Fünf Fragen an … Doug Aldrich (Dead Daisies)

on Sunday, 10 June 2018. Posted in Musik

Die Dead Daisies spielen am 20. Juli im VAZ Burglengenfeld.

Fünf Fragen an … Doug Aldrich (Dead Daisies)

Nicht nur Kenner in der Region fiebern dem 20. Juli entgegen und werden an diesem Tag ins VAZ nach Burglengenfeld pilgern. Auch in der breiten Masse der Musikfans hat es sich inzwischen herumgesprochen: Konzerte der Dead Daisies sind eine Rockoffenbarung. Pure Energie und Spielfreude sorgen für volle Hallen. Die Allstarband mit Gründer David Lowy an der Gitarre, Drummer Deen Castronovo (ex Journey), Sänger John Corabi (ex Mötley Crüe), Bassist Marco Mendoza (ex Thin Lizzy) und Gitarrist Doug Aldrich (ex Whitesnake, Dio) versteht es auch hervorragend, Titel anderer Bands einzustreuen und sie zu ihren eigenen zu machen. Man höre nur „Fortunate Son“ in der Liveversion oder „Bitch“ von der aktuellen Scheibe „Burn It Down“. Alois C. Braun hatte Doug Aldrich für ein Interview am Telefon.

Doug, wo siehst Du den Grund dafür, dass die Dead Daisies in den letzten Jahren so erfolgreich wurden?
Ich halte es für wichtig, dass wir immer wieder neue Alben veröffentlichen. Aktuell ist das „Burn It Down“ mit dem wir in Deutschland auch in den Charts waren, was uns richtig happy macht. Außerdem waren wir alle mit unseren verschiedenen Bands, mit denen wir gearbeitet haben, immer wieder in Deutschland und haben hier eine große Fanbase, die uns sehen will. Ganz wichtig ist auch, dass wir jeden Tag versuchen, die Show zu etwas ganz Besonderem zu machen. Wir wollen einfach eine gute Zeit zusammen mit dem Publikum haben. Außerdem ändern wir auch täglich die Setlist. Gegen Ende der Show kann es sogar passieren, dass wir spontan Songs tauschen.

„Burn It Down“ ist wieder ein kraftvolles und frisches Rockalbum geworden. Wie entstehen Eure Songs? Schreibt jeder alleine oder entwickelt sich viel in Jams?
Ich denke, der Schlüssel zu dieser Frische ist, dass wir alle mit Ideen ankommen und uns einbringen. Wir arbeiten wirklich gemeinsam an den Songs. Das nimmt auch den Druck von jedem Einzelnen. Ich habe noch nie einen fertigen Song mit zu den Dead Daisies gebracht. Es ist entweder eine Melodie, ein Riff, ein Beat etc., an dem wir dann zusammen arbeiten. Deshalb klingt alles auch immer zu 100 Prozent nach Dead Daisies. Das ist sicher auch ein Grund dafür, dass wir nicht drei oder vier Jahre für ein neues Album brauchen. Wir funktionieren als Team einfach hervorragend, haben tiefes Vertrauen ineinander und sind deshalb auch produktiv. Wir gehen ins Studio, haben tierisch viel Spaß, schreiben Songs und nehmen sie auf – und das wars.

Auf der Bühne habt ihr sichtbar jede Menge Spaß zusammen. Seid ihr auch abseits davon Freude?
Absolut, wir sind echte Freunde! Nach der Show gibt es zwar maximal noch einen Drink zusammen, da unser Tourplan sehr eng ist und wir fit sein müssen. Aber wenn wir während der Tour einen Tag frei haben, dann gehen wir auch zusammen Abendessen. Ich liebe es mit diesen Typen Zeit zu verbringen. Bei anderen Bands mag das anders sein, sie spielen zusammen den Gig und haben ansonsten nicht viel miteinander zu tun. Aber wir sind alle schon sehr lange Freunde. John Corabi etwa kenne ich schon seit meinen Highschoolzeiten.

Immer wieder herausragend sind eure Versionen von Songs anderer Bands. Als Beispiel sei nur CCRs „Fortunate Son“ genannt, den ihr zu eurem eigenen Song gemacht habt. Nach welchen Kriterien sucht ihr die Titel aus?
Die Titel müssen vor allem zu John Corabis Stimme passen, denn der Sänger macht den Song. Durch John klingen die Titel dann auch wie Dead-Daisies-Songs.

Die Dead Daisies touren ja fast permanent durch die Welt. Bist Du auch an den jeweiligen Ländern und Kulturen interessiert und bleibt da auch Zeit für Sightseeing?
Mich interessieren fremde Kulturen sehr und wenn ich Zeit habe, dann schaue ich mir gerne etwas an. Aber wenn wir auf Tour sind, dann ist dafür kaum Zeit. Ab und zu weist uns aber der Promoter auf interessante Sachen hin, die wir uns anschauen. Gerade Deutschland hat ja soviel Geschichte und viele tolle Städte zu bieten. Da meine Frau aus Köln kommt, bin ich dort auch sehr oft, um die Familie zu besuchen.

(Fotokredit: Alois C. Braun)