„Filmfest Regensburg“ ab 2020 mit neuem Namen! Aus „Heimspiel“ wird „Transit“

on Tuesday, 09 June 2020. Posted in Film, Kultur

7. Oktober. bis 22. November in drei Einzel-Events in den Kinos im Andreasstadel und im Ostentor-Kino

„Filmfest Regensburg“ ab 2020 mit neuem Namen! Aus „Heimspiel“ wird „Transit“

Nach einer erfolgreichen zehnten Jubiläumsausgabe mit Besucherrekord im November 2018 hat Gründer und Festivalleiter Dr. Sascha Keilholz Regensburg verlassen, um die Direktion des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg zu übernehmen. Nach der Übergangsausgabe 2019 trägt ein ehrenamtliches Team aus jungen Filmbegeisterten, Medienwissenschaftlern und Studierenden unter der Leitung von Chrissy Grundl die kuratorische Vision des Festivals in die Zukunft: Ab 2020 wird das Transit Filmfest innovative, maßgebende und kontroverse Produktionen in die Regensburger Kinos bringen! Als Paradigma für Transformation und Veränderung steht der „Transit“ für die Chance, alte Wahrheiten zu überdenken und neue Perspektiven zu eröffnen. Das Kino wird zum Transportmittel: Nach dem Film steigt im Idealfall eine Person aus dem Kinosessel, die ein kleines Bisschen anders ist als diejenige, die sich hineingesetzt hat. Das müssen nicht vordergründig „politische“ Filme sein, sondern solche, die ästhetisch, inhaltlich oder narrativ neues Terrain betreten und sich auch auf Pfade jenseits etablierter Mainstreamkino- Erfolgsrezepte wagen. Die Entscheidung zur Namensänderung fiel bereits im vergangenen Jahr. Damals konnte niemand absehen, dass wir alle uns bald ganz real in einem andauernden "Transit", einer langen Phase des Übergangs und der Unsicherheit befinden würden. Covid-19 hat einen gesellschaftlichen Ausnahmezustand hervorgerufen, der auch für die Kino- und Festivalbranche ungeahnte Ausmaße angenommen hat. Das Transit Filmfest plant keine Übersetzung der bisherigen Festivalstruktur in eine reine Online-Version. Kino ist für uns mehr als eine hosenpflichtige Ausweitung des heimischen Sofas. Kino ist ein Sehnsuchtsort, der uns etwas zu bieten hat: Als ein Ort des Eintauchens, des Fühlens und Nachdenkens und des Sozialen. Deshalb arbeitet das Transit-Team an einem Konzept, um die Auflagen in den Kinos mit den Anforderungen von Publikum und Verleihern in Einklang zu bringen.

Das Transit Filmfest begegnet diesem merkwürdigen Jahr 2020 mit der Festivalausgabe INTERMISSION_UTOPIA! Anstelle des gewohnten einwöchigen Filmfestivals finden vom 7. Oktober bis zum 22. November mehrere Einzel-Events statt, die sich inhaltlich mit den vielfältigen und widersprüchlichen Kräften auseinandersetzen, die aktuell auf uns, auf die Welt und auf das Kino wirken. Austragungsort soll neben den Regensburger Programmkinos am Ostentor und im Andreasstadel erstmals auch das Internet sein.
Historische Filmreihe // 07.10. - 18.11.
RETRO_UTOPIA blickt zurück auf große und kleine Möglichkeitsvisionen vom menschlichen Zusammenleben, von alternativen Lebenswelten und künftigen Gesellschaftsformen. Wöchentliche Screenings mit medienwissenschaftlichen Anmoderationen widmen sich Themenkomplexen zwischen Technologie, Arbeit, Macht, Umwelt, race, class und gender. Welche utopischen/dystopischen Versprechen wurden in Filmen aus vergangenen Jahrzehnten verarbeitet? Wie haben sich diese Kategorien und die Dimensionen des Wünschens, Träumens, Wollens und Handelns verändert? Das Transit Filmfest blickt zurück, um aus der langen Pause heraus nach vorne schauen zu können.
Weekender // 19. - 22.11.
CINEMA_UTOPIA bildet das Herzstück der diesjährigen Festivalausgabe: An vier aufeinander folgenden Tagen werden innovative, maßgebende und kontroverse Filme der aktuellen Kino- und Festivalsaison gezeigt. Aus gegebenem Anlass liegt der Fokus in diesem Jahr auf deutschen und internationalen Produktionen, die sich im weitesten Sinne mit Konzepten der Utopie/Dystopie befassen und diese in all ihren emotionalen, ästhetischen, philosophischen und sozio-politischen Manifestationen immersiv und/oder informativ erforschen.
Podiumsdiskussion // 22.11.
Im FORUM_UTOPIA sprechen Filmschaffende, Theoretiker*innen, Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und andere Personen über die neue Realität, in der wir jetzt leben und auf die wir aktuell nicht mehr nur infolge der Coronakrise reagieren müssen. Können Film, Kino und Filmfestivals hierbei etwas leisten? Wie könnte ein möglichst fairer Transit in eine bessere (Kino-)Zukunft aussehen und warum lohnt es sich, dafür zu kämpfen?
Digitales Rahmenprogramm und Online-Screenings:

Kino ist ein Sehnsuchtsort, der uns etwas zu bieten hat. Nicht nur als Ort des Eintauchens, des Fühlens und Nachdenkens sondern auch als hybrider Raum des Sozialen, als Raum der Kommunikation, des andauernden Austausches über Filmgeschichten und Gesellschaft. Obgleich eine reine Online-Übersetzung der bisherigen Festivalstruktur für das Transit Filmest nie infrage kam, erfordert die Extremsituation sinnvolle und kreative Antworten. Neue Formate, formale und ästhetische Öffnungen ins Digitale, virtuelle Q&As mit Filmschaffenden und Branchenvertreter*innen, Texte und Gespräche zur Zeit, zum Kino und natürlich zu den Filmen runden das diesjährige Festivalprogramm ab. Um den im Herbst herrschenden Hygieneauflagen und möglichen Einschränkungen hinsichtlich erlaubter Besucher*innenzahlen in den Kinos begegnen zu können, arbeitet das Transit-Team an der Realisation zusätzlicher Online-Screenings.

Mehr Infos über: https://www.transit-filmfest.de/infos/transit-infos/