The Hollies

on Wednesday, 24 April 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 13. April im Audimax in Regensburg

The Hollies

Wer kennt ihn nicht, den Evergreen bzw. den Refrain „All I need is the Air that I breathe and to love you“. Unvergessen, melodiesüffig und immer mal wieder im Radio zu hören bzw. der Liebsten oder dem Herzbuben zitiert. Davon ausgehend mag man vermuten, dass die legendäre 60ies- bzw. 70ies-Band nun doch etwas kommerziell-eingängig unterwegs war. Weit gefehlt, der aufgeklärte Disco-Besucher weiß das, denn eine fetzige Tanzfete ohne den groovigen und rockenden Hammersong „Long cool Woman“ - undenkbar. Sie konnten und können einfach alles: Folk, Balladen, Psychedelic-Tracks mit Sitarsound, Soul, Rock und natürlich erstklassigen mehrstimmigen Satzgesang im 60ies-Beat-Stil. Im Mai 1963 brachten sie ihre erste Single heraus, die auch gleich ein Hit wurde. Ihre zweite Single „Stay“ (noch besser bekannt in der Version von Jackson Browne) wurde ihr erster Top-10-Hit in Großbritannien. Nachdem sie 1963 drei erfolgreiche Singles hintereinander veröffentlicht hatten, kam 1964 ihre erste LP auf den Markt. In den Jahren 1963 bis 1970 hatten die Hollies 20 Hits in den britischen Top 40. Und verblüffenderweise ist die Band – mit immerhin noch zwei Original-Members – immer noch auf den Bühnen der Welt unterwegs. Unter Musik-Kennern ist immer die Rätselfrage beliebt: „Welcher Musiker verließ Ende der 60ies die UK-Band, um in Amerika eine noch größere Karriere zu starten?“. Richtige Antwort: Graham Nash; ja genau der Mr. Nash von CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG. Aber genug der Vorreden, wie war das Konzert? Zugegeben, ich war etwas skeptisch, den Nash und der Weltklasse-Leadsänger Allan Clarke waren nicht mit von der Partie. Wie kann man überaus schwierig zu singende Meisterwerke wie „He ain‘t heavy, he‘s my Brother“ einigermaßen originalgetreu Live auf die Bühne bringen? Man kann, die aktuellen Hollies schlugen sich einfach hervorragend. Songs wie „Bus Stop“ oder „Stop Stop Stop“ glänzten im neuen Gewand, unverkennbar und dennoch erfreulich neu interpretiert; hier ein anderes Intro, dort ein meisterhaftes Extra-Gitarrensolo von Gitarrenwizard Hicks. Vor allem die gesangliche Qualität der Band ist nahezu unerreichbar, die Band glänzte abermals mit dreistimmigen Vocal-Harmonien, die mir das Wasser in die Augen trieben. Zum Schluss gab es natürlich eine Langversion von „Long cool Woman“, was die Menge zu Standing Ovations veranlasste. Auf den Punkt gebrachte Zusammenfassung: Wahnsinnskonzert! (HuGe)
Fotokredit: Hubert Geue