Sarah Straub

on Thursday, 25 July 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 21. Juli in Neustadt a.d.Aisch im Schlosshof

Sarah Straub

Die Gundelfinger Singer/Songwriterin Sarah Straub lud am vorletzten Juli-Sonntag zu ihrem Konzert im Rahmen der „Alles jetzt und mehr“ Tour nach Neustadt an der Aisch und sehr viele Interessierte, Neugierige und auch Altfans folgten diesem Aufruf und kamen zu Hauf aus Nah und Fern (wie der Rezensent). Das Resultat war ein fast ausverkaufter Konzertabend in der wunderschönen Location im Schlosshof. Pünktlich um 20 Uhr begann das Konzert mit Sarah zuerst allein am Piano und sie interpretierte die umwerfende erste Single „Ich singe weil ich ein Lied hab“ aus dem im September erscheinenden neuen, diesmal deutschsprachigen Album „Alles das und mehr“ auf dem die Künstlerin ausgewählte Songs von Konstantin Wecker in „Straubfizierten“ Versionen darbietet. Im Verlauf des gut zweistündigen Konzerts, welches das anwesende Publikum immer mehr mit- und spätestens zum Ende hin von den Sitzen riss, gesellten sich dann als Unterstützung noch Florian Hirle (Akustikgitarre, Mandoline, Melodika und Cajon als Schlagzeugersatz) und Andi Schmidt (elektrische Gitarre, Gesang bei Konstantin Wecker) hinzu, die sich immer wieder liebevolle Gitarrenduette lieferten, aber auch mit tollen Soli glänzten. Die Setlist war wunderbar gemischt mit Konstantin Wecker-Songs, auch die zweite Single, das Duett „Niemand kann die Liebe binden“, die am 26. Juli erscheint, sowie Liedern deutscher Singer, Songwriter und Bands, die Sarah schon ihr Leben lang begleiten, wurden mit viel Liebe dargeboten . So gab es wunderschön eigeninterpretierte (und nicht gecoverte) Songs von u. a. Gundermann („Linda“ - mein persönlicher Tipp), Ton Steine Scherben (auch wegen Rio Reiser), BAP („Geradeaus“ nun „eingedeutscht“), Herbert Grönemeyer („Flugzeuge in meinem Bauch“), Hannes Wader („Heute hier und morgen dort“), Udo Jürgens oder Reinhard Mey („Zeugnistag“ mit absolut witziger Erklärung, warum gerade der Song. Das Publikum bog sich vor Lachen) und noch einigen anderen zu hören. Auch die englischsprachige Vergangenheit der Künstlerin wurde mit zwei Songs aus dem Album „Red“ gestreift, u.a. die aus Funk und Fernsehen bekannte Single „Pieces“, die ab und am im Nachprogramm bei Bayern 3 ;-) zu hören ist, so dass für jeden etwas dabei war. Absolut umwerfend waren die immer wieder eingestreuten Erklärungen, warum der eine oder andere Song gewählt wurde, der absolut charmant dargebotene Werbeblock in eigener Sache (CDs, Lifetree T-Shirts, Sarah Straub Wein), dem etliche Zuschauer nach dem Konzert gerne nachkamen, und ein eigentlich trauriger Moment, der zu ihrem aktuell einzigen selbst neu geschriebenem deutschen Lied überleitete. Ein dreister Dieb in Italien hatte ihr Wohnmobil am letzten Urlaubstag geklaut mit Laptop usw., wo alle neuen Songs drin waren, aber leider ohne Backup. Nach gut zwei Stunden neigte sich das Konzert seinem Ende entgegen, nicht ohne die zwei lautstark vom nun ausrastenden Publikum geforderten zwei Zugaben „Let me go“ ebenfalls aus dem 2014er Album „Red“ und als krönenden Abschluss den passenden und von allen mitgesungenen Reinhard May Klassiker „Gute Nach Freunde“. Es gab stehende Ovationen und einen nicht endenden Applaus für einen wirklich grandiosen Konzertabend. Danach nahm sie sich noch lange Zeit für Gespräche, Autogrammwünsche, Fragen zum Merchandise (vor allem den Sarah Straub-Wein „Ich trinke weil ich ein Lied hab“) oder Selfies. Wer also die Chance hat sich diese umwerfende, grandiose und megasympatische Sängerin mal live anzuschauen sollte dies unbedingt tun. Die aktuellen Tourdaten findet man in ihrer Website www.sarah-straub.de. Natürlich sollte man dann auch im September das neue Album bestellen entweder direkt bei ihr oder den bekannten Portalen. Die über 360 Kilometer bzw. vier Stunden Gesamtfahrt waren definitiv bestens investiert. Hans Jörg Herbst
Fotokredit: HJH