s nicht meine ist“ sowie neuen Liedern wie „Immer noch die Musik“, „Leguane“ und „Putzlicht“ war die sicht- und hörbare Freude der Band, mit dem Publikum eine gute Zeit zu haben, das größte Vergnügen.
An dieser Stelle soll auch die spannende Vorband Karl die Große aus Leipzig erwähnt sein, die mit einem Drittel ihrer normalen Bandbesetzung spannenden Indie-Pop bot, der Lust auf mehr macht. Am besten mal reinhören in meinen Anspieltipp „Dass ihr Superhelden immer so übertreibt“. (MAI)