Primal Fear & Riot V

on Tuesday, 30 October 2018. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert im L.A. in Cham am 20. Oktober.

Primal Fear & Riot V

Samstag 20.10.2018 gegen 20.25 Uhr bricht im L.A. in Cham die Hölle los. Riot V stehen erstmalig hier als Co-Headliner hier auf der Bühne. Die Halle ist mit über 250 Leuten sehr gut gefüllt und die Fans strömten von überall her, wenn man sich so die Nummernschilder auf den Fahrzeugen auf dem Parkplatz so anschaute. Die Band is on fire und höchst engagiert. Es gibt drei Songs aus dem aktuellen Album „Armor of Light“ zu hören, aber auch ältere Alben werden berücksichtigt (Thundersteel, Inishmore, The Privilege of Power, Rock City und Unleash the Fire). „Sänger Todd Michael Hall mag nicht der Größte sein von der Körpergröße her, aber von der Stimme her ist er es auf alle Fälle. Was er da aus sich rausholt ist der Wahnsinn und vor allem singt und screamt er alle Lieder perfekt, egal aus welcher Sängerperiode der jeweilige Titel stammt. Geboten wurden 60 Minuten plus Power Metal von Feinsten mit ausgiebigen Twin-Guitar Solos von Mike Flyntz und Nick Lee und grandioser Rhythmusabteilung mit Bassist Don van Stavern (der sich immer wieder gerne mal einen Schluck aus der Whisky-Pulle gönnte und den Fans in der ersten Reihe einschenkte) und Schlagzeuger Frank Gilchriest (der nicht umsonst „Die Krake“ heißt, dieses Drumming ist der Hammer). Die Fans gingen und sangen begeistert mit und skandierten Riot, Riot was der Band sichtlich noch mehr Ansporn gab. Man kann hier vom eigentlichen Headliner sprechen, auch wenn die Spielzeit leider begrenzt und nach zwölf Songs (mit „Thundersteel“) ohne Zugabe dann leider schon wieder Schluss war.


Nach einer erfreulich kurzen Umbaupause stürmten Primal Fear nach 2016 mal wieder die Bühne in Cham und legten gleich mit „Final Embrace“ von 1999 furios los, nur um dann gleich mit einer schlechten Nachricht herauszuplatzen. Sänger Ralf Scheepers hat sich auf der Tour einen fette Erkältung zugezogen und kann nicht so singen und shouten wie gewohnt und bat deshalb um Entschuldigung und spornte dann das Publikum um so mehr an, ihn beim Gesang zu unterstützen, was gerne getan wurde. Im weiteren Verlauf des Abends wurden insgesamt fünf Songs aus dem neuen Album „Apocalypse“ dargeboten, gut gemischt mit Titeln aus sieben weiteren, älteren Primal Fear Alben. Die Setlist wurde gegenüber dem letzten Auftritt hier gut verändert. Die Erkältung merkte man der Stimme nicht wirklich an (er klang dennoch hervorragend), er wurde aber auch öfter und bei längeren Passagen von Bassisten Mat Sinner am zweiten Mikro gesanglich unterstützt. Die Band an sich war wie schon Riot V zuvor top eingespielt und auch hier gab es wieder tolle Soli zu bewundern. Nach 75 Minuten und 13 Songs war dann aber auch schon sehr früh Schluss, was der Erkältung geschuldet war. Die im Vergleich zu Riot V doch deutlich geschrumpfte Menge verlangte dennoch eine Zugabe und die Band tat ihr den Gefallen und gab noch einen weiteren Song mit  „Running in the Dust“ zum Besten, den Ralf aber eine Oktave tiefer sang. Respekt dafür. Leider fiel deswegen die grandiose Halbballade „Fighting the Darkness“ der Stimme zum Opfer. Egal. Dafür wurde die Setlist gegenüber 2016 doch gut verändert. Es war wieder ein geiles Konzert und die Fans gingen zufrieden nach Hause mit dem guten Gefühl zwei absolute top Power Metal Bands gesehen zu haben. Sie dürfen beide gerne wieder kommen und Riot V dann als Headliner mit anderen Vorbands. Ich bin dabei.
Wie die Vorband „Existance“ aus Frankreich sich so geschlagen hat kann ich leider nicht sagen. Sie traf das Los von anderen Vorbands: Der Rezensent hat sie leider verpasst, da sie schon gegen 19.30 Uhr rum auf der Bühne standen. Jürgen Wittmann vom L.A. meinte aber,dass sie waren gut.
(HJH)
Fotokredit: HJH