Peter Grant – Ein Leben für Led Zeppelin

on Saturday, 05 October 2019. Posted in Buch

Mark Blake

Peter Grant – Ein Leben für Led Zeppelin

Led Zeppelin stiegen in den 70er Jahren in den Rock-Olymp auf mit Riesenerfolgen, astronomische Gagen, der Schaffung eines eigenen Mythos und eine unvergleichliche Legendenbildung, die bis heute anhält. Doch oftmals wird vergessen, dass hinter allen erfolgreichen Interpreten ein Manager steckt, der die Strippen zieht, Hindernisse aus dem Weg räumt und seinen Schützlingen die nötigen Rahmenbedingungen sichert. Neben dem gewieften Colonel Parker, der Elvis Presley betreute, gab es nur ein – in diesem Fall wörtliches – Schwergewicht, das bis heute einen legendären Ruf genießt: Peter Grant, der Mann, der oft auch als das fünfte Miglied von Led Zeppelin beschrieben wurde. Auf ihn geht vieles zurück – der ökonomische Erfolg, der Mythos und Legendenbildung gehen auf sein Konto. Bevor Grant zum Manager-Mogul aufstieg, kämpfte er als Wrestler, ließ sich als Schauspieler in verschiedenen Filmen sehen – darunter einer Verfilmung von Vladimir Nabokovs Skandalroman Lolita – und schuftete als Bühnenarbeiter. Aber erst als er Don Arden begegnete, dem späteren Black-Sabbath-Manager und Prototypen des mafiös angehauchten Managers, zeigte sich sein wahres Talent. Von ihm lernte er die „halblegalen“ Tricks und Kniffe im aufblühenden Musikgeschäft der 60er, woraufhin er die Yardbirds betreute, aus denen Led Zeppelin entstanden. Nun gab es für Grant keine Grenzen mehr: Er setzte Gagen durch, die zuvor niemand für möglich gehalten hätte, entwickelte clevere Geschäftsstrategien und verbreitete haarsträubende Geschichten von Orgien, satanistischen Ritualen und einem Pakt mit dem Teufel. Und ganz nebenbei gründete der kompromisslose Geschäftsmann mit Swan Records ein Plattenlabel und managte andere einflussreiche Acts wie Bad Company und die Jeff Beck Group. Als er am 21. November 1995 an den Folgen eines Herzinfarkts verstarb, hinterließ Grant ein gigantisches Vermächtnis. Erstmalig wird nun die Karriere hinter vielen anderen Karrieren dargestellt, die nur mit Superlativen beschrieben werden kann. Der renommierte Londoner Autor Mark Blake, der als stellvertretender Herausgeber des britischen Musikmagazins Q und unter anderem für Mojo schrieb, machte sich auf die Suche nach Zeitzeugen, Wegbegleitern und Musikern, die alle ihren Teil zu seinem schillernden Porträt beitrugen, das verblüfft, schockiert, aber zugleich auch überaus seriös informiert.
Neben zahlreichen Biografien über Queen, Bob Dylan und die Punk-Bewegung hat der Autor nun die Geschichte von Led Zeppelin zu Papier gebracht, „eine Geschichte, so ausschweifend und komplex wie der Mann selbst“ meint das Magazin Mojo in einer Kritik über diese Geschichte eines der größten Rockmanagers aller Zeiten.