Trio Elf

on Friday, 27 July 2018. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 21. Juli beim Jazzweekend in Regensburg

Trio Elf

Es ist 13.30 Uhr, die grauen Wolken am Himmel melden den ersten Regenschauer an – und am Regensburger Bismarckplatz scheint diese Tatsache nun wirklich keinen Besucher des diesjährigen Jazz-Weekends zu interessieren. Ja geradezu egal scheint ihnen der erste Nieselregen zu sein, denn ihre volle Aufmerksamkeit und Beachtung haben sie bereits den drei Musikern geschenkt, die soeben die große Bühne betreten haben und sich nun an ihren Instrumenten warm spielen. Die drei Musiker sind in Regensburg bestens bekannt und auch der Name dieses Trios sorgte in der weltweiten Jazz-Szene bereits für Furore, doch wenn Trio Elf in ihrer Heimat am Bismarckplatz spielt, dann kann es regnen oder schneien, die wahren Jazz-Hörer und Trio Elf-Liebhaber werden treu bleiben und sich das Spektakel aus Tönen und Klängen nicht entgehen lassen!
Und so waren auch am 21. Juli eine Menge Zuhörer am Bismarckplatz versammelt, die gebannt der Klangzauberei von Gerwin Eisenhauer, Walter Lang und Peter Cudek lauschten. Mit den nachhallenden Tönen von „Emptiness“ wurde das Konzert schließlich eröffnet und während dem Improvisationsteil wurde sofort klar, dass Trio ELF heute wieder in Höchstform ist. Die drei Musiker schaukelten sich gegenseitig immer weiter hoch, wurden lauter, um am höchsten Punkt zu explodieren und beim Zuhörer Gänsehaut auszulösen. Es folgten „Arearea“, bei dem Gerwin Eisenhauer seinem Namen mal wieder Ehre erwies und „746“, dass man bereits am Freitag in einer beeindruckenden Big Band Version des Landesjugendjazzorchesters hören konnte. Schließlich wurden die melodischen, fröhlichen Stücke „Danca Da Fita“ und „The Elf Police“ gespielt. Zusammen mit „Tripolis“ und dem krummen, obwohl doch im geraden Vierviertel Takt geschriebenen Stück „Krumm“ waren dies allesamt Kompositionen vom vorletzten Album „Music Box Music“. Das spannendste, die freie Passage in der Mitte von „Krumm“ fehlte leider. Nach einem kurzen Referat über das neue Album „The Brazilian Album“, welches Trio Elf mit ihrem Freund Marco Lobo und brasilianischen Sängerinnen aufgenommen haben, wurde eine instrumentale Version von „Amor De Indio“ gespielt. Wer allerdings im Mai den Leeren Beutel besucht hat, konnte die neuen Stücke sogar mit Sängerin erleben. Natürlich durfte auch das mit Marco Lobo komponierte Stück „Ocean 11“ nicht fehlen, wo mir immer besonders gut das Ende gefällt. Den Abschluss machte die hervorragende Cover-Version „Down“ der amerikanischen Punkrock-Band „Blink 182“. Nach heftigem Applaus wurde schließlich noch die absolut coole Version der „Mensch Maschine“ von Kraftwerk als Zugabe gespielt, und mit diesem Ohrwurm, den ich heute noch habe, wurde das Konzert beendet.
Trio Elf beim diesjährigen Jazz-Weekend zu erleben war wieder einmal ein einschneidendes Erlebnis, es macht einfach unglaublich Spaß, dieser Musik zu lauschen, die Augen zu schließen und die fantastischen Klänge auf sich wirken zu lassen. Und wer genau wie ich noch nicht genug bekommen hat, der kann nur hoffen, dass Trio Elf auch im nächsten Jahr wieder beim Jazz-Festival vertreten ist, vielleicht nächstes Mal mit Sonne im Gepäck. Ansonsten kann ich nur raten, sich unbedingt das neue Album zuzulegen, denn Trio Elf CDs sind heißbegehrt und zum Teil schon vergriffen – wie gut, dass ich dieses Problem nicht habe: Alle Trio Elf Alben stehen schön sortiert in meinem Regal neben der Plattensammlung! NiKu
Fotokredit: NiKu