Let’s cover – a Tribute to the Originals?

on Monday, 12 August 2019. Posted in Musik

Mad Company: wir “covern” nicht, wir “interpretiern”!

Let’s cover – a Tribute to the Originals?

„Wir kopieren nichts. Wir interpretieren!“ Wenn Fritz Pawlick, der Gründer von „Mad Company“, diese Worte spricht, dann hat das durchaus etwas Bedeutungsschweres. Etwas Gravitätisches. Denn normalerweise ist es ja so: Setzt sich die Playlist einer regionalen Rockband aus fremdem Federschmuck zusammen, dann spricht man gemeinhin und ganz lapidar von einer „Coverband“. Aber Hand aufs Herz: Würde jemand im Bereich der klassischen Musik oder des Jazz auch darauf kommen, eine solche Feststellung so zu formulieren, als Vorwurf oder Unterstellung? Ist es tatsächlich ehrenrührig, wenn sich die Musiker einer Band auf eine Schnittmenge von Song besinnen, die ihnen und dem Publikum a) bekannt sind, b) gleichermaßen gefallen und c) das Mitmachen ermöglicht?

Fritz Pawlick war in seinem früheren Leben Pädagoge. Wenn er spricht, dann formuliert er glasklar und wohlüberlegt. Und so, dass er sein Gegenüber nicht nur überzeugen möchte. Nein, er vermag es auch. Weil er sämtliche seiner Behauptungen belegen kann, und zwar mit überzeugenden Beispielen. Wenn er also sagt, dass „Mad Company“ nicht irgendeine Band aus dem Pool zahlloser Musiksöldner sei, die sich zusammengetan haben, um für ein paar Euro Extraverdienst die Bühne zu okkupieren, sondern wirklich etwas ganz Außergewöhnliches zu schaffen, dann hat er sich dafür Argumente zurechtgelegt.

„Kennen Sie eine Band aus der Oberpfalz“, so fragt er dann, „die sich ebenso mit Haut und Haar dem Beat und dem Rock verschrieben hat, wie 'Mad Company'?“ Sollte man jetzt zögern, so setzt er sogleich nach: „Deren Konzert im Schwandorfer Felsenkeller weltweit übertragen wurde, via Internetradio?“ Wem es jetzt noch an Überzeugung mangelt, dem hält er entgegen: „Die Notenlesen deshalb für eine Selbstverständlichkeit halten, weil sie allesamt, alle fünf, ihr Handwerk professionell erlernt haben?“ Und letzte Zweifler packt er damit: „Eine Band, die den Mut hat, nicht den einfacheren Weg als Partyband zu wählen? Sondern die aus purer Lust musiziert? Und weil man wirklich nur ganz selten die Gelegenheit bekommt, fünf derart Musikverrückte aus dem Herzen der Oberpfalz zu erleben?“

Aber wie es immer so ist: Reden ist Silber – die Wahrheit aber, sie liegt auf dem Platz. Im Fall von „Mad Company“ ist das jene Fläche, die sich aus der Addition von Bühne und Zuschauerraum ergibt. Wer also das Glück hat, das Quintett live agieren zu sehen, wird sich schon nach kurzer Zeit erfreut am Ohr kratzen. Und sich sodann vom Rhythmus packen lassen. Und mittanzen und grooven. Um am Ende die superlativische Einschätzung von Fritz Pawlick zu übernehmen. Kostprobe in Gestalt von Gästebucheinträgen gefällig? „MC saved my day!“ Oder: „Ich geh' mit Freude und positiver Einstellung nach Hause!“

Denn wenn die „Mad Company“ loslegt, dann bereiten sie für ihre Zuseher und Zuhörer neben dem Klanggewitter eben auch ein optisches Spektakel. In Daniel Nees verfügen sie dabei über einen begnadeten Sänger, einen, der es auch versteht, die Leute mitzunehmen, weil er obendrein über einen ganz speziellen und mitreißenden Tanzstil verfügt. Und Bastian Kretschmar an der Gitarre? Der Mittzwanziger hat sich mittlerweile den Ruf eines „Steve Lukather der Oberpfalz“ erspielt. Weil er sich tatsächlich und ungelogen wie der kalifornische „Toto“-Gitarrengott auf das komplette Repertoire versteht, der rhythmische Grundmuster ebenso funky auszulegen versteht wie er ausgefuchst und technisch brillant zu solieren vermag. Stefan Bauer an den Drums wiederum ist ein mit allen Wassern gewaschener Fahrensmann, einer, der mit Projekten wie Abba99 oder als Support von Lynyrd Skynyrd, Boney M. und Mother's Finest über TV- wie auch globale Tourerfahrung verfügt. Bassist Jakob Prechtl wiederum hat als Zögling des Max-Reger-Gymnasiums in Amberg eine so grundsolide Ausbildung erfahren, die er nunmehr als rhythmische Basis der Band zur Verfügung stellt.

Und Fritz Pawlick, Gründer, Mastermind und Spiritus Rector dieser Gemeinschaft von fünf Musik- und Spielverrückten? Er ist selbst einer, der seit Jahrzehnten Musiker ist, der nicht nur Teil von Johnny Golds „Silver Sound Band“ war, sondern der bereits in den späten 1960er Jahren bei den Amberger „Rotten Bones“ mit seinem Tastenspiel einen flauschigen Klangteppich ausbreitete. Die „Rotten Bones“ waren in einer Zeit, in der auch schon Talentwettbewerbe maßgebend waren, diejenigen, die sich beim Bayerischen Rundfunk Meriten verdienten – und sodann bundesweit die Bühnen erklommen. Lange vor den Errungenschaften des Internet konnte Fritz Pawlick seine Freunde und Bekannten darauf verweisen, man könne ihm am Wochenende zwar nicht persönlich, aber doch immerhin medial begegnen: weil sein Gastspiel in Bremen oder in Stuttgart im Radio oder im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Im kommenden Jahr wartet in Gestalt einer Kooperation mit einem Orchester zu einem „Classic meets Rock“-Projekt die nächste Herausfoderung auf die „Mad Company“. Im Augenblick aber ist es Fritz Pawlicks größter Wunsch, seinem Publikum noch häufiger begegnen zu dürfen, um so per musikalischer Zeitreise das zu ermöglichen, was ihn in seiner Jugend geprägt hat. Nämlich Beat und Rock so authentisch zu begegnen, dass sich dieses Rendevouz als emotionaler Tsunami und als Jungbrunnen erweist! Denn für ihn ist klar, dass er Lust verspürt, auf noch mehr Verrücktes.

Und das lässt sich wirklich nicht kopieren! Sondern nur interpretieren! (Peter Geiger)

Hier eine Übersicht über die nächsten Auftritte von Mad Company:
18. August – Bürgerfest Teublitz, Stadtpark 17 Uhr
 5. Oktober – VAZ Burglengenfeld, 20 Uhr
Mehr Infos: http://madcompany.eu/the%20band.html
Fotokredit: Band-Homepage