Black Smoke

on Saturday, 01 August 2020. Posted in CD, Musik

Black Smoke

Black Smoke

In unserer Reihe „From the vaults“ stellt Peter Geiger für den August einen Longplayer von 1976 vor, der für seine persönliche musikalische Geschmacksbildung einen Meilenstein darstellte. Das Debut einer Soulband, die ihre Scheibe gleich nach dem Release wieder vom Markt nehmen musste, um sie danach mit neuen Namen wieder veröffentlichen konnte. Hier seine Rezension:
Wenn ich gefragt werde, was meine zehn liebsten Soulalben sind, dann gehört diese Scheibe unbedingt dazu. Es zwar eine etwas obskure Veröffentlichung. Weil es Streit wegen des Bandnamens (aus "Smoke" musste "Black Smoke" werden - was sich, weil ‚self titled‘, auch auf den Titel niederschlug) gegeben hatte, musste die erste Version des 1976er-Debüts von "Smoke" vom Markt genommen werden. Davon tauchten in Regensburg beim Horten Bestände auf - wo ich für 0,99 Deutsche Mark (wahrscheinlich) im Jahr 1983 das Album erwarb. Soulmusik war damals für mich ein enormer Einfluss, besonders durch die Regensburger Combo Chocolate Pleasure, die immer bei den Bürgerfesten spielte. Diese US-Band war vom früheren Crusaders-Musiker Wayne Hendeson entdeckt und für sein Label verpflichtet worden. Der gleichermaßen dezidierte wie elegante Funk von Smoke/Black Smoke hat nicht nur mich, sondern auch viele meiner Freunde elektrisiert und auch für den Falsettgesang begeistert. Der Opener "Gotta bad Feeling" überzeugt mit slappenden Bässen und, - wie heißt das immer so schön? - messerscharfen Bläsersätzen! Der Rest von Seite 1, das sind vier Titel, die symphonisch-fließend ineinander übergehen. Bis heute ist das in meinen Ohren (und selbstredend: Auch das Auge hört mit! Fantastisches Cover!) mit das Feinste, was das Genre hervorgebracht hat. Seite 2 erreicht dann leider bei den vier weiteren Stücken nicht mehr diese Klasse. Trotzdem: Ein Meilenstein, zumindest, was meine höchst persönliche Geschmacksbildung anbelangt!