38. „Regensburger Tage der Schülertheater“

on Saturday, 08 June 2019. Posted in Kultur

vom 24. Juni bis 9. Juli wieder in historischem Ambiente im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais

38. „Regensburger Tage der Schülertheater“

Bereits zum 38. Mal bietet die Freilichtbühne im wunderschönen Renaissance-Innenhof des Thon-Dittmer-Palais die unverwechselbare Kulisse für die „Regensburger Tage der Schülertheater“. Schülertheater in Regensburg – das bedeutet Ernst und Spaß, „Ver-rückt-sein“, Spiellust und Textlernfrust, bunte Bilder und schrille Töne, sich Einmischen und Stellung beziehen und bei jeder Theatergruppe – ob groß oder klein – eine große Portion Kreativität und Engagement. Schülertheater zentral im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais auf die Bühne zu bringen – das war schon die Grundidee der „Erfinder“ dieser Veranstaltungsreihe Anfang der 1980er Jahre. Es galt, den theaterbegeisterten Jugendlichen ein Forum zu schaffen, in dem sie sich auch außerhalb ihrer Schulgemeinschaft einer interessierten und begeisterungsfähigen Öffentlichkeit präsentieren konnten – zwanglos und ohne den Druck einer Vorauswahl.
Vom 24. Juni bis zum 9. Juli 2019, jeweils mit Beginn um 20.30 Uhr, stellen die elf beteiligten Schülertheatergruppen an zehn Abenden ihr Talent unter Beweis. Die ganz unterschiedlichen Aufführungen verstehen es dabei stets gekonnt, das Publikum mit einem vielfältigen Programm aus Klassikern, Komödien, Märchen oder sozialkritischem Jugendtheater zu begeistern. Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler haben hart geprobt, viel gelernt und freuen sich auf den Auftritt auf großer Bühne.
Eröffnet wird die beliebte Veranstaltungsreihe am Montag, 24. Juni, um 20.30 Uhr: das Oberstufentheater des Albertus-Magnus-Gymnasiums startet den diesjährigen Aufführungsreigen mit dem märchenhaft-philosophisch geprägten Stück „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Und wer kennt sie nicht, die Geschichte des kleinen Prinzen, der einem Piloten von seiner Rose und seinen Erfahrungen auf vielen Planeten erzählt? Antoine de Saint-Exupéry erschuf die Erzählung „Der kleine Prinz" bereits 1943, aber auch noch heute berührt sie uns mit ihren poetischen Gestalten und tiefgründigen Aussagen.
Am Mittwoch, 26. Juni, ist die Staatliche Realschule Neutraubling mit „Oha, eine Leiche!“ von Peter Förster zu Gast. In einer Pension trifft Miss Marple auf ein verdächtiges Ehepaar. Eine herrenlose Leiche, ein Ganovenpaar, eine mysteriöse Lady und ein skurriler Schmetterlingsforscher tauchen auf. Ein Blutfleck gibt Rätsel auf und ruft Scotland Yard, Sherlock Holmes, Dr. Watson und Hercule Poirot, auf den Plan. Das Ermittlungschaos ist gesichert.
Am Mittwoch, 3. Juli, erfreut das Gymnasium der Regensburger Domspatzen das Publikum mit dem modernen Märchen „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ von James Krüss. Der unerwartete Tod von Timms Vater wirft ihn vollkommen aus der Bahn. Um Erinnerungen an ihn wach zu rufen, begibt sich Timm auf die Rennbahn, wo er auf Baron „lefueT“ trifft. Daraufhin erschleicht sich der zwielichtige Baron Timms Vertrauen und kauft ihm gegen die verlockende Fähigkeit, in Zukunft jede Wette zu gewinnen, per Vertrag sein Lachen ab.
Am Samstag, 6. Juli, präsentiert der Kinderhort Barbing die spannende Geschichte „Das kleine Känguru in Gefahr“ von Paul Maar in der adaptierten Fassung von Daniel Reiter. Nach einem Ausflug der beiden Freunde Springmaus und Känguru findet sich das kleine Beuteltier plötzlich in einer bedrohlichen Gefahrensituation wieder. Es beginnt eine Rettungsaktion quer durchs Tierreich, in der die Springmaus mit viel Geschick und List den schrulligen Eigenheiten der Waldbewohner begegnen muss. Glück nur, wer wahre Freunde hat…
Am Dienstag, 25. Juni, kommt die Theatergruppe des Von-Müller-Gymnasiums mit „Die Rollen deines Lebens“ von Bernd Storff in den Innenhof des Thon-Dittmer-Palais. Das Stück, das auf Henrik Ibsens „Peer Gynt“ basiert, beschäftigt sich mit der Suche nach der eigenen Identität in einer Welt von zahllosen Möglichkeiten, in der aber auch die Erwartungen von Gesellschaft und Umwelt oft als übermächtig, den eigenen Weg erschwerend oder sogar verhindernd empfunden werden.
Am Dienstag, 2. Juli, konfrontiert die Theatergruppe des Albrecht-Altdorfer-Gymnasiums das Publikum mit „Das Zufallsspiel“ von Claus Tröger. Wo ist das – Heimat? Ist das nur Nostalgie? Was bestimmt den Menschen? Seine Herkunft oder doch der Reisepass? „Zufallsspiel“ stellt brisante Fragen und thematisiert nicht zu leugnende Tatsachen: Ausgrenzung, Identität, Gruppenzwang. Das Stück zeigt aber auch den Ansatz zu gemeinsamen Wegen, die alles Trennende überwinden.
Am Donnerstag, 4. Juli, präsentiert das Privatgymnasium Pindl mit „Brooklyn Memoiren“ von Neil Simon eine Komödie mit Tiefgang. Der 15-jährige Eugene schreibt im Jahre 1938 an seinen Memoiren – als scharfer Beobachter seiner siebenköpfigen Familie und deren Platz- Geld- und Beziehungsprobleme, aber auch der körperlichen Vorzüge seiner Cousine Nora. So präsentiert sich das Stück mal als leichtfüßige „Coming-of-age“-Komödie, mal als nachdenkliche Milieustudie über eine arme Auswandererfamilie am Vorabend des zweiten Weltkriegs.
Am Freitag, 5. Juli, bereichert erstmalig die Jakob-Muth-Schule den Spielplan der „Regensburger Tage der Schülertheater“ mit dem Märchen-Musik-Projekt „Das außergewöhnliche Entlein“ von Luisa Zimmermann nach Hans-Christian Andersen. Zusammen mit Schülern der Grundschule der Regensburger Domspatzen und dem Künstler Hubert Treml werden die Schülerinnen und Schüler mit dem Stück unter dem Motto „Weil anders sein in Ordnung ist“ ein Zeichen gegen Mobbing und Rassismus setzen. Das Theaterteam legte bei der Erarbeitung besonders viel Wert auf die unterschiedlichen Erfahrungen und besonderen Bedürfnisse der Kinder, ebenso wurden die Akteure in ihrer Individualität gestärkt um diese weiterzuentwickeln.
Am Sonntag, 7. Juli, gastiert das Gymnasium Lappersdorf unter neuer Leitung mit der Eigenproduktion „Regie by ghost“ – ein Stück, das sich selbst inszeniert. Denn plötzlich scheint nichts mehr unvereinbar: Chaos und Ordnung, Gut und Böse, Realität und Fiktion... Und jeder, der will, findet seine Funktion. Ein buntes Kaleidoskop aus Szenen, Figuren, Konstellationen und Situationen.
Den krönenden Abschluss am Dienstag, 9. Juli, bilden gleich zwei Theatergruppen: Zuerst ist das Blindeninstitut mit der Eigenproduktion „Glück gehabt… oder so!“ wieder mit von der Partie. Die Eiskönigin aus einer fernen Welt will die mächtigste Zauberin werden und es fehlt ihr nur noch Eines – das „Glück“. Zwei Erdenbürgerinnen müssen sich für die Königin auf den Weg machen, um ihr das Glück zu bringen. Doch wie soll das Glück gefunden werden und kann man es einfach so abgeben? Anschließend präsentiert die Tanztheater AG des Goethe-Gymnasiums eine weitere Ausgabe von „Tanz was du kannst“, heuer mit dem Untertitel „verkehrt herum umgedreht“. In einem kreativen Schaffensprozess haben sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema „Gegensätze“ in Form von Bewegung und Tanz auseinandergesetzt.

Schon immer waren auch junge Leute von anderen Schulen mit im Publikum – bei freiem Eintritt und der Möglichkeit beim Zuschauen etwas zu trinken oder zu essen. Diese Zwanglosigkeit soll auch Schülerinnen und Schüler, die bis dahin mit dem Thema Schauspiel und Bühne noch nicht in Berührung gekommen waren, begeistern und an das unmittelbare Erlebnis einer Theateraufführung heranführen.
Wie schon in den vergangenen Jahren verkauft das Team des „Donaustrudl“ bei den „Regensburger Tagen der Schülertheater“ wieder Getränke. Mit dem Erlös werden wichtige soziale Projekte der beliebten Straßenzeitung finanziert. Der Speisenverkauf trägt zur Kostendeckung der eintrittsfreien Veranstaltungsreihe bei.
Das Programm der Schülertheatertage ist in der Tourist Information im Alten Rathaus, beim Kulturamt und an vielen städtischen Auslagestellen erhältlich. Und: im Internet nachzulesen unter www.regensburg.de/kultur.
Fotokredit: Veranstalter