Preisverleihung der 25. Internationalen Kurzfilmwoche in Regensburg

on Wednesday, 20 March 2019. Posted in Film, Kultur

Am 20. März erreichte die 25. Internationale Kurzfilmwoche Regensburg mit der Preisverleihung ihren Höhepunkt.

Preisverleihung der 25. Internationalen Kurzfilmwoche in Regensburg

Am Abend des 20. März erreichte die 25. Internationale Kurzfilmwoche Regensburg mit der Preisverleihung ihren Höhepunkt. Eine Woche lang gab es 332 Filme aus 51 Ländern in 160 Einzelveranstaltungen zu sehen. Begleitet wurde das Filmprogramm von Ausstellungen, Workshops und vielerlei Angeboten für Filmemacher. Viele Gäste aus dem In- und Ausland waren extra nach Regensburg gereist, um an dieser bunten Woche teilzunehmen. Der Länderschwerpunkt Japan kam selbst in der Preisverleihung nicht zu kurz. Einen stimmungsvollen Einstieg bot die Live-Vertextung des japanischen Films „I think You are a little Confused“ durch Lisa Weichart. Am Anschluss wurden gleich die Preisträger verkündet. Die Preisträgerfilme sind am 21 März in der Filmgalerie im Leeren Beutel zu sehen. Die Publikumslieblinge werden am 21. März im Ostentorkino und am 22. - 24. März in der Filmgalerie gezeigt. In der Zeit vom 25. - 27. März gibt es als Jubiläumsbonus noch Publikumslieblinge und Lieblinge aus dem Regionalfenster der vergangenen Jahre zu sehen sowie eine Auswahl der besten Preisträgerfilme aus dem Deutschen und dem Internationalen Wettbewerb.

Hier eine Übersicht über die ausgezeichneten Kurzfilme:
Der Hauptpreis im Internationalen Wettbewerb, der BR-Kurzfilmpreis, ging an den Film The Migrating Image von Stefan Kruse aus Dänemark. Die internationale Jury (Ludovic Chavarot, Makino Takashi, Nicolas Khabbaz) zeichnete damit einen Film aus, der “die brutale Realität des Einwanderungsprozesses widerspiegelt; mit Bildern über und von den Einwanderern. Aus verschiedenen Quellen kombiniert, lassen die Bilder den Betrachter über die Realität hinter dem Bild und das Bild hinter der Realität nachdenken”.
Kulturreferent Klemens Unger durfte den Preis der Stadt Regensburg an den Film Prisoner of Society von Rati Tsiteladze aus Georgien vergeben. Die Jury der Jungen (Paul Brunnbauer, Laura Guppenberger, Korbinian Prasch, Daniel Schiller und Jani Sellmann) lobte den Mut des kleinen Produktionsteams bei ihrer Themenwahl und deren ehrlichen und offenen Umsetzung.
Der Candis-Preis im Deutschen Wettbewerb ging an Cat Days von Jon Frickey. Die deutsche Jury (Patrick Holzapfel, Monica Koshka-Stein, Julia Ocker) hob die „brillante und absurde Auseinandersetzung mit Autorität, Erziehung und Identität hervor“. Dieser kurze Animationsfilm zeichnet sich durch eine frische, minimalistische Farbpalette und ein von Japan inspiriertes Design aus.
Den Max-Bresele-Gedächtnispreis erhielt Sylvia Schedelbauer für ihren Film Wunschbrunnen. Die deutsche Jury betonte, dass Wunschbrunnen ein Film voller Sehnsucht sei, die nie ganz oder nur im Kino ausgelebt werden darf, voller
Träume, die wir einst hatten, voller Berührungen, die im Negativbild des Lebens verloren gehen.
Die hochkarätige Architekturjury (Toni Lüdi, Gerhard Matzig und Peter Riepl) befand den Film Fair Grounds von Minhye Chu als besten Film. Der Film überzeuge durch seine „komplexe Einfachheit, ökonomische Herangehensweise und poetische Bildkraft“.
Den FFF-Förderpreis vergeben durch die FFF-Jury (Raphaela Henze, Tom Kimmig, Tobias Krone) erhielt der Film Fame von Lene Pottgießer und Christian Hödl. Intoleranz, Ausgrenzung und die manipulative Macht der vermeintlichen Reality TV-Shows sind Themen, die dieser Film mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors aufgreift, ohne seine fragilen Charaktere bloßzustellen. Regisseurin Lene Pottgießer gelingt es, mit einer eigenwilligen Filmsprache dem Drama von sexueller Identitätsfindung auf dem Land gleichzeitig Witz und Würde zu verleihen. Die FFF-Jury lobte überdies den Film Wildschaden von Marcus Siebler. Es gäbe so viele Filme, die sie gerne hervorgehoben hätten, doch die offizielle Lobende Erwähnung haben sie für die gelungene Verlagerung von Tennessee Williams' Endstation Sehnsucht zur Endstation Petershausen ausgesprochen. Detailverliebt, hervorragend gespielt und atmosphärisch dicht haben Annika Ziegltrum und Regisseur Marcus Siebler mit ihrem Film die Jury überzeugt.
Auch heuer stiftete die Mittelbayerische zwei Preise in Höhe von jeweils 500 Euro. Die Regionalfenster-Jury (Markus Güntner, Kristina Hödl, Markus Wolf) vergab den Regionalfensterpreis an den Film Sehnsucht von Stefan Hahn. Die Jury lobte den Film als klug und leise und hob besonders die technische Umsetzung hervor, welche liebevoll, ausdrucksstark und mit viel Charme und Witz die Situationen und Gedanken widerspiegelt. Der zweite Preis wurde an den Film Im Fluss von Catharina Hamerle und Steffi Sixdorf vergeben. Die Jury lobte den „authentischen Einblick in das Leben auf einem Hausboot auf der Donau, die sympathischen Protagonisten und den direkten und ungeschmückten Blick auf eine alternative Lebensweise“.
Eine lobende Erwähnung erhielt der Film Der Weg zum Wasser von Lukas Ganahl, Marlies Nindl und Andreas Mühlbauer. Laut Jury überzeuge die Reportage aufgrund handwerklicher Perfektion, professioneller Aufbereitung, eines klugen Aufbaus der Information und der gleichzeitigen Einbindung der Zuschauer auf einer emotionalen
Ebene.
Der Kinokneipen-Publikumspreis ging an Jeremy Comtes Film Fauve.
Die Preisträgerfilme sind am 21 März in der Filmgalerie im Leeren Beutel zu sehen. Die Publikumslieblinge werden am 21. März im Ostentorkino und am 22. - 24. März in der Filmgalerie gezeigt. In der Zeit vom 25. - 27. März gibt es als Jubiläumsbonus noch Publikumslieblinge und Lieblinge aus dem Regionalfenster der vergangenen Jahre zu sehen sowie eine Auswahl der besten Preisträgerfilme aus dem Deutschen und dem Internationalen Wettbewerb.
Fotokredit: Veranstalter