The National

on Wednesday, 11 December 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 4. Dezember im Zenith in München

The National

Man mag sich das Vergnügen gar nicht ausdenken, hätten The National ihr zweistündiges Set mit 24 Songs in einer anderen Halle zelebriert. Doch leider kommt man nicht umhin, über den überregional berüchtigt schwierigen Sound des Zenith zu schreiben. Was bei der dreiköpfigen Vorband von Hannah Georgas, die auch Backgroundsängerin von The National war, noch gut funktionierte, entpuppte sich beim breitwandigen Sound des Hauptacts anfangs als Desaster. In der ersten halben Stunde schafften es die Mixer weder die beiden Schlagzeuger und die Bläser transparent hörbar zu machen, noch den Gesang von Matt Berninger in den Mittelpunkt zu rücken. Die Folge: Kaum Stimmung, eine gereizte Band und erste enttäuschte Fans.  Dass es grundsätzlich auch im Zenith funktionieren kann, zeigte sich in der zweiten Hälfte dieses Konzerts. Liebgewonnene Hymnen wie „Day I die“, „I am easy to find“, „Fake empire” und “Anyones ghost” klangen deutlich ausgewogener und zeigten die Größe dieser Band. Nachdem sie seit Jahren Stammgast auf den großen Festivalbühnen der Welt sind, beherrschen The National und vor allem Frontmann Matt Berninger das Spiel mit dem Publikum. Da muss das Mikrokabel schon mal 30 Meter lang sein, um während eines Songs Spaziergänge durchs Publikum zu ermöglichen. Die Nähe zu den Fans sucht Berninger permanent, nimmt Geschenke und handgemalte Plakate entgegen und teilt seinen Weißwein mit dem Publikum. Insgesamt also ein durchaus gelungener Abend, gespickt mit Spielfreude, großen Gefühlen und der Sehnsucht nach einer akustisch besseren, großen Konzerthalle in München. (mai)
Fotokredit: Michael Albert Islinger