Filistine

on Monday, 31 August 2020. Posted in Musik

Bandfeature September 2020

Filistine

Sie kommen aus Neumarkt und spielen seit gut acht Jahren zusammen: Samuel Meier (Vocals & Bass), Om Hari Lasar (Vocals & Guitar) und Jonas Böhm (Drums) sind Filistine. In dieser Zeit haben sie ihren Stil entwickelt und kombinieren dabei unbekümmert Rock, Funk und Soul sowie Jazz und Blues zu ihrem unverkennbaren, eigenen Soundmix. „Gitarre in den Amp gesteckt und keine großen Effekte, ohne Synthi oder Keys“, so beschreibt Gitarrist Om Hari Lasar den Klang der Band in einem Interview mit „kult“ und Sänger und Bassist Samu ergänzt in einem anderen Interview:  „Wir machen einfach die Musik, die wir wollen und haben jede Menge Spaß dabei." Filistine steht für Bühnenpräsenz und Songwriting auf hohem Niveau. Zwischen bluesigen Licks und jazzigen Riffs, inspiriert von den „alten Hasen“ wie Jimi Hendrix und Led Zeppelin, zeichnet sich das Rocktrio aber vor allem durch Tanzbarkeit, Authentizität und Spass beim Spielen aus. So ist es keine Seltenheit, dass breit grinsend auf der Bühne gesprungen wird, während ein wildes Gitarrensolo hinter dem Kopf gespielt wird. Souverän erspielen sich die drei jungen Musiker bereits seit 2012 neue Fans in der ganzen Republik. Mit ihrem 2017 erschienenen Debutalbum „Filosophy“ im Gepäck macht Filistine vor keinen Grenzen halt – seien es musikalische oder geographische. Die elf Tracks des Erstlings, alles eigene Stücke, haben das Feeling eingefangen, für das ihr gitarrenorientierter Sound live steht – auch hier groovt und röhrt es in einem wunderbaren Vintage-Gewand. Nicht umsonst wird dieser oft als Mischung zwischen Jimi Hendrix und frühen Dire Straits bezeichnet. Ist auch kein Wunder, schließlich nennen sie Jimi Hendrix und Mark Knopfler als musikalische Vorbilder. So ist beispielsweise „Lonely room“ ein gelungenes Beispiel dafür, wie sie verschiedene Stilelemente mischen, genauso wie „Dragoran“, ein treibender Bluesrocker. Und das Trio hat sich weiter entwickelt, wie das im Frühjahr 2020 veröffentlichte zweite Album „lofe“ zeigt. Mit diesem Album ist Filistine Großes gelungen. Es zeigt, dass Rockmusik immer noch frisch, unverbraucht und auch modern klingen kann, obwohl sie tief aus der Vergangenheit schöpft. Man erkennt bei allen Songs die Wurzeln des Trios aus Neumarkt, ohne dass sie auch nur ansatzweise etwas kopieren. Diese Band ist eigenständig und rockt unbekümmert, aber ebenfalls mit jeder Menge musikalischer Intelligenz los. Als Beispiel sei nur „Love“ erwähnt. Der Song ist ein grandioses und abwechslungsreiches Abenteuer, das auf knapp sieben Minuten fasziniert. Der fast schon brachiale Bass erinnert etwas an die großen und harten Songs der Stranglers und das Intro geht über in einen Reggae-Rhythmus. Immer wieder kommt Überraschendes, das den Hörer fesselt. Wie gesagt, „Love“ ist nur ein Beispiel aus zehn tollen Songs, die internationale Vergleiche nicht zu scheuen brauchen. Filistine schreiben, von ruhig bis tanzbar, hervorragende Songs, überraschen dazu mit zwei stimmgewaltigen Sängern, die sich Song-weise abwechseln und beherrschen ihre Instrumente par Excellence, sodass sich ein einzigartiger und doch irgendwie klassischer Sound herausbildet. Corona hat ihre Aktivitäten im Frühjahr jetzt nach unten gefahren, doch langsam geht’s auch „live“ wieder los. Mehr Infos unter https://filistine.de
Fotokredit: Band