Jahresbestenliste 2018 – die fünf Top-CDs des Jahres

on Tuesday, 08 January 2019. Posted in Musik

Ausgewählt von Mitgliedern der er-em-online-Redaktion, Musikern, Szenekennern und er-em-online-Usern

Jahresbestenliste 2018 – die fünf Top-CDs des Jahres

Wir wollten’s wieder wissen - welche Platten haben 2018 überzeugt, welche alten Helden haben weitere Glanzleistungen gezeigt, welche Newcomer unsere Aufmerksamkeit geweckt? Aber das war gar nicht so einfach für 2018 eine „top5“ der besten Alben des Jahres zu finden. Manche derTeilnehmer haben gar keine fünf zusammen gebracht, wenigstens aus dem Jahr 2018. Aber gefunden hat fast jeder was, denn zum Glück ist Musik noch immer Geschmackssache. Und dabei sind große Stars, junge Talente und natürlich geheime Geheimtipps genannt worden. Am häufigsten waren das die – durchaus umstrittenen – Newcomer Greta Van Fleet mit ihrem Debutalbum. Hier ist die Übersicht:

Norbert Mendel – Redaktion
Hier meine Bestenliste für 2018 – und so richtig Neues ist da nichts dabei, eher bekannte Bands mit bekannten Material – aber it’s only r’n’r und ich mag das! no.men

King Crimson – Live in Vienna, Dezember 1, 2016
Ein brandneues Konzertalbum von King Crimson: 2018 erschienen, auch wenn es schon zwei Jahre vorher mitgeschnitten wurde. Die britischen Progressive-Rock-Legenden lieferten an diesem Abend ein beeindruckendes karriereumspannendes Set. Dazu gibt’s noch neues Material!

Grateful Dead - Wake Up To Find Out: Nassau Coliseum, Uniondale, NY 3/29/1990
Ihr 25-jähriges Bandjubiläum feierten Grateful Dead 1990 mit einer Tour an der Ostküste der USA, die von allen »Deadheads« bis heute als eine der besten Touren der Band bezeichnet wird. Jetzt gibt es in Form eines 3-CD-Sets erstmals das komplette Konzert vom 29. März aus dem legendären Nassau Coliseum, bei dem der mehrfach Grammy-ausgezeichnete Saxophonist Brandon Marsalis die Band begleitete.

Rolling Stones – Voodoo Lounge Uncut
Die Rolling Stones haben im Laufe ihrer Karriere unzählige Liveaufnahmen veröffentlicht. Und zwischen durch überraschen Jagger & Co. uns auch wieder mal mit einer neuen, alten Aufnahme, wie zum Beispiel 2018 mit »Voodoo Lounge Uncut«, einen Livemitschnitt vom 25. November 1994 aus dem Joe Robbie-Stadium in Miami, erstmals in ungeschnittener, vollständiger Form. Neben den Stones in Bestform gab es Gastauftritte von Sheryl Crow, Robert Cray und Bo Diddley. Ein weiterer Schatz aus dem Stones-Archiv.

Guns N‘ Roses - Appetite For Destruction (Limited-Deluxe-Edition)
Es ist sicher eines der wichtigsten Alben der Rockgeschichte der letzten Jahrzehnte: das Guns-N’-Roses-Debüt »Appetite For Destruction« aus den 80ern. Umso schöner, dass die Band ihren Meilenstein 2018 in neuem Glanz präsentiert: komplett remastert und mit spannenden Extras auf dem zweiten Silberling.

Greta Van Fleet - »Anthem Of The Peaceful Army«
Die vier Youngster aus den Staaten haben sicher eines der umstrittenstens Debutalben dieses Jahres vorgelegt. Für die einen sich sie reine Epigonen von Led Zeppelin, für die anderen sind sie möglicherweise die Zukunft des Rocks. Der Band gelingt es die richtigen Retroköpfe zu drücken und sie fusionieren Blues, (Hard)Rock und Folk absolut gekonnt und zeigen wie Classic-Rock heute klingen sollte! Mir gefällts!

Alois C. Braun – er-em-online-Redaktion

David Crosby - Here If You Listen
Wow, wow und nochmal wow. Es ist unglaublich, was in manchen dieser Altrecken noch an Musikalität steckt. David Crosby hat sich mit seinen letzten Alben immer mehr von irgendwelchen Erwartungen oder kommerziellen Überlegungen freigeschwommen, spielt vollkommen losgelöst und produziert deshalb Highlight an Highlight. Diese Musik ist voller Facetten, schöpft aus allen Jahrzehnten der Rockmusik und hat Tiefgang!

Uriah Heep - Living The Dream
Eine Band, die niemandem mehr verpflichtet ist, außer sich selbst. Mit diesem Album haben sie das beste und heepigste Stück Musik seit mindestens zwei Jahrzehnten veröffentlicht. Alle Soundbestandteile, die sie groß gemacht haben, sind da und werden von einer frisch und locker aufspielenden Band und großartigen Songs getragen.

Nazareth - Tattooed In My Brain
Nein, ich hätte von Nazareth kein gutes Album mehr erwartet. Asche auf mein Haupt, denn auf diesem Album machen sie ein guten, weil kompromisslosen Job. Man höre nur die pure und rotzige Gitarre beim Titelsong. Carl Sentance macht erst gar nicht den Versuch Dan McCafferty zu ersetzen und passt gerade deshalb gut zur Band. Highlight ist der zerbrechliche sechseinhalb-Minuten-Rausschmeißer "You Call Me Master".

Marianne Faithfull - Negative Capability
Ihre brüchige Stimme ist wie gemacht für diese intensiven Songs. Nach "Give My Love To London" von 2014 ein weiteres Highlight dieser großartigen Künstlerin, die durch Qualität, Authentizität, und Können überzeugt. Man ist gefangen, ob man will oder nicht.

Frontm3n - All For One
Drei Sänger von bekannten Oldie-Bands: 10cc, The Hollies, The Sweet. Alle drei nicht die Originale. Aber: jeder Einzelne ein großartiger Musiker! Was sie zu dritt und akustisch aus den Hits ihrer Stammbands machen ist einfach nur klasse. Und wie unaufgeregt sie diese Songs präsentieren zeugt von wahrer Größe. Auf der neuen Do-CD spielen sie nicht nur die Gassenhauer ihrer Bands, sondern auch hockklassige eigene Songs. Das erinnert an Crosby, Stills, Nash and Young und andere Größen des Gesangs-orientierten Pop. Und im Frühjahr sind die drei auch noch in der Gegend: Die Frontm3n gibt's am 29. Mai 2019 am Lappersdorfer Zeltfestival zu sehen!

Hubert Geue – er-em-online-Redaktion

David Crosby - Here If You Listen
Unglaublich, mit 77 Jahren veröffentlicht Woodstock-Legende Crosby das experimentierfreudigste und abwechslungsreichste Album seiner inzwischen über 60-jährigen Karriere ab. Einfach wunderbar, diese kompositorische Vielfalt, diese traumhaften vielschichtigen Gesangsharmonien. Somit ist ein Werk entstanden, dass sich mit den Frühwerken von CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG messen kann.

Dhafer Yousseff - Sounds of Mirrors
Selten habe ich eine derartig beeindruckende Weltmusik-Scheibe gehört; hier ist alles da: Weltklasse-Musiker, einfühlsame Spielweise, ausgefallene Kompositionen, packende Arrangements. Für mich ist „Sounds of Mirrors“ die Weltmusikjazzfolkfusion-CD des Jahres. Besser geht es wohl nicht.

Shannon Shaw - Shannon in Nashville
Shannon macht mit ihrer Wahnsinnsstimme und den ungewöhnlichen Kompositionen eine eigene Kategorie auf, angesichts des oft gefühlten „War-schon-Alles-mal-da“ wirklich ein dickes Kompliment. Fürwahr ein großer Wurf für ein Debutalbum!

Betty LaVette - Things Have Changed
Mit „Things Have Changed“ widmet sich die US-amerikanische Soulsängerin einem großen Vorbild und seinem Werk: Der Folklegende Bob Dylan. Selten so gute und eigen-artige Coverversionen gehört. Ein Meisterwerk des Oldschool-Soul, gleiche Klasse wie Aretha Franklin!

Willow Child - Paradise & Nadir
Die Erlangener Band erinnert mich an Inga Rumpfs FRUMPY, der besten Krautrockband ever. Der geneigte Listener bekommt feinen psychedelisch angehauchten Rock zu hören, der gelegentlich in Richtung Blues(rock) tendiert. Mal rockiger, mal akustischer, nie langweilig. Die Band beschreibt sich selbst trefflich: „60er-Sounds treffen auf Riffs der 70er und werden durch 90er-Stoner- Rock und moderne Songstrukturen ergänzt.“

Nina Kulig – er-em-online-Redaktion

Trio ELF - The Brazilian Album
Als Trio ELF zusammen mit ihrem Freund und Percussionist Marco Lobo sowie einer Sängerin ihr neues Werk „The Brazilian Album“ im Frühjahr im Leeren Beutel vorstellten, war ich sehr beeindruckt. Der typische Trio ELF-Klang vermischt mit traditioneller, brasilianischer Musik war einfach mal was ganz anderes, neues. Und trotzdem hat der gewohnte Trio ELF-Sound nicht gefehlt.
 
Guru Guru - Rotate
Auch auf ihrem neuesten Album klingen Guru Guru, die 2018 ihr 50-jähriges Bandjubiläum gefeiert haben, immer noch ziemlich gut. Sehr beeindruckt war ich deshalb, nachdem ich ein paar Lieder der neuen Platte „Rotate“ Live gehört habe.

Kraan - The Trio Years
Als Kraan-Liebhaber, und nachdem ich Kraan beim diesjährigen Finkenbachfestival gesehen habe, auch in Dreier-Formation, war ich sehr erstaunt, wie gut die drei Musiker aufeinander eingespielt waren und wie sie trotz nur drei Instrumenten einen unglaublichen Sound hergestellt haben. Von meinen Schallplatten war ich immer noch das Saxofon oder eine Orgel gewohnt, doch Kraan zu dritt, wie sie übrigens schon lange auftreten, hat auch seinen Zauber.
 
Hattler - Velocity
Wem Kraan gefällt, dem gefällt natürlich auch das Bassspiel von Hellmut Hattler. Hellmut Hattler hat aber nicht nur mit Kraan, sondern auch mit diversen anderen Projekten Musik gemacht, oder eben auch Solo-Platten aufgenommen. Auf der neuesten Platte „Velocity“ fehlt natürlich der jazzrockige und sehr freie Stil von Hellmut Hattler nicht, die er zusammen mit anderen Musikern eingespielt hat.

Pontus Snibb´s Wreck of Blues - Too Late To Die Young
“Pontus Snibb´s Wreck of Blues”, das ist richtig cooler, lockerer Blues-Rock, der groovt und schnell ins Ohr geht. Auf der Scheibe „Too Late To Die Young“ sind elektrifizierte Stücke zu finden, die an den Blues-Rock der Sechziger aus London erinnern, aber auch traditionelle, akustische Stücke, die aus dem Mississippi-Delta stammen könnten.

Andreas Hanauer – er-em-online-Redaktion

Tut mir leid, ich hab's echt versucht, aber viele der 2018 angesagten/gehypten Acts gefallen mir einfach nicht (Die Nerven, Blood Orange, Sophie), find ich eher herkömmlich und recht belanglos (Helena Hauff, The Good, The Bad & The Queen, DJ Koze) oder rufen nicht mehr als ein "hmpf, schon ganz nett" (International Music, Idles, Agar Agar) hervor. Drum bring ich keine fünf CDs zusammen, denen ich den „er-em-goldenen-musik-gral 2018“ verleihen könnte!Ich habe mir im Lauf von 2018 dagegen jeweils das Gesamtwerk der fünf nachstehenden Acts reingeschraubt, und die find ich jetzt alle so richtig knorke:
Steven Wilson solo und mit Porcupine Tree (ein Träumchen! Ich muss gleich schon wieder weinen vor Entzücken!)
Opeth (idiosynkratisch genialisch verzwickt)
Enslaved (das musikalische Adäquat zu einem Lavastrom)
Gojira (Wucht, Wucht und abermals Wucht!).
Das ist halt alles die von vielerlei Foren und Musikblättern zeitgeistig proklamierte "tote" Rockmusik, mit Gitarren, Schlagzeug und so. Ich finds einfach nur großartig!

Daniela Fuchs – er-em-online-Redaktion, Sängerin bei Groove Machine, TotoX

Bob Daisley & Friends - A tribute to Gary Moore
Wunderbares Tribut-Album mit fantastischen Musikern und den Söhnen von Gary Moore.

The Markus King Band - California Confessions
Einer der vielversprechensten Musiker unserer Zeit, hier stimmt einfach alles.

Greta van Fleet - Anthem of the peaceful Army
Für mich DIE Rock-Sensation unserer Zeit!

Beth Hart & Joe Bonamassa - Black Coffee
Zusammen unschlagbar!

Prince - Piano & a Microphone 1983
Sensationell!

Arthur Theisinger – Konzertveranstalter Power Concerts

The Dead Daisies - Burn It Down
Klassischer hardrock at its best!!

Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators - Living The Dream
Dreckige bluesige Riffs mit Rockhymnen und sleazige Lässigkeit.

Black Rebel Motorcycle Club - Wrong Creatures
Irgendwie das beste aus 50 Jahre Rock´n´Roll

Billy F. Gibbons - The Big Bad Blues
Wie es der Titel sagt, Blues von den Wurzeln

Greta Van Fleet - Anthem Of The Peaceful Army
Hardrock aus der Schlaghosenzeit, Led Zeppelin lässt grüßen!

Oliver Alexander - Musikverleger

Sheepdogs – Future Nostalgia
Meine persönliche Entdeckung am Azkena Rock Festival Juni 2018 in Spanien. Kanadier, die eigentlich Southern Rock spielen. Songs, Gesang, Gitarren, Produktion… sensationell!

Sheepdogs – Changing Colours
Und dieses Album steht dem anderen kaum nach. Der Opener „Nobody“ beweist, dass ein simples Riff maximale Coolness erzielen kann.

Turbonegro – Rocknroll Machine
Umstrittenes Album einer umstrittenen Band, gespickt mit Klischees und Plagiaten. Wenn man sich erst an die 80ies Keyboards gewöhnt hat, sind sie großartig. „On the Rag“ ist an Intensität kaum zu überbieten.

Brant Björk – Mankind Woman
Der coolste aller Desertrocker mit seinem x-ten Album. Wie immer super. Vor allem die Vinyl-Editionen.

William Shatner – Seeking Major Tom
Nicht von 2018 – aber ich habe mir endlich die 3er Vinyl-Box geleistet. Sehr edel - drei Farben und diverse Dreingaben beigelegt. Shatner rezitiert eher die Songs über den Weltraum, als dass er sie singt. Und als Gäste: Ritchie Blackmore, Johnny Winter, Steve Miller, Warren Haynes, Zakk Wylde, Peter Frampton uvm. Ein irres Konzeptalbum!

Andreas Detterbeck - Musiker

Toto – 40 Trips around the sun
Meine „All time favorites“, mit Toto bin ich aufgewachsen. Das Album ist zwar in erster Line ein „Best of“, bringt aber drei neue Songs, die es in sich haben. Live sind Toto sowieso unschlagbar gut – die besten Musiker der Welt in einer einzigen Band ;)

Udo Lindenberg – Unplugged 2
Udo ist seit seinem Comeback mein absoluter Gottvater deutschsprachiger Musik. Das neue Album „Unplugged2“ bringt Songs aus der zweiten Reihe. Zuerst war ich skeptisch, doch das Ergebnis ist grandios. Udo will es noch 30 Jahre machen – das hoffe ich auch.

Die Fantastischen Vier – Captain Fantastic
Super Album der deutschen Hip- Hopper, vor allem die politischen Statements kommen klar rüber und sind eine deutliche Absage an rechte Gewalt und nationalen Unsinn.

Grönemeyer – Tumult
Grönemeyer kann es noch – die neue Platte lässt sich gut an. Freue mich aufs Konzert 2019

The Jayhawks – Back Roads and Abandoned Motels
Wunderbar relaxed und eine angenehme Begleitung für jede Fahrt im Auto. The Jayhawks gefallen mit ihrem angestaubten Americana-Sound, wunderschön mit Mandoline, Satzgesang und Hammondorgel. Ein Gegenentwurf zur immer hektischeren Welt um uns.

Heinz Lehmann – „Johnny Firebird", Kulturjournal-, Filter-, er-em-online-Redaktion

Behemoth - I Loved You At Your Darkest
Düster, brutal und zeitweise doch recht melodiös ackern sich Nergal und seine Kollegen durch ihr bislang bestes Album!

Pusha T – Daytona
Kanye ist ein Depp und sein Output dieses Jahr wirklich ein Schmarrn. Aber dieses kurze Album ist ein echter Killer. Das liegt aber in erster Linie an Ausnahmetalent Push und an der guten Sample-Auswahl. Hier stimmt alles vom ersten bis zum letzten Ton! Perfekt!

Joyce Manor - Million Dollars To Kill Me
Melodiöser und detailverliebter waren sie immer, aber dieses Album hievt alles noch einmal ein neues Level! Pop-Punk für den kleinen Emo in uns.

Flasher - Constant Image
Waviger Pop-Punk mit unglaublich guten Songs und noch originelleren Videos. Geheimtip.

Elvis Costello & The Imposters - Look Now
Der Alte kanns noch immer. Und zwar so gut! Und mit der alten Band im Rücken und Burt Bacharach im Schlepptau kann ja nix schief gehen! Großes Spätwerk!

Karlheinz Schmid – er-em-online-User

Faith No More - Real thing
„wiederentdeckt: rauf auf den Plattenteller, und hat mich sofort wieder zu 100% in seinen Bann gezogen.

Anastasiamax - The haunt
Grandiose Frontfrau/Girlie, grad 15 Jahre alt, aber schon jetzt eine Bühnenpräsenz, als dass sie schon Jahrzehnte nichts anders gemacht hat. Ganz im Stile von Janis Joplin. Die CD hält dann nicht ganz das Niveau der Liveshow.

Reef – Revelation
Völlig überraschend, nach 18 Jahre eine neue Veröffentlichung, verstärkt durch Jesse Wood, dem Sohn von Stones-Gitarrero Ron Wood.

Haken - L-1VE
Tolle Prog Rock DVD/CD.- Live Mitschnitt aus dem ehrwürdigen Club Melkweg in Amsterdam. Progrock der allerbesten Sorte.

Sorcerer – Incantation
Grandioser Powermetal aus Argentinien, knüpft an Meilensteine wie Hail to England von Manowar an.

Thomas & Rainer Marschel - „Atomic“

Blossoms – Cool Like You
Ein Ansammlung von eingängigen und sensiblen Melodien, die das Brit-Pop Herz höher schlagen lässt.

Isolation Berlin – Vergifte Dich
Umso öfter man dieses Album hört, umso süchtiger wird man danach. In unseren Ohren einfach phänomenal. Das beste deutschsprachige Album des Jahres!

Johnny Marr – Call the Comet
Jeder der sich durch die düsteren Achtziger Songs mit Popeinschlag gehört hat und ein bisschen Gefühl für diese Musik bekommen hat, wird dieses Album lieben. So muss moderner Rock derzeit klingen.

The Kooks – Let’s go Sunshine
Endlich wieder angeknüpft an das grossartige Debüt-Album der Band. Mit grossen Good-Feeling Melodien und ein Ohrwurm jagt den nächsten. Ergebnis: Ein perfektes Sommeralbum.

Paul McCartney – Egypt Station
Wo Paul McCartney draufsteht ist zum Glück auch Paul McCartney drin. Wer mit 76 Jahren sowas locker und leicht hinklatscht, dem muss man grossen Respekt entgegenbringen. Richtig gute fröhliche Popnummern, wie aus guten alten Zeiten, die sich mit einer Leichtigkeit im Ohr festsetzen. Wir denken mit diesem Comeback haben sicher wenige gerechnet, wenn man sich seine letzten Studioalben mal so angehört hat.

Michael Albert Islinger – er-em-online-user
2018 brachte so viele tolle Alben von deutschen Künstlern und Bands, dass ich meine Top 5 ganz den heimischen Acts widmen will. Am Ende gibt es noch kommentarlos drei internationale Alben, die man unbedingt gehört haben sollte.

Bayuk – Rage Tapes
Opulent, verträumt, melancholisch, cineastisch – Das Debütalbum des Wahlberliners ist nur in seiner Vielheit zu fassen und bietet fesselnden Indie-Pop mit großen Arrangements und Gefühlen.

Lydia Daher – Wir hatten Großes vor
Anfang des Jahres zauberte die Lyrikerin Lydia Daher ein wundervolles Popalbum mit packenden Texten zum Leben in der Gegenwart. Dabei ist die Musik viel mehr als Beiwerk und erinnert am an die Geniestreiche der Österreicherin Gustav.

Isolation Berlin – Vergifte dich
Die Vergleiche mit Rio Reiser und Element of Crime verstummen zunehmend und die Berliner Wunderband lotet ihre Möglichkeiten zwischen Depression und Ekstase weiter aus. Ob live oder im Studio, die Jungs um Tobias Bamborschke sind einfach knorke.

Karies - Alice
Der sperrige Noise-Punk räumt einer neuen Lust an Melodien und dem Pop-Appeal von NDW und Hamburger Schule mehr Raum ein. Damit sind die Stuttgarter noch lange nicht süß wie Zucker, aber mindestens so ansteckend wie Baktus.

International Music – Die besten Jahre
Kaum auszudenken, wäre die Stimme von Peter Rubel charismatischer. Dann würden der Essener Band alle zu Füßen liegen. Doch auch so liefert das Debüt-Doppelalbum lakonische Texte zwischen Dada und Dialektik und Songs, die sich in Wiederholungsschleifen von hellen Hooklines zu düsteren Gewitterwolken auftürmen.

Außerderm: Highlights aus der Welt:
Julian Baker, Phoebe Bridgers, Lucy Dacus - Boygenius
Shame – Songs of Praise
Khruangbin – Con Todo El Mundo

Peter Geiger – er-em-online-user

Norbert Schneider – So wie’s is
Einer, der so gut Gitarre spielt wie der 1979 geborene Wiener Norbert Schneider darf nach drei aufeinanderfolgenden Superplatten auch mal eine abliefern, die ein bisschen schwächer ist – und landet trotzdem ganz oben, in meiner persönlichen Jahresbestenliste. Obendrein, weil er textlich auf seinem noch immer in den Jazz der 1940er und 1950er Jahre verliebten neuen Album „So wie’s is“ auch Reimkracher abliefert wie folgenden: „Am Anfang is‘ so siaß, wie ein Trüffelkonfekt, mit der Zeit gspiat sa se oo wie ein grippaler Infekt“. Was das ist? Na, „De Liebe“ halt!

Bilderbuch – mea culpa
Musikalisch ziemlich zentral in der Gegenwart haben die Oberösterreicher „Bilderbuch“ ihr neues Album „mea culpa“ angesiedelt. Elastische Grooves und polyvalente Texte spiegeln jenen herrschenden Zeitgeist, der auf den sandigen Grund des Vagen baut. Und wovon singt Frontmann Maurice Ernst? Na, wie sein Kollege Norbert Schneider von der Kraft der Liebe! Er aber stellt sie nicht ironisch als fallstrickreiches Labyrinth vor – sondern als ernsthafte und letzte verbliebene Gegenwelt zur Entfremdungswüste des digitalen Daueramüsement-Overkills. Ein Album, fürs Bilderbuch unserer Gegenwart!

Der Nino aus Wien – Der Nino aus Wien
Nino Mandl, der im Advent schon zum dritten Mal im Tiki Beat gastierte und dabei wie gewohnt sein ewiges Hoch auf die Bohème anstimmte, er legt eigentlich Jahr für Jahr tolle Alben vor. Das 2018er ist „Self Titled“ und erneut eine herzhafte Tiefenbohrung im Bergwerk des Pop – das Bezüge zu den Kinks und zu Dylan ebenso zu Tage fördert wie zum in die Jahre gekommenen Austropop. Höhepunkt ist das fantastische „Juke Box“ – ein Song, der einer Gratis-Abspielstation in Ninos momentanen Lieblingsbeisel, dem „Schweden Espresso“, gewidmet ist. Funkelnd und strahlend, weil mit allen verfügbaren Intarsien des Wiener Lieds geschmückt!

Ingo Latteyer – Kulturagentur Bolland

Da tu ich mich dieses Jahr echt schwer ein paar Alben rauszupicken, da es oft nur einzelne Songs sind die mich interessieren. . . . und ich oft auch Songs entdecke, die nur für mich neu sind und nicht aus 2018. Hab letztes Jahr kein einziges Album gehört wo ich mehr als 2-3 Liederklasse gefunden hab . . .  Hm, könn ma des mit einzelnen Songs auch machen?