Fünf Fragen an ….. Thomas Spitzer von der EAV

on Saturday, 30 November 2019. Posted in Musik

Am 14. September ging in der Wiener Stadthalle die über 42 Jahre lange EAV-Bandgeschichte zu Ende. 93 größtenteils ausverkaufte Shows auf der Abschiedstournee 2019 lockten noch einmal über 200.000 Fans und Wegbegleiter in die Konzerthäuser. Auch in der O

Fünf Fragen an ….. Thomas Spitzer von der EAV

Am 14. September ging in der Wiener Stadthalle die über 42 Jahre lange EAV-Bandgeschichte zu Ende. 93 größtenteils ausverkaufte Shows auf der Abschiedstournee 2019 lockten noch einmal über 200.000 Fans und Wegbegleiter in die Konzerthäuser. Auch in der Oberpfalz waren sie auf ihrer Abschiedstournee. Klar, dass wir hier einige Fragen an Thomas Spitzer hatten, den Gründer der Ersten Allgemeinen Verunsicherung.

1) Nach über 40 Jahren ist jetzt Schluss mit EAV – was hat man da für ein Gefühl, wenn man von der Bühne kommt?
Die Gewissheit: Das kann nicht das letzte Mal gewesen sein. Mit welcher Band, von welcher Bühne: Das ist für jeden von uns noch ungewiss.

2) Habt ihr geglaubt, damals Ende der 70er Jahre, dass EAV so lange halten würden? Was ist von dem anarchistischen und linksliberalen Musikrocktheater von damals heute noch relevant.
Das habe ich nicht gedacht. Aber es ist eine große Genugtuung. Vor allem, dass wir am Ende wieder die anfängliche politische/inhaltliche Relevanz erreichen konnten.

3) Ihr wurdet teilweise von Radiosendern boykottiert, habt Anzeigen von politischen Persönlichkeiten Österreichs bekommen. Worum ging es da?
Das eine war "Banküberfall": Es gab einen Polizeipräsidenten, der meinte, dieser Song sei ein Aufruf zur Gewalt. Weiteres Humorunverständnis bewies der Bayerische Rundfunk, als sie "Burli" als Anti-Behindertensong einstuften. Selbst Behindertenverbände reagierten und sagten: "So ein Blödsinn". Es ist klarerweise ein Song gegen Atomkraft - das passte damals aber nicht zum politische Bild. Auf den Index kam auch unser Lied "s'Muaterl", weil der lange Arm der katholischen Kirche weit in die Rundfunkanstalten Österreichs und Süddeutschland reichte. Und die politischen Persönlichkeiten: Weder Waldheim noch Haider waren mit unserer kaberettistischen Interpretation ihrer politischen Vergangenheit oder Gegenwart zufrieden.

4) Ist jetzt endgültig Schluss mit EAV, oder schlummern in den Archiven noch Stücke?
Auch Christus und Lazerus sind auferstanden: Alles zu seiner Zeit.

5) Wie geht es weiter? Gibt es schon Pläne für die Zukunft.
Jede Tür die zugeht öffnet eine neue! Konkret ist noch nichts, aber wir suchen unabhängig von einander nach neuen Herausforderungen. Das Bühnen- und Musikerleben wird sicher fortgeführt.

Vorerst ist aber erstmals „Schluss“ mit einer letzten Veröffentlichung. Am 29. November erscheint mit „1000 Jahre EAV – Der Abschied“ das allerletzte Konzert der Ersten Allgemeinen Verunsicherung, mit welchem im September in der Wiener Stadthalle die über 42 Jahre lange Bandgeschichte mit einer gut dreistündigen Show beendet wurde. Vier Editionen (3CD, BluRay, DVD, Buch-Edition) präsentieren dieses allerletzte Konzert und weitere Inhalte. Besonders die limitierte Buch-Edition ist ein „must have“ für jeden neuen und alten Fan der EAV. 80 neu gestaltete Seiten von Mastermind Thomas Spitzer gewähren ganz besondere Einblicke, Erinnerungen und Enthüllungen zu jedem bislang veröffentlichten Album der vergangenen 42 Jahre. Diese gebundene Edition im Hardcover-Schuber beinhaltet das komplette Abschiedskonzert mit allen Hits und Klassikern auf 3 Audio-CD´s sowie eine Bonus-CD mit den heimlichen Favoriten von Klaus Eberhartinger und Thomas Spitzer eines jeden EAV-Albums.

Fotokredit: Patrick Münnich