Roman Ondak: Based on True Events

on Wednesday, 06 June 2018. Posted in Kultur

Ausstellung des Lovis-Corinth-Preisträgers 2018 im KOG vom 19.5. bis 9.9.2018

Roman Ondak: Based on True Events

Roman Ondaks Ausstellung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie ist seit 2012 die umfangreichste und bedeutendste Präsentation der Arbeit des renommierten Konzeptkünstlers in einem deutschen Museum. Die vom Künstler eigens für Regensburg konzipierte Schau mit Arbeiten aus allen Werkphasen  begleitet die Verleihung des Lovis-Corinth-Preises 2018 an den slowakischen Künstler. Als Ausgangspunkt für seine Kunstwerke nimmt Ondak meist Gegenstände aus dem persönlichen Umfeld. Das Material, Objekte aber auch Erlebnisse, liefert den ersten Impuls, Bekanntes zu überdenken und zu hinterfragen.In diesem Sinn ist auch der Ausstellungstitel zu verstehen: „Based on True Events“. Im Zeitalter der Fake News, alternativen und Post-Fakten ist dieses Versprechen verstörend. Was sind „wahre“ Begebenheiten und wer bestimmt das? Roman Ondaks Konzeptkunst
ging schon immer solchen Fragen nach, nun sind sie aktueller denn je. Für die Ausstellung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg wählte Roman Ondak bekannte Werke aus den letzten Jahren und ergänzte sie mit einigen erst kürzlich entstandenen Arbeiten, die hier zum ersten Mal zu sehen sind.
In dieser Ausstellung setzt sich der slowakische Künstler mit den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Unwägbarkeiten auseinander. Nach wahren Begebenheiten, verheißt der Titel der Schau, doch in unserer Welt der Fake News, alternativen und Post-Fakten ist dieses Versprechen verstörend geworden. Und welchen Abstand zur Realität umschreibt das Wort „nach“? Roman Ondaks Konzeptkunst stellte schon immer solch unbequeme Fragen, nun ist sie aktueller denn je. In Regensburg knüpft er an seinen documenta-Beitrag Observations (1995/2011) an und zeigt erstmals New Observations (1995/2018), beide Serien von Fotografien, die er einem sechzig Jahre alten Lehrbuch menschlicher Kommunikation entnommen hat. Ihrem ursprünglichen Kontext entzogen entpuppen sich die Fotos und Bildunterschriften als pseudowissenschaftlich und ungewollt komisch. Die Rauminstallation Signature (2014) zeigt die geschätzte Schreibmaschine aus Ondaks Kindertagen – zerlegt in fünfzig Einzeltteile. Der Künstler seziert seine Vergangenheit und fügt sie in neuer Form zusammen. Neben bekannten Arbeiten wie dem Film Lucky Day (2006) zeigt die Ausstellung auch neue Meisterwerke wie Perfect Society (2018) und Planets I–X (2016–18). Ausgehend von sehr persönlichen Eindrücken – Objekten wie Erlebnissen – erschafft Roman Ondak Arbeiten, die klug und zugleich universell verständlich und zugänglich sind. Für seine humanistischen Idealen verpflichtete, global gültige Kunst erhält er den Lovis-Corinth-Preis 2018.
Fotokredit: Roman Ondak, After, 2017 Gefundener Feuermelder, 16 x 13 x 8 cm, Courtesy the artist and gb agency, Paris, Foto: © Sebastiano Pellion di Persano