P!NK

on Sunday, 28 July 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 26. Juli im Olympiastadion in München

P!NK

P!NK beehrt nach fünf Jahren Tourabstinenz wieder München und schafft es problemllos das Olympiastadion gleich zweimal mit 60.000 Leuten zu füllen. Offizieller Einlass am Freitag ist um 17 Uhr und bei - zu diesem Zeitpunkt - schweißtreibenden Temparaturen von um die 35° drücken sich die Besucher solange im Schatten rum wie irgendwie möglich. Als Support bespasst das DJ Duo KitCutUp mit Discosound. "Bang Bang Romeo" dürfen danach auf die Bühne: eine starke Sängerin mit starken Songs, allerdings mit schwachem Sound - sollte man mal in das Album reinhören. Bei Vance Yoy wird die Anlage schon lauter aufgedreht - allerdings fand ich ihn ein bisschen blass und zu brav, die Stimmfarbe ziemlich nervig. Mittlerweile bei "nur" noch 30° habe ich Glück und die Bewölkung verdeckt die Sonne, so dass ich mich auf meinen nicht überbedachten Sitzplatz traue. KitCutUp gibt noch ein kurzes DJ Ständchen, das Volk - nun in freudiger Erwartung auf P!NK - singt und klatscht kräftig mit. Um kurz vor 21 Uhr ist es dann soweit. P!NK schwebt an einem riesigen Kronleuchter im Glitzer-Outfit zu "Get the Party started" auf die Bühne mit zwei riesigen herzförmigen Leinwänden links und rechts. Der Sound ist zumindest auf meinem Platz überraschend gut. Ein Hit jagt den anderen - u.a. " Beautiful Trauma", "Just like a pill","Funhouse" und "Raise your Glass". Bei "Who knew" fängt sie mit der zweiten Srophe an, bricht ab mit der Bemerkung "it´s too hot". Sie scherzt, man soll bitte die Schönheit ihres Make-ups geniessen, weil ihr nach den nächsten zwei Songs sowieso alles über´s Gesicht läuft. Das Bühnenbild, die Choreographie, die Tänzer, die Band - alles ist einfach perfekt. Das P!NK eine großartige Stimme hat muss man nicht erwähnen, der Ausdruck und das Gefühl, das sie rüberbringt sind allerdings einzigartig, wie sie bei "Try", "Just give me a resaon" oder "Walk me home" einmal mehr beweist. Klasse sind ihre Einspieler mit Message zum Thema Klima, #metoo oder auch über ihre Tochter, die denkt sie ist hässlich und sie ihr deshalb eine Powerpoint Präsentation mit David Bowie und anderen großen Künstlern gemacht hat, um ihr zu beweisen, dass Schönheit individuell und nicht ausschlaggebend ist. Am Ende seilt sie sich zu "So What" quer durch das Olympiastadion und singt dabei als würde sie gerade auf einem Stuhl sitzen, zur Zugabe kommt sie im weißen T-Shirt und Jeans barfuß auf die Bühne - trotz Mega-Show völlig unprätentiös - auch dafür wird sie von ihren Fans weltweit geliebt. Fazit: ein Superstar, der erfrischend normal und edgy ist, dem man alles abkauft und der mit sichtbarem Spaß und unglaublicher Energie eine Show abliefert, die ihresgleichen sucht. All hail the queen - da können sich die ganzen aktuellen Hupfdöhlen ein großes Scheibchen abschneiden. Fantastisches Konzert! (Fud)
Fotokredit: Facebook-P!nk