Grant & Ich

on Wednesday, 04 October 2017. Posted in Buch

Robert Forster

Grant & Ich

Robert Forster gehört für viele Musikfans in eine Liga mit Nick Cave, Morrissey oder Lou Reed. Ein wortgewaltiger, dandyartiger Songwriter, der seit den späten Siebzigern zum Besten gehört, was die literarisch geprägte Popmusik zu bieten hat. Forster, geboren 1957 in Brisbane, ist ein australischer Gitarrist, Sänger und Songwriter, der auch bei uns recht bekannt ist. Schließlich lebte er einige Jahre in der Umgebung von Regensburg und hatte gute Beziehungen zu einer regionalen Band, Baby You Know, mit deren Geigerin er seit Jahren verheiratet ist. Bekannt wurde er als Mitglied der Go-Betweens, die er 1978 mit Grant McLennan gründete. Von zahlreichen Kritikern wurden die zwei als das großartigste Songwriter-Team des Indie-Pop in der Tradition von Lennon/McCartney gefeiert. Elf Jahre später löste sich die Band auf und Forster startete eine Solokarriere. 2000 reanimierten Forster und McLennan die Go-Betweens und veröffentlichten gemeinsam weitere drei Alben, bevor Grant McLennan im Mai 2006 verstarb, was das definitive Ende der Go-Betweens bedeutete. Mit diesem Songwritingpartner hatte er einen kongenialen Gefährten, der die gemeinsame Band zu einer nicht immer unkomplizierten, aber stets faszinierenden Einheit machte. „Wir waren zwei junge Typen in Brisbane. Wir hatten unsere Träume: über Filme, über Bücher, über Songs. Auf einmal hatte ich jemanden getroffen, der mein Zwilling hätte sein können. Es waren sofort er und ich - nicht er und ich gegen die Welt - aber wir mussten unbedingt zusammen nach Paris, nach Berlin ... Es gab sofort diesen Pakt zwischen uns.“ erläuterte Forster in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. In diesen unkonventionellen Memoiren, die von Maik Brüggemeyer aus dem Englischen übersetzt wurden, erzählt Robert Forster auf über 350 Seiten in zwei großen Kapiteln die nahezu 30 Jahre währende Geschichte der Go-Betweens und seine besondere Freundschaft zu McLennan, der mit nur 48 Jahren für alle überraschend an einem Herzinfarkt starb. Forster erzählt von den Bandanfängen dabei und davon, wie die Go-Betweens in England zur Kultband avancierten, dorthin übersiedelten und viele „ups & downs“ erlebten. Und natürlich kommt auch die Zeit in Bayern, konkret in Alteglofsheim und Regensburg, nicht zu kurz. Weise und witzig, melancholisch, einfühlsam, selbstironisch und exzentrisch –Robert Forster ist ein genauso begnadeter Storyteller wie Songwriter. Dieses Buch ist eine große Hommage an seinen unvergessenen Freund. „Der wahrhaftigste und eigenwilligste Poet unserer Generation.“ meint Nick Cave über Robert Forster. Zurecht trägt dieses Buch den Untertitel „Die Go-Betweens & die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft“. (P.Ro)