Country Dudes

on Tuesday, 26 June 2018. Posted in Musik

Bandfeature Juli 2018

Country Dudes

Ihr Name ist Programm! The Country Dudes! Oder nicht? Doch schon... Aber eigentlich eher nicht... oder? Wer ein Konzert dieses Fünfers aus Burglengenfeld, Schierling und Regensburg besucht, wird sehr schnell feststellen, dass Country als Musikstil im herkömmlichen Sinn nur den kleinsten gemeinsamen Nenner der fünf Mitglieder darstellt, die auch sonst in verschiedenen anderen Bands aktiv sind, und ihre Musik keineswegs darauf reduziert werden sollte. Diese fünf Country Dudes aus der Oberpfalz heißen nicht nur so, die Endzwanziger sind auch echte Freunde. Kennengelernt haben sich Uli Groeben, Max Seelos, Andi Januschke und Stefan Schindlbeck lange vor der Gründung dieser Combo im Sommer 2015, schon während ihrer Ausbildung im Regensburger Music College. Auf Sänger und Bassist Björn Bussler ist Schlagzeuger Seelos über die Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ gestoßen. Dort hatte Bussler 2013 einen respektablen 12. Platz belegt. Das Konzept der Country Dudes wird von ihnen als „old fashioned music mit Punkrock-Attitüde“ umschrieben und besticht durch Country- und Folk-typische Instrumentierung. Neben Tin Whistle, Akkordeon und Melodica stehen Banjo, Mundharmonika und Mandoline im Vordergrund. Dabei bedient sich diese bayrische Boyband im besten Alter zwar einiger Klischees dieser altehrwürdigen amerikanischen Musiktradition – sei es nun musikalisch oder optisch – dreht diese aber einmal ordentlich durch den Ironiewolf, würzt sie mit sympathischem Blödsinn und serviert diese explosive Mixtur sogar in drei Sprachen - Englisch, Deutsch und natürlich Bairisch. Dabei werden niemals nur Schubladen geöffnet, als vielmehr herausgerissen und durcheinander geworfen, denn beim Tauziehen der verschiedenen Einflüsse gewinnt mal die heulende Country-Ballade, mal der hämmernde Punkrock-Knüppel, mal der emotionale Mundart-Song. Neben schlauen und gefühlvollen Eigenkompositionen wie der Gänsehaut-treibenden Ballade „Kumm her und druck mi no amol“ oder dem witzigen „Is des no Country“ stehen enorm variantenreiche Cover-Versionen. Da wird Michael Jacksons „Black or White“ gecovert (selbst der Rap im Mittelteil ist durchweg überzeugend!), „Mumford & Sons“ werden interpretiert und auch die „Old Crow Medicine Show“ von Bob Dylan ist auf ihrer Setlist zu finden. Das Publikum wird quasi Zeuge einer offenkundigen musikalischen Identitätssuche. Das schulterzuckende Fragezeichen biegen die kecken Country Chaoten dabei stets sowohl durch sonore, mehrstimmige Gesangs-Bretter, als auch durch virtuoses Spielen ihrer Instrumente zu einem begeisterten Ausrufezeichen gerade, das sich schmunzelnd selbst die Frage zu stellen scheint: „Is des no Country? Sechs eigene Songs haben es auf ihre erste EP geschafft, die sie im Frühjahr letzten Jahres präsentierten und sicher gibt’s demnächst auch einen Longplayer. Der nächste Auftritt steht allerdings schon fest: am 5. Juli beim „Kare“ in Burglengenfeld.
Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/thecountrydudes/
Fotokredit: Band