Skid Row – FM – Hollowstar

on Friday, 29 November 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 27. November im „Airport“ in Obertraubling

Skid Row – FM – Hollowstar

Dieser lange Konzertabend am 27. November begann überraschend nicht wie angekündigt mit “FM“, sondern der jungen (mir bislang völlig unbekannten) britischen Hard Rock Band „Hollowstar“ pünktlich um 20 Uhr. Die Band klingt in etwa wie Thunder, was vor allem am Organ des Bassisten/Sängers liegt, der der Stimme von Danny Bowes recht nahe kommt. Die Soli der beiden Gitarristen waren sehr geschmackvoll und passten auch zu den jeweiligen Songs (also kein Gitarren“gewichse“ nur um zu zeigen wie gut man an den sechs Saiten ist). Bei den Songtiteln muss ich passen, da ich deren heuer erschienenes Debütalbum nicht kenne und es bei uns wohl auch nur als Download erhältlich ist. Dem Publikum in der halbgefüllten Halle gefiel jedenfalls der 35 minütige Vortrag (ich hoffe, Alois C. Braun hatte dann trotz Grantln über eine weitere Band im Programm auch seinen Spass) und sparte nicht mit Applaus. Bester Song „Good man gone“ gewidmet einem verstorbenen Freund mit fettem Gitarrensolo, sehr eingängigem Refrain und bei Youtube in der Studioversion als Video zu begutachten. Sollte man im Auge behalten diese Jungs und sie dürfen gerne wiederkommen. Fun Fact: Hab ich auch noch nicht erlebt, dass mir ein Sänger gute Heimfahrt und Danke für den Besuch gewünscht hat, am Ende des Abends beim Rausgehen zum Parkplatz.
Mit melodischem Hard Rock gemischt mit AOR ging es dann fast pünktlich um 21 Uhr weiter mit den alten britischen Haudegen „FM“, die sich heute hauptsächlich von ihren erfolgreichsten und auch besten beiden Alben „Indiscreet“ und „Tough it out“ mit Songs daraus bedienten, aber auch die späteren Werke nicht vergessen haben. Die mit viel Keyboards, aber auch fein ausgearbeiteten Gitarrensoli, ausgekoppelten Songs wie „Tough it out“, „That Girl“ oder „Bad Luck“ wurden genauso abgefeiert wie der vom immer noch aktuellen Album „Atomic Generation“ stammende „Killed by Love“, der sich zum guten Schluss nahtlos in die Reihe der alten Klassiker einfügte. Der ergraute Sänger Steve Overland ist noch immer Klasse bei Stimme und griff auch öfters in die Saiten. Leider wurde „Other Side of Midnight“ nicht gespielt,  was am verkürzten Set lag durch Hollowstar. Dennoch beide Daumen hoch für den Auftritt. Dürfen gerne wieder kommen. Dann aber länger als die 45 Minuten, die eigentlich 60 Minuten hatten sein sollen. Sehr schade, denn die Band war on Fire bei einem super Sound.
Nach einer gefühlten Ewigkeit von fast 45 Minuten legten „Skid Row“ dann um kurz vor halb 11 los wie die Feuerwehr. Die an diesem Abend härteste Band erinnerte so gar nicht an die eher Glamhardrock-Zeiten des 88er Debüts, sondern orientierte sich musikalisch am viel härteren zweiten Album „Slave to the Grind“. Zeitweise fühlte man sich gar wie auf einem Speed Metal-Konzert, so wie die beiden Gitarristen mit ihren Soli vom Leder zogen oder der Drummer sein Kit verdrosch. Neusänger ZP Theart erklomm mühelos die höchsten Töne und wer Balladen erwartet hatte, war heute generell fehl am Platz, denn es gab keine. Maximal leicht ruhigere Parts, wie das Akustikgitarre-Intro zu „I remember you“ oder das etwas an Bon Jovi erinnernde „Ghost“ (wenn er noch richtig singen könnte und eher in die Metalrichtung tendieren würde), sorgten kurzzeitig für „Abkühlung“ in den Ohren, genauso wie die von Bassist Rachel Bolan gesungene Ramones-Coverversion „Psycho Therapy“ . Ansonsten kreiste der Hammer. Auch hier konzentrierte man sich hauptsächlich auf Songs der ersten beiden Alben. Höhepunkt war „Monkey Business“ das auf fast zehn Minuten ausgedehnt wurde durch ein sehr langes gegenseitiges Gitarrenduell der beiden alten Haudegen, welches zum Ende hin in ein kurzes Twingitarrensolo überging. Beim Abschlusssong musste ich dann beim Text schmunzeln, wenn eine doch aus Ü50-Mitgliederrn bestehende Band (ok der Sänger ist jünger) von „Youth gone Wild“ singt. Wen die Setlist interessiert (es wurden u.a. auch noch „18 and Life“ ,“Slave to the Grind“ und „In a darkened Room“ dargeboten) findet sie nur in etwas anderer Reihenfolge bei Setlist.fm beim Konzert von 25. November in Lausanne. Auch hier war der Sound, wie den kompletten Abend lang, top. Fazit: Mit 85 Minuten lang genug und das Publikum war auch hier begeistert und sang gerne mit. Auch hier beide Daumen hoch. Fazit: Sehr unterhaltsamer Abend. (HJH)
Fotokredit: Erwin Novak