The Pretty Things

on Tuesday, 10 April 2018. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 6. April im Leeren Beutel in Regensburg

The Pretty Things

Sie zählen zu den langlebigsten Rockbands und starteten mit den Beatles, Rolling Stones, Yardbirds und Animals in den 60ern, aber die Pretty Things waren die wildesten unter den Wilden. Und wer diese Band damals miterlebt hat, der hätte sicher nicht gedacht, dass diese wilde Combo um Phil May & Dick Taylor mehr als 50 Jahre später immer noch aktiv und kreativ unterwegs ist: unverwüstlich und noch immer so hungrig wie am ersten Tag! Und doch war es diesmal anders, denn 2018 sind sie auf Farewell-Tour, auf ihre „Time to say Goodbye Tour 2018“. Denn nach genau 55 Jahren gibt damit eine der dienstältesten und verehrungswürdigsten Rockgruppen ihren Abschied vom Tournee-Leben bekannt. Doch davon war beim Auftritt im Leeren Beutel nichts zu merken. Phil May und Dick Taylor, als die letzten Gründungsmitglieder, sowie Gitarrist Frank Holland, der immerhin seit 1988 dabei ist, und die beiden Youngster George Woosey, Bass, und Jack Greenwood, Drums, präsentierten einen Set mit all dem, was diese Band schon immer ausgemacht hat, eine gelungene Symbiose zwischen Rock, R & B und Psychedelic. Mehr als eineinhalb Stunden ließen sie auf hohem Niveau ihre abwechslungsreiche Karriere Revue passieren. Es fällt schwer, einzelne Stücke herauszuheben, trotzdem ein Versuch: Natürlich war das psychedelische „S.F. Sorrow“ dabei, ein gewaltig abrockendes „Midnight to six men“, der Bo Diddley-Kracher „Mona“, in das sie „Who do you love“ einbauten, genauso wie eine lange Version von „LSD“. Wunderschön der Tribute auf der akustischen Gitarre an Robert Johnson und das Dixon-Cover von „Little red rooster“, und natürlich gab’s auch Material vom letzten Studioalbum „The Sweet Pretty Things (Are In Bed Now, Of Course…)“, das 2015 veröffentlicht wurde: „Turn my head“ und „The same sun“. Zum Schluss wurden als Zugaben noch „Rosalyn“ und „Roadrunner“ gespielt. Ein gelungener Abschied einer der unterschätztesten Rockbands aller Zeiten in der Ratisbona. (no.men)
Fotokredit: A.C.Braun