Der Kulturpreis und die Kulturförderpreise 2019 wurden verliehen!

on Tuesday, 06 August 2019. Posted in Kultur

Die Auszeichnungen wird Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer den Preisträgern im Rahmen des Künstlerempfangs am 22. Oktober 2019 überreichen.

Der Kulturpreis und die Kulturförderpreise 2019 wurden verliehen!

In seiner Sitzung am 25. Juli 2019 hat der Stadtrat über die Vergabe städtischer Medaillen und Auszeichnungen entschieden. Den mit 10000 Euro dotierten Kulturpreis 2019 erhält der in Regensburg lebende Journalist und Autor Thomas Muggenthaler für sein Lebenswerk. Die Kulturförderpreise der Stadt Regensburg 2019 zu je 2.500 Euro werden vergeben an Katharina Claudia Dobner, Alexander Rosol und Johannes Molz.

Kulturpreis
Den mit 10000 Euro dotierten Kulturpreis 2019 erhält der in Regensburg lebende Journalist und Autor Thomas Muggenthaler für sein Lebenswerk. Muggenthaler, geboren 1956, studierte Politikwissenschaften und Soziologie an der Universität Regensburg. Muggenthaler arbeitet mit allen Formaten der medialen Öffentlichkeit. In TV und Radio, in filmischen Arbeiten und durch Buchveröffentlichungen hat er wichtige Beiträge zur Aufarbeitung der NS-Zeit in Niederbayern und der Oberpfalz geleistet – meist mit dem Fokus auf Regensburg. Die Wirkung seiner Arbeit reicht jedoch auch in die deutsche Medienlandschaft und das europäische Ausland. Thomas Muggenthalers Beiträge befassen sich etwa mit der Jüdischen Geschichte, der NS-Zwangsarbeit, dem Widerstand gegen Hitler und dem KZ Flossenbürg. Seit den 1980er-Jahren ist Thomas Muggenthaler für den Bayerischen Rundfunk tätig. Im Rahmen der aktuellen Berichterstattung hat er zum Erhalt des Velodroms beigetragen, das KZ Außenlager Colosseum in Erinnerung gerufen und umfangreich über die Gestapo-Zentrale im Minoritenweg 1 recherchiert. Sein intensives Engagement für die Erinnerungsarbeit ist persönlicher und journalistischer Natur. Großes Feingefühl und Professionalität zeichnen seine Arbeit für die Gedenkkultur in Ostbayern und der Stadt Regensburg aus.
Aus dem Statement der Kulturpreis-Jury:
„Thomas Muggenthalers Filme, Reportagen, Recherchen für Radio und Printmedien tragen seit vielen Jahren zum guten Ansehen der Stadt Regensburg bei. Besonders hervorzuheben sind hierbei die außergewöhnlichen filmischen Arbeiten, seine Radioreportagen und Buchveröffentlichungen. Die Filme „Todeszug in die Freiheit“, „Überall war der Tod“ und „Verbrechen Liebe“ zeichnen sich in hervorragender Weise aus durch ihre besondere Recherchegenauigkeit, die Entdeckung und Sicherung von vielen fotografischen Belegen, auch von historisch wichtigen Original-Filmaufnahmen.
Muggenthalers Filme bespiegeln neben seiner filmischen Sicherung und Aufarbeitung historischer Ereignisse in und um Regensburg auch das zeitgenössische mediale Kulturschaffen der Stadt Regensburg. Thomas Muggenthalers Filme sind Werke der zeitgenössischen und dokumentarischen Filmkunst. Sie sind in besonderem Maße auszeichnungswürdig.“
Thomas Muggenthaler hat ein herausragendes Lebenswerk geschaffen. Er hat das kulturelle Leben der Stadt Regensburg durch seine dokumentarische Arbeit und sein künstlerisches Wirken maßgeblich bereichert. Die große städtische Auszeichnung stellt eine angemessene Würdigung seines langjährigen bedeutsamen Schaffens dar.

Kulturförderpreise
Katharina Claudia Dobner erhält den Kulturförderpreis für ihr künstlerisches Wirken.
Katharina Claudia Dobner wurde 1981 in München geboren. Sie studierte an der renommierten Kunsthochschule Berlin Weißensee und absolvierte dort eine umfassende künstlerische Ausbildung im Fachgebiet Kostüm- und Bühnenbild. Ihre Diplomarbeit absolvierte sie an der Schaubühne in Berlin. „Ihre Liebe zu Farbe, Form und Material besticht. Ihre Kenntnisse von Hintergrundwissen und Zusammenhängen erfreuen.“ (Simone Wolter, Kunsthochschule Berlin.) Schon zu Akademiezeiten wurde die Künstlerin als Assistentin für Produktionen an namhaften Häusern im In- und Ausland engagiert, unter anderen am Staatstheater Meiningen, am Théâtre national de Bordeaux en Aquitane, am Teatro stabile die Torino, am Berliner Ensemble, an der Wiener Volksoper, am Theater Dortmund, den Münchner Kammerspielen und an der Volksbühne in Berlin. Seit 2011 lebt und arbeitet Katharina Claudia Dobner als freischaffende Künstlerin in Regensburg. Als Bühnen- und Kostümbildnerin beeinflusst sie in spannender Weise die Eigenproduktionen am Regensburger Turmtheater. Von hoher künstlerischer Qualität sind des Weiteren ihre Engagements für das Metropoltheater und das Volkstheater in München, das Apollo-Theater in Siegen, das Altstadttheater in Ingolstadt oder das Junge Theater Augsburg. Ihre freien Arbeiten waren etwa in der Sigismundkapelle, im Kunst- und Gewerbeverein oder der Regensburger Sparkassen-Zentrale zu sehen und erleben. Als Dozentin an der Akademie für Gestaltung Regensburg gibt sie ihr Wissen im Bereich Bühnen- und Kostümbild an den Nachwuchs weiter.
Eine große Neugierde und Offenheit – am Ausprobieren und Experimentieren, am Lernen und Entwickeln – zeichnen Katharina Claudia Dobners Arbeit aus. Mit Aufgeschlossenheit und dennoch kritischem Blick kreiert sie erfindungsreiche Arbeiten für die Bühne, für Performances oder für freie Arbeiten. Ihr Schaffen besticht durch Kreativität und Pioniergeist, stets beschreitet sie neue Wege. Mit ihrer mutigen und innovativen Arbeit bereichert sie die hiesige Kulturszene wesentlich.

Alexander Rosol wurde 1982 in Regensburg geboren und absolvierte sein Studium der Kunsterziehung und Anglistik an der Universität Regensburg. Seit 2011 lebt er in seiner Heimatstadt als freischaffender Künstler. 2014 bis 2016 war Alexander Rosol Förderkünstler der Kunst- und Kulturstiftung Oswald Zitzelsberger mit einem Atelier im Künstlerhaus Andreasstadel, seit 2015 ist er Mitglied im BBK Niederbayern/Oberpfalz. Die produktive Zusammenarbeit mit anderen Künstlerkollegen findet sich wiederkehrend in Alexander Rosols Schaffen. Mit dem Regensburger Fotografen Christoph Gabler entwickelte und zeigte er das bemerkenswerte Projekt „Konex“ in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel und im Depot in Pilsen. In großen Formaten fertigte Gabler Portraits von Regensburger Persönlichkeiten an. Die Abzüge wurden – bis auf die Augenpartie der Personen – von Rosol übermalt.
2017 gewann Alexander Rosol den 1. Preis der REWAG-Kulturstiftung, ebenfalls für eine Kooperationsarbeit. Gemeinsam mit Nico Sawatzki gestaltete Alexander Rosol eine beeindruckende Wandarbeit im öffentlichen Raum. Mit Sprühlack und Farbe zeigt die großformatige Arbeit an der Fassade eines Parkhauses die abstrakte Darstellung der Regensburger Silhouette. Auch in seiner Mixed-Media-Werksreihe „Statt-Sicht“ zeigt Rosol seit 2013 prägnante Stadtsilhouetten, die an Regensburg erinnern. „Doch ist der Dom in diesen Kompositionen nur eine Bildmontage aus Kränen und anderen industriellen Formen und Strukturen.“, so Falko Gaulke, Künstlerhaus Andreasstadel. Zusammengesetzt sind die Architekturfragmente von überall her. „Fassaden werden Plätze, Kräne werden zu Dom-Türmen“. (MZ vom Juli 2018). Rosol konzipiert in seinen Arbeiten den strukturalen Zusammenhang architektonischer und industrieller Elemente und Formen – und thematisiert dabei die Frage, wie urbane Räume konzipiert sind. Urbane Landschaften, die durch digitale Fotomontage, Sprühlack und Ölfarbe auf Leinwand entstehen: Die 2018 ausgestellte Bilderserie „Bodennullpunkt“ zeigt ebenfalls jene Stadtutopien. Je nach Größe der Arbeiten werden teilweise mehrere hundert Fotografien und Versatzstücke übereinander gelagert, schichtenweise Farbe liegt auf den erstaunlichen Hybrid-Kunstwerken übereinander. Schließlich werden die Bilder in einem analogen Überarbeitungsprozess mit Öl und Sprühlack fertiggestellt. Die neueste Serie „Light:Room“ greift die Thematik dieser Arbeiten auf und überführt sie in Form von Lichtobjekten in eine dreidimensionale Räumlichkeit.
Rosols Arbeiten waren unter anderem in der TechBase, der HypoVereinsbank, im KunstvereinGRAZ, in der der Hamburger Galerie Man and the City sowie auf den Kunstmessen Stroke Art Fair und der ARTMUC in München, Contemporary Art Ruhr in Essen und der Kunstmesse Leipzig zu sehen. Mehrere Arbeiten finden sich auch im öffentlichen Raum. Immer wieder setzt Rosol mit seinen Werken innovative Impulse für das regionale Kunstschaffen, er trägt maßgeblich zu dessen Weiterentwicklung bei. Der Kulturförderpreis wird ihm für sein künstlerisches Schaffen verliehen.

Johannes Molz erhält den Kulturförderpreis für sein Wirken im Bereich Musik und Literatur.
Seit vielen Jahren ist Johannes Molz, 1982 in Straubing geboren, in der Regensburger Kulturszene gleich auf mehreren Ebenen aktiv. Er studierte Anglistik und Informationswissenschaften in Regensburg, schloss seine freie Promotion in Anglistik an der LMU im Jahr 2019 ab. 2018 erhielt er für seine künstlerische Arbeit das Stipendium der Prof. Dr. Julius Neumüller Stipendienstiftung. Johannes Molz‘ Hauptprojekt ist das 2015 begonnene musikalisch-literarische Mischprojekt namens „null“, für das der Künstler Bücher schreibt und zu jedem Buch ein Album mit Songs veröffentlicht. Auf der Bühne ist er für dieses Projekt mit Baritonakustikgitarre, einer Loop-Station und seinem Buch unterwegs.
Live und im Studio ist Molz in zahlreichen Bands in den musikalischen Bereichen von Jazz, Pop, Klassik und Metal aktiv. Als Bassist des bekannten Universal-Musikers Matthias Kellner konnte Molz in beinahe 400 Konzerten in ganz Europa internationale Bühnen- und Tournee-Erfahrung sammeln. In seinem Studio produziert Johannes Molz lokale und überregionale Musikerinnen und Musiker wie Die Nowak, Andreas Dombert, Desmond Mayers oder Josef Menzl. 2018 steuerte Molz die Musik für die Uraufführung der Produktion „Yoda ich bin! Alles ich weiß“ am Theater Regensburg bei. Zudem komponiert Johannes Molz Soundtracks für Filme und Games. Molz organisiert und moderiert in Regensburg den Songwriter-Wettbewerb Song Slam in der Alten Mälzerei. Er ist erster Vorstand des Vereins 8Tracksessions e.V., der kostenlos Videos und Mitschnitte von Live-Auftritten für junge Regensburger Bands dreht und diesen damit ermöglicht, sich einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Molz hat mit seinen Kolleginnen und Kollegen des Vereins eine, wie er es selbst beschreibt, „Musikerselbsthilfegruppe“ geschaffen. Molz kümmert sich für die Initiative um die Aufnahmen, den Mix, das Master, die Logistik und die Organisation sowie um die Öffentlichkeitsarbeit.
Seine langjährige Erfahrung im Bereich der Musik gibt Johannes Molz auch an junge Studierende und Nachwuchskünstlerinnen und -künstler weiter: Am Institut für Medieninformatik und Medienwissenschaften der Universität Regensburg, an der OTH sowie am Regensburger Music College lehrt Johannes Molz, wie sich mit dem Laptop Musik Schreiben und Programmieren lässt. Johannes Molz leistet durch sein vielseitiges Schaffen einen wichtigen Beitrag für die lebendige regionale Kulturszene und trägt maßgeblich zu ihrer Förderung und Weiterentwicklung bei. Sein großes gesellschaftliches Engagement äußert sich in zahlreichen Benefizkonzerten, in Workshops, ehrenamtlichem Unterricht und Förderkursen, in der Unterstützung von jungen Musikerinnen und Musikern durch Beratung und Organisation sowie durch Lehrvideos für Gitarristen, Bassisten und Sänger.
Der Kulturpreis und die Kulturförderpreise werden von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer im Rahmen des Künstlerempfangs am 22. Oktober 2019 an die Preisträger überreicht.
Fotokredit: BR/Markus Konvalin