U.D.O.

on Sunday, 17 February 2019. Posted in Nachschau

Kritik zum Konzert am 2. Februar im „Airport“ in Obertraubling

U.D.O.

Die „Eventhall“ ist mit ca. 600 Fans gut gefüllt als Udo Dirkschneider mit seinen Bandkollegen auf seiner „Steelfactory World Tour“ auf der von Nebel durchzogenen Bühne erscheint. Gleich bei den ersten Riffs des Openers  „Tongue Reaper“ wird klar, dass die „Jungs“ – Opa Udo in dieser Altersgruppe natürlich ausgenommen – jede Menge Spaß und Präsenz zeigen! Gitarrist Dee Dammers legt sich actionmäßig voll ins Zeug, lacht und grinst und animiert seine Kollegen Smirnov und Hudrap abwechselnd zum Mitwippen im Wiegeschritt. Das steckt an, das Publikum ist voll dabei und dankt es mit frenetischem Applaus, der natürlich gleichermaßen dem Helden und der Gallionsfigur Udo gewidmet ist. Dieser singt souverän und strahlt die Routine einer erfahrenen Rockröhre aus, ohne dabei aber gelangweilt zu wirken. Der Shouter ist einfach cool und verfügt als „bad boy“ und ungeschminkter „Rotzlöffel“ über die entsprechende  Bühnenpräsenz. Er ist eines der ganz wenigen unverwüstlichen Originale der internationalen Rockszene: seit mehr als 40 Jahren steht er auf der Bühne und haucht mit seiner starken, charismatischen Stimme zahlreichen Songs Ewigkeitscharakter ein. Nachdem er während der letzten Jahre mit der Formation „Dirkschneider“ alte Accept-Klassiker noch einmal hochleben ließ und dafür weltweit gefeiert wurde, erschien am 31. August nun ein neues U.D.O.-Studioalbum mit dem Titel „Steelfactory“. Udos Stimme mag ja durchaus polarsieren – man liebt sie oder ist nach drei Songs genervt davon – aber die Fans lieben U.D.O. ungebrochen und singen die Refrains oder teilweise ganze Songs mit. Liegt es daran, dass U.D.O. für sich einfach gut ist oder daran, dass für viele „Accept“ immer noch untrennbar mit Dirkschneider verbunden ist? Eigentlich egal, denn diese Band funktioniert perfekt – ganz ohne alte Accept-Songs im Programm - die Riffs sitzen, der Rhythmus treibt, die Hooklines bohren sich in den Metalhead. Mit „Steelfactory“, erschienen im August 2018, kehrt der Musiker nicht einfach nur zu U.D.O. zurück, sondern auch zu seiner Kernkompetenz. Deutlich beeinflusst von den zurückliegenden Shows mit Dirkschneider weisen die Songs in ihrer mitreißend simplen Straightness einen Hymnencharakter auf, wie man ihn von anno damals kennt. Das neue Album gilt es natürlich nun auch live zu präsentieren, auf einer augedehnten, dreimonatigen Europa-Tournee zwischen Skandinavien und Griechenland, sowie zwischen Spanien und Polen.  Dabei zählt Udo auf eine teils neue Crew, mit Udos Sohn Sven Dirkschneider am Schlagzeug, Bassist Tilen Hudrap und den Gitarristen Andrey Smirnov und Dee Dammers. (best)
Fotokredit: Bern Stallhofer

Und für alle Hardcorefans hier die Setlist des Airport-Gigs:
Tongue reaper
Make the move
24/7
Mastercuter
Cry of a nation
Metal machine
Independence Day
In the heat of the night
Vendetta
Rising high
In the darkness
I give as good as I get
Hungry and angry
Heart of gold
One heart one soul
Holy
Animal house
Man and machine
They want war