Fünf Fragen an …. Tom Preissl von Green Frog Feet

on Friday, 20 September 2019. Posted in Musik

Jubiläumskonzert am 9. November im VAZ in Burglengenfeld

Fünf Fragen an …. Tom Preissl von Green Frog Feet

Mit GREEN FROG FEET feiert eine Punk-Band aus der Oberpfalz, konkret aus Regenstauf, heuer ihr 20-jähriges Bandjubiläum mit einem großen Konzert und einen neuen Longplayer. Klar, dass wir hier fünf Fragen an Tom Preissl hatten, den Sänger von GFF, wie sich die Band auch kurz nennt.

Wenn ihr zurück blickt, wie war das – von einer kleinen Band aus der Oberpfalz ganz nach vorn zu rocken und jetzt gut 800 Konzerte, gespielt in ganz Europa,„auf dem Buckel“ zu haben. Wär’s leichter gewesen, wenn ihr aus einer Metropole gekommen wärt?
Gute Frage, welche ich auch ganz klar mit Ja beantworten kann. Wären wir in einer der Metropolen - Berlin, Hamburg, Köln oder München - gegründet worden bzw. hätten dort unsere Basis, dann wäre es eine ganz andere Hausnummer geworden. In diesen Grossstädten gibt es einfach eine viel besser vernetzte Szene als hier in Regensburg und Umland, mehr Medien, mehr Bands, mehr Clubs, mehr Kontakte, mehr Industrie und, und und. Es ist auch enorm schwer bekannte internationale Acts nach Regensburg zu holen. Mit dem Gebietsschutz der Booking-Agenturen überlegen diese genau, wo sie die Shows buchen. Wenn diese zwischen München, Nürnberg und Regensburg auswählen müssen, wird sich kaum einer für Regensburg entscheiden. Egal wo man spielt, Regensburg findet eigentlich keinerlei Beachtung in der deutschen Musiklandschaft. Ich sage jetzt nicht, dass es unmöglich ist in der 1. oder 2. Liga mitzuspielen, dennoch macht es das Musikmachen in einer Metropole wesentlich einfacher. Aber dennoch finden wir Regensburg viel viel schöner, als all die anderen Städte 

Ihr spielt Punkrock, stark orientiert am „californian style“ von Bands wie Green Day oder Nofx. Woher kommt das?
Vor ca. 22 Jahren sind wir auf den Geschmack gekommen sind, der uns nicht mehr los gelassen hat. Bands wie Peter and the Test Tube Babies, Nofx, Green Day, Social Distortion, Bad Religion, Lagwagon, Mad Caddies, No Fun at all, No Use for a Name, Millencolin uvm haben uns einfach begeistert und inspiriert. Wir sind auch heute noch große Fans dieser Bands.

In den 20 Jahren Bandgeschichte bist Du und Gitarrist Rudi die feste Konstante, während bei den vier Saiten und den Drums, besonders hier, viele Wechsel waren. Wieso?
Ja,  das ist leider korrekt. Natürlich hätten wir uns das Ganze auch anders gewünscht. Es hat uns auch sehr viel Zeit und Nerven geraubt immer und immer wieder neuen Ersatz zu finden, der dann auch zur Band passt. Oft ging man einfach andere musikalische Wege, oder der zeitliche Aufwand war einem einfach zu groß und der finanzielle Income zu wenig. Gab natürlich auch Fälle, wo es dann auch menschlich auseinander ging… Aber egal. Es ist wie es ist und wir sind immer noch da 

Nach sechs Jahren Recording-Pause gibt es jetzt im November endlich ein neues Album. Warum hat das so lange gedauert? Damals habt ihr in Kalifornien aufgenommen, jetzt „dahoam“ – wo ist da der Unterschied?
Mit dem letzten Album haben wir uns einfach 2012 nochmal einen Traum erfüllt. Wir haben mit Ryan Greene in Los Angeles unser sechstes Album aufgenommen. Er hat die erfolgreichsten Scheiben von Nofx (Punk in Drublic) und No Use for a Name recorded und auch viele geile Scheiben von Mad Caddies, Lagwagon, Bad Religion, Megadeth, Authority Zero, Jay-Z uvm. Mit diesem Album wollten wir auch nochmal Vollgas geben und spielten dann auch viele Shows in 2012/2013. Danach, zwischen 2014 bis 2018, spielten wir nur fünf bis zehn Konzerte pro Jahr, da wir uns auf unsere Familienplanung konzentriert und uns im Häusle bauen versucht haben  Jetzt haben wir wieder neue Energie getankt und hatten unstillbare Lust auf neue Songs. Wir haben an die 30 Songs geschrieben und 17 davon ausgewählt. Dieses Mal haben wir uns aber im heimischen Sinzing in den BahamaMama Studios eingenistet. Mit diesem Sound braucht sich Tom Schmidbauer/Johannes Preßl  keinesfalls von US-Top-Producern zu verstecken. Wie ich finde ist das neue Album das geilste GREEN FROG FEET-Album ever, auch was Lyrics, Sound und Artwork anbelangt!

Wie würdet ihr GFF heute, 2019, beschreiben? Welche Erwartungen habt ihr für die Zukunft?
Wir sind heute viel entspannter. Früher, eher getrimmt nach Erfolg und jede Partylocation nach Konzerten zu zerlegen, sind wir heute ,Gott seid Dank, etwas ruhiger. Wir hatten den persönlichen Anspruch, immer mehr zu erreichen, aber mit den Jahren wird man einfach Realist. In früheren Jahren bekamen wir auch den Druck vom Management/Labels, den wir Dank unseres eigenes Label GREEN BOMB RECORDS nun nicht mehr haben. Wir wussten, wenn man will, kann man alles erreichen. Allerdings bedeutete dies enormen Zeitaufwand und dadurch litt das familiäre Umfeld, sowie der ganze Freundeskreis. Auch wurde uns klar dass wir von Punkrock allein nicht überleben können. Sprich, heute konzentrieren wir uns auf unsere Familie & Freunde, und haben einfach nur Spaß daran, coole Songs zu schreiben und einige coole Shows zu spielen.

Zu ihrem Jubiläum lassen es GFF ganz schön krachen – nicht nur, dass sie ein neues, das bereits siebte, Album mit dem Titel „BROKEN BONES, BURNING HOMES“ präsentieren, sondern zum Jubiläumskonzert am 9. November im VAZ in Burglengenfeld haben sie sich noch sieben befreundete Bands eingeladen. Und bei uns gibt es 3 CDs des neuen GFF-Longplayers zu gewinnen –mehr Infos bei den „giveaways“ auf unserer Homepage.

Fotokredit: Stefanie Probst