Bruckner

on Saturday, 31 March 2018. Posted in Musik

Bandfeature April 2018

Bruckner

Deutschpoeten und Rebellen. Flüsternde Gitarrenklänge, zwei Stimmen, die in die tieferen Hautschichten dringen, ein blonder Lockenkopf, daneben ein kleinerer, braunhaariger. Gestatten: die Brüder Bruckner. Man sieht Jakob und Matti Bruckner ihre Verwandtschaft vielleicht nicht sofort an, aber man hört sie. Kein Wunder, schließlich haben sie sich sechs Jahre lang ein Stockbett geteilt und schon von Kindesbeinen an gemeinsam Musik gemacht. Die beiden wachsen auf dem oberbayrischen Land fern vom Lärm der Großstadt auf. Trotzdem ist in der Familie Bruckner dank drei älteren Geschwistern immer was los, und man muss Mittel finden sich Gehör zu verschaffen. Jakob, der in seiner Kindheit den Ruf genießt seine Gedanken ausschließlich schreiend zu äußern, bekommt vom musikalischen Vater Wege aufgezeigt dies auf angenehme Art zu tun. So lernen die Brüder wie der Rest der Familie früh Klavier zu spielen und zu singen. In der Pubertät gesellen sich zum Tasteninstrument eine Gitarre und ein Schlagzeug, und das musikalische Genre passt sich der rebellischen Phase an. Die beiden sind bis zum Eintritt Jakobs ins Gymnasium unzertrennlich und beschäftigen sich danach je nach Hormonspiegel mal mehr und mal weniger miteinander. Gegen Ende der Schulzeit wird die nächtliche Stille des väterlichen Musikkellers zur Heimat von Jakobs Melodien. Nirgendwo sonst bietet sich den leisen Tönen von Akustikgitarre und dem gedämpften Klavier so viel Raum. Die Stille wird zum elementaren Bestandteil seiner Musik. Regelmäßig muss er nach nächtlichem Musizieren in der Schule aufgeweckt werden. Als Jakob sich mit Beginn des Studiums in Regensburg von seiner Jugendband trennt, um seinem Soloprojekt nachzugehen, entdeckt er in Matti einen euphorischen Mitstreiter. Der kleine stellt für den großen Bruder alles hinten an und spielt an seiner Seite knapp 200 Konzerte. Sie bespielen große Bühnen vor großen Künstlern wir Mark Forster, Adel Tawil und Christina Stürmer. Und sie nehmen ein erstes Album auf, „Angekommen“ betitelt. Auf Bandcamp wird der Stil als Deutsch-Pop mit Einflüssen von Blues bis Indie, Electro und Jazz umschrieben. Treffend, denn seine Musik schlägt in alle Richtungen aus, diese Vielfalt ist wohl das Besondere an Jakob Bruckner. Dabei ist alles recht gefühlvoll und handgemacht, anspruchsvoll arrangiert mit Melodien, die eingängig und nicht abgegriffen sind. 2017 folgt mit „Berg“ ein EP. Im deutschen Liedermacher Gregor Meyle entdecken die Brüder einen großen Unterstützer: „Die Gebrüder Bruckner machen alles richtig. Authentische Jungs, bewegende Songs und Geschichten. Wir haben sie gerne auf Tour dabei!“ Erst auf seinen Vorschlag denken die beiden über das naheliegende nach und beschließen kurzerhand aus Jakobs Solo- ein Brüderprojekt zu machen. Bruckner klingen nach der vollen Dröhnung Leben, der ewigen Sehnsucht nach dem Ankommen und den vielen Stationen dazwischen – mal unverschämt leicht, mal zutiefst melancholisch, aber niemals traurig wird man mitgerissen auf eine Reise ans Meer, zu unendlichen Sommertagen und dem Glück zu leben. Seit Anfang März sind sie deutschlandweit auf ihrer „Raketentour 2018“, das Hometown-Konzert geht am 14. April im Leeren Beutel über die Bühne. Auf dieser Konzertreise stehen sie nicht allein auf der Bühne, sondern bekommen Unterstützung von Jo am Schlagzeug und Jake am Bass. Und beim Open-Air-Konzert von Gregor Meyle am 5. August auf der Piazza im Regensburger Gewerbeparkt ist Bruckner natürlich auch als Support dabei.
Fotokredit: Bruckner/AESKIMO
Mehr Infos unter http://www.jakobbruckner.de/