Fünf Fragen an ….Arthur Theisinger, Inhaber von Power Concerts

on Saturday, 10 October 2020. Posted in Vorschau, Musik, Kultur

Seit September sind die ersten Veranstaltungen unterschiedlicher Art, von Rock bis Comedy, im "Airport" erfolgreich über die Bühne gegangen. Wir fragten bei PC-Chef Arthur Theisinger nach wie er die aktuelle Situation und die künftige Entwicklung sieht.

Fünf Fragen an ….Arthur Theisinger, Inhaber von Power Concerts

Mitte März wurden die Clubs geschlossen und im April kam das „Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August“, das inzwischen wieder verlängert wurde. Im Sommer kamen dann leichte Erleichterungen für die Konzertveranstalter – Konzerte auf dem Gelände von Autokinos, leider nicht in Regensburg genehmigt, und auch im Freien als „Biergarten“-Shows. Natürlich bestuhlt und mit Abstand. Auch die größte Veranstalter-Firma in der Region, Power Concerts aus Burglengenfeld, beteiligte sich daran. Gleichzeitig wurde ein Konzept für Konzerte in Hallen und Clubs entwickelt, bestuhlt mit Abstand und Hygiene-Konzept für die zwei Locations, die Eventhall im Airport in Obertraubling und das VAZ in Burglengenfeld, die PC betreiben. Seit September sind die ersten Veranstaltungen unterschiedlicher Art, von Rock bis Comedy, erfolgreich über die Bühne gegangen. Wir fragten bei PC-Chef Arthur Theisinger nach wie er die aktuelle Situation und die künftige Entwicklung sieht.

1)    Die ersten Konzerte sind erfolgreich abgewickelt worden in beiden Locations. Wie schaut das speziell für die Besucher der Eventhall im Airport erarbeitete Corona-Hygiene-Konzept in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Regensburg aus?
Die Frage ist gar nicht mit ein paar Sätzen zu erklären, da das Konzept relativ umfangreich ist. In der Eventhall Airport haben wir uns für ein Hygiene-Konzept entschieden mit Tischen und Stühlen, hier haben wir nun 270 corona-abstands-bedingte Sitzplätze, momentan sind allerdings nur gesetzlich 200 erlaubt. Durch eine Zugangsbeschränkung und ausreichend Ordnungspersonal an den Eingängen ist gewährleistet, dass die maximale Belegungszahl nicht überschritten wird. Besucher müssen vorab reservieren bzw. gibt es für die Veranstaltungen einen entsprechenden Kartenvorverkauf, dieser erfolgt in Gruppen und tischweise, in 2er / 3er / 4er / 6er und 8er Tische, somit ist sichergestellt, dass nur Personen nach § 2  Abs. 1 Nr. 1 der 6 BayIfSMW oder Gruppen bis zu 10 Personen an einem Tisch sitzen. Die Besucher werden Vorort zu Ihrem reservierten Tisch geführt, hierzu haben wir ein Laufwegekonzept erarbeitet.
Alle Besucher müssen sich entsprechend registrieren über unser Registrierungsfromulare, diese werden vier Wochen aufbewahrt und danach vernichtet. Desweiteren haben wir KEINE Selbstbedienung mehr, Getränke werden serviert und wir haben unsere Karte noch mit Snacks erweitert, es gibt verschiedene Pizzas, Nachos und Toast.
Weitere Hygieneregeln sind:
Es besteht Maskenpflicht für Besucher  solange sie sich nicht an ihren Plätzen aufhalten (Maskenpflicht zum Tisch, zur Toilettte bzw. zum Ausgang). Der Mindestabstand der Gäste von 1,5m ist durch die Tischbestuhlung gewährleistet, Es besteht Maskenpflicht für arbeitendes Personal, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, insbesondere bei Service- und Security-Personal, also sämtliches Personal, das in Kontakt mit den Besucher(innen) kommt.
Aushang der Regeln vor Betreten der Eventhall Airport.
Desinfiziertes Besteck bzw. sichere Reinigung von Gläser und Geschirr.
Bedarfsgegenstände am Tisch werden auf das nötigste beschränkt.
Im Serviceprozess wird darauf geachtet, dass Speisen und Getränke ohne zusätzliche Gefährdung zum Gast gelangen.
Gäste- und Personaltoiletten werden regelmässig gereinigt und desinfiziert, den Gästen und Personal stehen ausreichend Flüssigseife, Einmalhandtücher und Desinfektionsmittel zur Verfügung sowie ein Aushang bezüglich richtigem Händewaschens und die Verhaltensregeln zum Gang zur Toilette bezüglich den Abstandsregeln.
Regelmässige Desinfektion von Türgriffen im Sanitär-, Zugang- und Ausgangsbereich.

2)    Wie wird von den Besuchern das „Tisch“-Konzept angenommen? Halten sich alle daran?
Die Besucher halten sich so gut es geht an die Regeln, auch die manchmal vielgescholtenen Rock- und Metalfans, vorort haben wir aber auch Personal platziert, die die Besucher darauf hinweisen, falls mal die eine oder andere Maske beim Verlassen des Sitzplatzes vergessen wurde.
Da wir nun auch andere Veranstaltungen wie Rock/Metal- und Popmusik machen, also auch Kabarett- und Comedy-Shows, wie z.B. mit Rolf Miller, Roland Hefter oder Maxi Gstettenbauer, haben wir nun auch Besucher erreicht, die noch nicht in der Eventhall im Airport waren und die sind zum größten Teil überwältigt von der Location, und auch von der Tischbestuhlung mit Bewirtung am Tisch. Hier haben sich einige nun schon mit einer Flasche Wein und Nachos oder Pizza verwöhnen lassen und entsprechend die Veranstaltung genossen.

3)    Wie funktioniert das Belüftungssystem, das „L“, das inzwischen zur „AHA“-Regel dazu gekommen ist?
Vor der Veranstaltung und danach wird  die Eventhall entsprechend quergelüftet und anschließend beheizt. Während der Veranstaltung steigt die erwärmte und verbrauchte Luft nach oben und kann über die Öffnungen entweichen, bei Bedarf können wir noch leistungsstarke Abluftventilatoren dazuschalten. Wir haben hier keinen Umluftbetrieb, somit befindet sich immer saubere Luft im Zuschauerbereich.

4)    Gibt es für das VAZ in Burglengenfeld das gleiche Konzept, oder gibt’s hier eine Variation?
Für das VAZ in Burglengenfeld gibt es ein ähnliches Konzept, es unterscheidet sich nur durch eine andere Art der Bestuhlung, hier haben wir dann sogar einen „Aiwanger-Zehner-Kumpeltisch“. Die Besucherzahl ist hier aufgrund der Größe auf 160 Sitzplätze im Saal beschränkt.  Im VAZ gibt es aber auch noch das Foyer, das wir zum Teil mit Ledercouchen, Lederstühlen und Sitzplätzen an Stehtischen bestuhlt haben. Kapazität ist hier bis zu 60 Sitzplätze. Hier können und werden wir kleinere sogenannte „Wohnzimmer-Konzerte“ veranstalten. Unser Kirchenchorleiter Hubert Zaindl fand die Einrichtung und Atmosphäre des Foyers so super, dass er sich ein Klavier auf die Bühne stellen lies und er macht spontan nun einen Sonntags–Jazz-Abend mit verschiedenen Musikern aus der Region.

5)    Ein Blick in die Zukunft: Wie siehst du die Veranstaltungsbranche in einem Jahr?
Eigentlich eine einfache oder auch schwierige Frage, ist immer abhängig von der eigenen Stimmungslage. Momentan glaube ich, dass uns das nächste Jahr die AHA-Regeln noch lange weiter verfolgen werden. Ich hoffe hier nur, dass wir die Besucherkapazitäten, wie im Sport, erhöht bekommen, um entsprechend unter Hygiene-Konzepten dann Veranstaltung mit mehr als 200 Besuchern indoor und 400 Besuchern outdoor durchführen zu können.
Falls dies nicht der Fall ist wird es bald noch mehr ‚Veranstalter- und Club-Leichen‘ geben, da jetzt schon alteingesessene Musikclubs schließen bzw. den Veranstaltungsraum umbauen für anderweitige Zwecke. Je mehr ich davon höre, desto trauriger wird mein Rock´n´Roll-Herz.

Power Concerts hat sich für seine Veranstaltungen folgende  Maxime gestellt: „Gesundheitliche Sicherheit und trotz der Einschränkung soll jeder Besucher sich wohl fühlen, etwas Freude haben und den Alltag für eine paar Stunden vergessen.“ Dem kann man nur zustimmen, denn ohne Konzerte fehlt einfach „was“!
Fotos: Power Concerts/E.Nowak