Zwischen Freiheit und Moderne. Die Bildhauerin Renée Sintenis

on Wednesday, 16 October 2019. Posted in Kultur

Ausstellung im KOG vom 12. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020

Zwischen Freiheit und Moderne. Die Bildhauerin Renée Sintenis

Die Ausstellung „Zwischen Freiheit und Moderne. Die Bildhauerin Renée Sintenis“ ist das Highlight des Ausstellungsjahres 2019 im Kunstforum Ostdeutsche Galerie. Mit Renée Sintenis wird nicht nur eine der ersten erfolgreichen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts vorgestellt. Die hochgewachsene Frau im Herrenanzug mit Bubikopf verkörperte zugleich die „Neue Frau“ der 1920er Jahre. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen die lebhaften Tiere aus Bronze, für die Sintenis in ihrer Zeit bekannt. Zu sehen sind auch ihre Mädchenakte, Porträtbüsten, Sportlerdarstellungen, mythologische Figuren sowie einige grafische Arbeiten der Künstlerin. Renée Sintenis (Glatz, Schlesien 1888–1965 Berlin) ist eine der ersten Frauen, die sich professionell der Bildhauerei widmen konnte. Zudem gilt sie als eine der meistfotografierten Damen der Weimarer Republik: Ihre große, schlanke Erscheinung im Herrenanzug mit Bubikopf verkörperte den Inbegriff der „Neuen Frau“ der so genannten Goldenen Zwanziger.
Mit 17 Jahren kam Renate Alice Sintenis nach Berlin. Innerhalb weniger Jahre verwandelte sich hier das Mädchen aus der brandenburgischen Provinz zur mondänen Großstadtkünstlerin und zum gefragten Medienstar. Gut vernetzt in der Kunst und Kulturszene Berlins pflegte sie rege Kontakte u.a. zu Ernst Barlach, André Gide, Rainer Maria Rilke und Asta Nielsen. Ihr Galerist Alfred Flechtheim machte sie mit Sammlern in Paris, London und New York bekannt und vermarktete insbesondere ihre lebendigen Tierfiguren aus Bronze äußerst lukrativ.
Der Stadt, der Renée Sintenis zeit ihres Lebens verbunden blieb, widmete sie ihr bekanntestes Werk – den „Berliner Bären“. In den 1950er-Jahren avancierte das Tier mit den erhobenen Tatzen zur Symbolfigur der Stadt. Seither wird eine kleinere Version bei den Berliner Filmfestspielen als Trophäe vergeben.
Die Regensburger Ausstellung zeigt das OEuvre von Renée Sintenis aus unterschiedlichen Perspektiven. Knapp die Hälfte der rund 100 Exponate sind kleinformatige Tierplastiken – das beliebteste Sujet der Künstlerin. Der „Berliner Bär“ von 1956 stellt ein besonderes Highlight der Schau dar. Weitere Figuren, darunter vor allem Sportlerdarstellungen und Porträts, sowie grafische Arbeiten machen die breite Fülle ihres Schaffens sichtbar.
Neben Werken aus der eigenen Sammlung sind bedeutende Leihgaben zu sehen. Das KOG dankt der Sammlung Karl H. Knauf, Berlin; den Staatlichen Museen zu Berlin, Nationalgalerie; dem Georg Kolbe Museum, Berlin sowie LETTER Stiftung, Köln, für die Unterstützung des Projekts durch großzügige Leihgaben.

Führungen durch die Ausstellung jeden So ab dem 13.10., jeweils 15 Uhr
Private Führungen individuell buchbar, Reservierung unter 0941/297 14 0
Mittagspause im Museum. Freie Kurzführungen
Mi 23.10., 6.11., 20.11., 4.12., 18.12., 8.1., jeweils 13 Uhr
Fotokredit: Bernd Sinterhauf, Berlin - Renée Sintenis, Berliner Bär, 1956, BronzeSammlung Karl H. Knauf, Berlin© VG Bild-Kunst, Bonn 2019