Fünf Fragen an… Alan Parsons

on Wednesday, 24 April 2019. Posted in Musik

Alois C. Braun sprach für „er-em-online“mit dem Mann, dessen Karriere einst in den Abbey Road Studios mit den Beatles und Pink Floyd begann.

Fünf Fragen an… Alan Parsons

15 Jahre sind vergangen, seit er mit „A Valid Path“ sein letztes Studioalbum veröffentlicht hat. Nun ist Alan Parsons mit „The Secret“ und neuem Material zurück. Die 11 Songs werden wohl nicht nur die Fans überzeugen. Es finden sich Elemente aus fast der gesamten Karriere des Musikers auf der CD – verarbeitet in hochkarätigen und melodiösen Liedern. Auch diesmal sind bekannte Musiker als Gäste zu hören: Steve Hackett (Genesis), Jason Mraz und Lou Gramm (Foreigner) arbeiteten mit Parsons zusammen. Alois C. Braun sprach für „er-em-online“mit dem Mann, dessen Karriere einst in den Abbey Road Studios mit den Beatles und Pink Floyd begann.

Er-em-online: „The Secret“ klingt sehr geschlossen, obwohl viele unterschiedliche Elemente zu hören sind. Wurden die neuen Songs über einen längeren Zeitraum geschrieben oder entstanden sie extra für dieses Album?
Alan Parsons: Nachdem ich den Vertrag mit Frontiers Records unterschrieben hatte, begannen wir an der CD zu arbeiten. Das heißt, alle Songs entstanden auch erst, nachdem der Vertrag fix war. Geschrieben haben wir die Lieder in den unterschiedlichsten Kooperationen. Insgesamt dauert die Arbeit am Album etwa ein Jahr.

Er-em-online: Mit Steve Hackett, Jason Mraz und Lou Gramm hast du wieder bekannte Gastmusiker am Start. Wie suchst du diese Leute aus?
Alan Parsons: Das kommt meistens direkt aus der Inspiration. Wenn ich etwa an einem Song arbeite, bei dem ich mir einen Rocksänger vorstelle, dann kommt mir gleich ein Name in den Sinn. So war es bei Lou Gramm. Ich habe ihn dann kontaktiert, ihm das Demo geschickt und er hat zugesagt. Aufgenommen hat er seine Vocals in New York. Ich saß dabei in meinem Studio und habe online zugehört. Leider habe ich Lou bisher nicht persönlich getroffen.

Er-em-online: Habt ihr alles über solch große Distanzen aufgenommen?
Alan Parsons: Nein, die Basics haben wir alle zusammen in meinem eigenen Studio aufgenommen. Erst dann kamen ein paar Overdubs. Jason Mraz hat seine Vocals in Dallas und Lou, wie gesagt, in New York eingesungen. Der Opener des Albums, „Scorerer‘s Apprentice“ ist sehr orchestral. Diese Arrangements wurde im Hybrid Studio in Santa Anna produziert.

Er-em-online: Wie gehst du grundsätzlich vor, wenn du neue Songs produzierst und arrangierst? Hast du da sofort eine klare Vorstellung des Sounds im Kopf?
Alan Parsons: Der Aufnahmeprozess ist meistens eine Serie von Experimenten. Man versucht dies und das, bis sich ein Ergebnis abzeichnet. Wichtig ist die Struktur eines Songs, die muss absolut stimmen. Wie klingt das Intro? Wo platzierst du den Chorus? Wie viele Refrains soll das Lied haben? Ich liebe diesen Teil des Aufnehmens. Es ist immer wieder aufregend zu sehen, wie aus einem Lied eine Aufnahme wird.

Er-em-online: Du hast in deiner Karriere auch sehr erfolgreich andere Künstler produziert, etwa den Hit „Music“ von John Miles. Ich habe mir aber Steven Wilson herausgepickt. Wie war es mit ihm an „The Raven That Refused To Sing“ zu arbeiten?
Alan Parsons: Bei dieser Produktion war ich etwas weniger involviert, als bei meinen anderen Producer-Jobs. Steven ist ja selbst ein hochtalentierter Musiker und Produzent, deshalb fungierte ich bei diesem Album mehr als Soundingenieur, denn als Produzent. Er wollte bei den Aufnahmen hauptsächlich jemanden haben, der bereits in den 70ern und 80ern dabei war und sehen, wie ich an die Sache herangehe. Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht mit ihm zu arbeiten.
(acb / Fotokredit: Simon Lowery)

„The Secret“ erscheint am 26. April bei Frontiers Records. Am 24. Juni tritt Alan Parsons im Münchner Circus Krone auf.