Fünf Fragen an … Burden of Life

on Friday, 27 March 2020. Posted in Musik

Sänger und Gitarrist Christian „Kötti“ Kötterl stamd für die Antworten zur Verfügung

Fünf Fragen an … Burden of Life

2004 gegründet als Melodeath-Combo zählen BoL inzwischen zu den spannendsten Prog-Metal-Bands der Republik. Vier Jahre nach dem letzten Longplayer „In Cycles“ ist im März ihr viertes Studioalbum auf den Markt gekommen: „The Makeshift Conqueror“. Klar, dass wir hier fünf Fragen an die vier bayerischen Metallisten hatten, die Antworten gab uns Sänger und Gitarrist Christian „Kötti“ Kötterl:

1)    Von einer Melodeath zu Prog-Metal – wie kommt’s zu dieser Entwicklung?
Kötti: Ich denke, dass sich unsere musikalischen Interessen über die Jahre kollektiv in diese Richtung weiterentwickelt haben, und dass eher progressive Musik unser stärkster gemeinsamer Nenner ist. Das war aber nie wirklich beabsichtigt, sondern ist ganz von allein passiert. Wenn du als Songwriter irgendwann mit einem 10-Minuten-Song oder gar der Idee eines Konzeptalbums ankommst, musikalische Leitmotive inklusive, und deine Bandkollegen sind nicht abgeschreckt, sondern im Gegenteil begeistert, dann ist das eine gutes Anzeichen dafür, dass ihr diesen Weg zusammen weitergehen könnt.

2)    Zwischen „In Cycles“ und „The Makeshift  Conqueror“ liegen vier Jahre. Warum diese lange Zeitspanne?
Kötti: Wir sind inzwischen alle mindestens 30 und führen auch ganz „normale Leben“ mit 40-Stunden-Jobs, Partnerinnen etc. Ganz so einfach ist es da nicht mehr die notwendige Zeit aufzubringen. Aber lieber lassen wir uns ein bisschen mehr Zeit und machen es dafür vernünftig, als dass wir es halbherzig zwei Jahre eher unter die Leute werfen. Ganz aufhören ist jedenfalls (noch) keine Option für uns.

3)    Ihr habt im „Slash Zero Studio“ von Hubi Hofmann in Abensberg aufgenommen. Warum in diesem Studio? Wolltet ihr nicht auch mal in einem „bekannteren“ Studio aufnehmen. Hofmann agiert auch als Produzent, zusammen mit Christan Kötterl. Warum hier kein „externer“ Produzent.
Kötti: Zum einen verspricht ein bekanntes Studio nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Zum anderen hat das auch logistische Gründe. Mit Hubi und seinem Slash Zero Studio haben wir einen Topmann quasi vor der Haustür. Wir sind zudem langjährige Freunde und er ist auch immer wieder mal für unseren Livesound zuständig. Es ist außerdem mit Job etc. nicht mehr ganz so leicht sich mal drei oder vier Wochen am Stück frei zu nehmen, um ein Album zu produzieren. Die Entfernung nach Abensberg ist so überschaubar, dass man das auch um das Alltagsleben herum basteln kann.

4)    Wie würdet ihr das neue Album selbst beschreiben?
Kötti: Ich denke, dass es ein weiterer logischer Schritt in unserer Entwicklung ist. Wir haben die Extreme ein weiteres Mal noch deutlicher ausgelotet. Es gibt auf der einen Seite mehr Blastbeats, Tempowechsel und 7-Saiter Gitarren als wir jemals hatten. Andererseits haben wir aber auch mehrere Songs komplett mit Clean Vocals, einen Bossa-Nova Zwischenteil und eine lupenreine Klavierballade. Uns macht es einfach Spaß alles in einen Topf zu werfen, ohne dabei den roten Faden zu verlieren (hoffen wir jedenfalls…).

5)    Ist es schwer für eine Band in der Provinz zu „leben“? Was sind die Pläne für die nächste Zukunft?
Kötti: Ich weiß nicht, ob ich Regensburg als besonders provinziell bezeichnen würde. Klar, eine Metropole ist es auch nicht. Ich denke aber irgendwelche mangelnden Möglichkeiten und Entwicklungen einfach nur darauf zu schieben, wo man lebt, finde ich ein bisschen kurz gedacht. Ich kenne viele Musiker und Bands aus Regensburg und Umgebung, die es durchaus weit über die Stadt- und zum Teil sogar Landesgrenzen hinaus geschafft haben, sich einen Namen zu machen. Vielleicht nicht bis zum Punkt der finanziellen Unabhängigkeit oder der großen Charterfolge (gibt’s noch Charts…?) aber das sollte doch sowieso nie der primäre Antrieb sein.
Wir hoffen, dass „The Makeshift Conqueror“ bei unseren Zuhörern Anklang findet und es ein Ansporn ist eine unserer Liveshows zu besuchen. Davon wollen wir mit dem neuen Material nämlich auch ein paar spielen. Ansonsten natürlich Weltherrschaft, Reichtum und Katzen!


Und der neue Longplayer kommt bei den Fans und der Presse bestens an – genauso wie bei uns. Unser Rezensent aha vergab gleich die Höchstwertung mit sieben Sternen. Hier findet ihr unsere Vorstellung unter: http://www.er-em-online.de/index.php/review/cd/item/the-makeshift-conqueror

Fotokredit: Band