Die Trikont Story

on Friday, 27 October 2017. Posted in Buch

Christof Meueler mit Franz Dobler

Die Trikont Story

Ende der 60iger Jahre wurde in München Trikont als Buch-Verlag gegründet, in einer Zeit, in der der Wunsch nach einem anderen Leben, nach freier Öffentlichkeit und Veränderung bei vielen immer drängender wurde. Es war die Zeit der 68er: Neue Formen des Widerstands und eines völlig neuen Lebensgefühls in diesen Zeiten des Umbruchs wurden gesucht und gefunden. Die ersten Veröffentlichungen waren 1967 die Mao-Bibel, das „Bolivianische Tagebuch“ von Che Guevara oder die Autobiografie von Bommi Baumann. Die Trikont-Gründerer Eva Mair-Holmes und Achim Bergmann verstanden sich als Teil der Sponti- und Autonomenszene in der Bundesrepublik, wollten ihr Sprachrohr sein. Ihnen wurde damals aber schnell klar, dass Musik eine der besten Ausdrucksformen ist, um Menschen zu erreichen und mitzureißen, das war  quasi 1971 die Geburtsstunde des Labels und Musikverlages Trikont-Unsere Stimme. Und seitdem wurden vierhundertdreiundneunzig (493) CDs, Platten und in früheren Zeiten auch noch Kassetten veröffentlicht. Von Che Guevara bis Karl Valentin, von Hans Söllner bis Kofelgschroa. Die Bandbreite des Trikont-Universums ist enorm. Trikont waren die ersten, die Bücher und Platten der Schwulen- und Frauenbewegung veröffentlichten, die Gastarbeitern eine Stimme gaben, die anarchistische Straßenmusiker verlegten und immer wieder unangepasste Stimmen entdeckten. Ihre Musikkompilationen waren wegweisend, die auch oft mit Preisen ausgezeichnet wurden. Höchste Zeit, dass jetzt zum Firmenjubiläum ein Buch die Geschichte und Geschichten des Münchner Traditionslabels festhält. Erzählt wird die Geschichte alternativer Musik, Kultur, Politik und Ökonomie seit Ende der Sechzigerjahre. Nicht im Großen und Ganzen, sondern im Kleinen und Feinen. Christof Meueler und Franz Dobler haben gründlich die Archive des Labels durchforstet, mit den Labelinhabern, Künstlern und Weggefährten gesprochen und unternehmen eine faszinierende Reise durch die letzten 50 Jahre Kultur abseits des Mainstream. Zahlreiche Dokumente und Bilder ergänzen „Die Trikontstory. Musik, Krawall & andere schöne Künste“ als opulent angelegte Verlagsgeschichte.