Am liebsten mag ich Monster

on Monday, 06 August 2018. Posted in Buch

Emil Ferris

Am liebsten mag ich Monster

Ein ganz besonderer Brocken kommt da auf uns zu: das seitenstarke Debütwerk der literarisch bislang unbekannten Amerikanerin Emil Ferris - „Am liebsten mag ich Monster“ ist eine Herausforderung für den traditionsorientierten Buch- und Comicleser. Ein Bastard aus Literatur, Illustration und Comic, den die zehnjährige Karen Reyes als ein ganz besonderes Tagebuch führt: Neben ihren Alltagsbeobachtungen zeichnet sie Monster aus Trash-Horrorfilmen und alten Pulp-Magazinen. So bewältigt sie ihren Alltag in den USA der 1960er-Jahre und sammelt Spuren und Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes an ihrer Nachbarin Anka Silverberg beitragen sollen. Emil Ferris verarbeitet in „Am liebsten mag ich Monster“ ihre eigene Vorliebe für Horror-B-Movies und Grusel- Groschenhefte und bettet dies in eine Geschichte ein, die die sozialen Spannungen im Chicago der 1960er Jahre mit einer Geschichte des Erwachsenwerdens verknüpft. Das minutiös (mit Kugelschreiber?) durchschraffierte Artwork erinnert häufig an den Stil von Altmeister Robert Crumb, und Emil Ferris integriert obendrein jede Menge klassische Gemälde in ihre Geschichte: Frédéric Bazille, Claude Monet, George Inness, Gustave Dore, Harald Sohlberg und viele andere sind dabei.
Dieses Ausnahmewerk wurde konsequenterweise bereits mit dem Eisner-Award (dem „Comic-Oscar“ sozusagen) ausgezeichnet und für den Hugo-Award (einen der wichtigsten Preise in der SF-Literatur) nominiert. Für alle Leser, die neugierig auf so noch nie gesehene Literatur und Comic-Kunst sind, schwerst zu empfehlen! (aha) ******