AngelHeaded Hipster – The Songs von Marc Bolan & T Rex

on Thursday, 30 April 2020. Posted in Musik

Ein außergewöhnliches Tribute-Album für einen der großen Rockkomponisten und die letzte Produktion von Hal Willner

AngelHeaded Hipster – The Songs von Marc Bolan & T Rex

Mit „AngelHeaded Hipster” kündigt sich ein besonderes Tribute-Album an, dass am 4. September veröffentlicht wird. Mit 26 Songs wird das Schaffen von Marc Bolan gewürdigt. Bolan gilt als einer der größten britischen Künstler aller Zeiten und beeinflusste das Schaffen von David Bowie bis hin zu Johnny Marr. Marc Bolans Blütezeit waren die späten 60er und die 70er Jahre: er galt als bestverkaufter Einzelkünstler seit den Beatles und Initiator des Glam Rock. Er starb 1977 im Alter von nur 29 Jahren nach einem Autounfall in Barnes, doch sein Ruf ist seitdem immer weiter gewachsen. 50 Jahre nach Erscheinen des ersten Albums wurden T.Rex-Album in die „Rock’n‘Roll Hall Of Fame“ aufgenommen und zahlreiche von Bolans illustren Fans haben sich versammelt, um ihrem Idol Tribut zu zollen. Für „AngelHeaded Hipster“ haben Stars wie Elton John, U2, Joan Jett, Nick Cave, Peaches und Marc Almond, einige seiner größten Hits neu interpretiert und aufgenommen, darunter „Jeepster“, „Bang A Gong (Get It On)“ und „Ride A White Swan“. Das Album entstand unter der Leitung des Musik-Veteranen Hal Willner, dem der Ruf vorauseilte, mit verschiedenen Künstlern Alchemie zu betreiben. Tragischerweise verstarb er am 7. April an COVID-19 und hinterließ eine endlose Reihe liebevoller Hommagen all derjenigen, die mit ihm gearbeitet hatten und ihn kannten. Er produzierte ebenfalls gefeierte Tribute-Alben großer Komponisten wie Nina Rota, Thelonious Monk, Kurt Weill und Charles Mingus. Vor seinem Tod erklärte er, warum er Bolan in diesen Kreis aufgenommen hatte: „Ich bin in diesen Künstler eingetaucht, indem ich mir alles anhörte, mit Experten und Fans sprach, seine Kritiken und Interviews recherchierte. Dabei fand ich heraus, dass über Bolan kaum jemals als ‚Komponist‘ gesprochen wurde. Es ging nur darum, was für ein großartiger Rocker und wie innovativ er war, dass David Bowie sein Wesen übernommen hatte und Bolan in dessen Schatten stand... Also habe ich mit ihm dasselbe wie mit den anderen Komponisten gemacht, mit denen ich mich zuvor beschäftigt hatte. Ich wollte den Komponisten Bolan zeigen, mit Hilfe unserer zeitgenössischen Künstler aus verschiedenen Welten, die man sonst selten gemeinsam an einem Ort trifft.“
Rachel Fox, Supervising Producer von „AngelHeaded Hipster“ und langjährige Mitarbeiterin von Willner, sagt: "Hal hatte eine einzigartige Vision von Marc Bolans Musik und die Arbeit an ‚AngelHeaded Hipster‘ machte ihm viel Spaß. Der vorzeitige Verlust unseres geliebten Freundes und unersetzlichen kreativen Motors brach uns das Herz. Hal, der ‚AngelHeaded Hipster‘ als sein ‚White Album‘ bezeichnete, wollte unbedingt, dass alle diese wunderschönen Songs hören und wieder über Bolan und T.Rex nachdenken. Dieses Album ist ein Zeugnis von Hals Geist.“
Das Ergebnis ist wahrhaft verblüffend. Vorab ist mit „Cosmic Dancer“, interpretiert von Nick Cave, der erste Song aus dem Album Ende April veröffentlicht worden. Er erzählt von Bolans kreativer Geburt, wobei er gleichzeitig über seine Sterblichkeit nachdenkt und ein Künstler über die Generationen hinweg mit einem anderen spricht. Und die Höhepunkte des Albums reihen sich dicht und schnell aneinander. Jeder Interpret hat seinen „Lieblings-Marc“ gefunden, sei es auf den brennenden, majestätischen Popstar-Alben "Electric Warrior" und "The Slider", beim Rückblick auf seine Tage mit Steve Peregrin Took in Tyrannosaurus Rex (dem Vorgänger von T.Rex, in dem Bolan seine Folk-Phase und das elektrisches Erwachen auslebte) oder beim Nachdenken über seine späteren Platten und sogar den Comeback-Hit „I Love To Boogie“ aus dem letzten Album "Dandy In The Underworld" von 1976. Peaches hat in Berlin „Solid Gold, Easy Action” elektronisch neu bearbeitet und aufgenommen und dennoch die Rockabilly-Coolness des Originals bewahrt. In New Orleans feierten U2 ihr Teenager-Idol mit „Bang A Gong (Get It On)“ und wurden dabei von Elton John am Klavier begleitet – fast 50 Jahre nachdem er Marc 1971 bei „Top Of The Pops“ traf. Trombone Shorty ist auf diesem Song ebenfalls zu hören. Father John Mistys sengendes „Main Man“ ist eine üppige, aber dennoch zärtliche Version des spacigen Tracks vom "The Slider"-Album.  Und Kesha exorziert auf einem leidenschaftlichen, schweren „Children Of The Revolution“ Dämonen.
Willner arbeitete mehrere Jahre lang auf mehreren Kontinenten an „AngelHeaded Hipster“: es gab musikalische Sessions in New York, Los Angeles und New Orleans bis hin zu London, Paris und Berlin. Auf dem Album sind als besondere Gäste Donald Fagen, Mike Garson, Bill Frisell, Wayne Kramer, Van Dyke Parks und Marc Ribot zu hören sowie  Arrangements von Thomas Bartlett, Steven Bernstein, Eli Brueggemann, J.G. Thirlwell und Steve Weisberg. Jedes Stück offenbart einen anderen Teil von Marc und ist eine einzigartige Wertschätzung eines vielseitigen Musikers, Schriftstellers, Dichters und Komponisten.
„AngelHeaded Hipster” ist eine Zeile aus Allen Ginsbergs Gedicht “Howl”: “angelheaded hipsters burning for the ancient heavenly connection to the starry dynamo in the machinery of night….”  Er beschrieb die aufkommende Rock'n'Roll-Revolution infolge von Elvis Presley, eine Lebensessenz, die Marc förmlich in sich aufsog. Marc Bolan starb viel zu jung, doch seine Musik lebt weiter. Sein Platz in der Rock’n‘Roll Hall Of Fame ist ihm sicher und "AngelHeaded Hipster" beweist, dass sein außergewöhnliches musikalisches Erbe durch die Musiker, die ihm folgten, fließt.
AngelHeaded Hipster: The Songs Of Marc Bolan and T.Rex: Tracklisting
1.    Children Of The Revolution - Kesha
2.    Cosmic Dancer - Nick Cave
3.    Jeepster - Joan Jett
4.    Scenescof - Devendra Banhart
5.    Life’s A Gas - Lucinda Williams
6.    Solid Gold, Easy Action - Peaches
7.    Dawn Storm - Børns
8.    Hippy Gumbo - Beth Orton
9.    I Love To Boogie - King Khan
10.    Beltane Walk - Gaby Moreno
11.    Bang A Gong (Get It On) - U2 feat. Elton John
12.    Diamond Meadows - John Cameron Mitchell
13.    Ballrooms Of Mars - Emily Haines
14.    Main Man - Father John Misty
15.    Rock On - Perry Farrell
16.    The Street and Babe Shadow - Elysian Fields
17.    The Leopards - Gavin Friday
18.    Metal Guru - Nena
19.    Teenage Dream - Marc Almond
20.    Organ Blues - Helga Davis
21.    Planet Queen - Todd Rundgren
22.    Great Horse - Jessie Harris
23.    Mambo Sun - Sean Lennon and Charlotte Kemp Muhl
24.    Pilgrim’s Tale - Victoria Williams with Julian Lennon
25.    Bang A Gong (Get It On) Reprise - David Johansen
26.    She Was Born To Be My Unicorn / Ride A White Swan - Maria McKee